Hart zeigt viel Herz – und Seele

Essen..  Bislang war Beth Hart ja bisher eher im ruppigen, im bluesrockigen Fach unterwegs. Mit internationalen Gitarrenkoryphäen wie Slash, Jeff Beck und vor allem mit Joe Bonamassa hat sie Album um Album eingespielt – und so der Musikwelt eindringlich bewusst gemacht, dass da eine der großen Stimmen unserer Zeit am Werk ist.

Wem das allerdings stets ein bisschen zu lärmend war, der sollte in Harts heute erscheinende CD „Better Than Home“ (Provogue/Rough Trade) hineinhorchen. Diese belegt, dass die Kehle der 43-jährigen Amerikanerin ungemein wandlungsfähig ist. „Better Than Home“ ist eine Nabelschau. Es geht um persönliche Dämonen, um ihre Familie – und daher ist es schlüssig, dass es musikalisch eher soulig zugeht.

Das klingt ziemlich oft nach Janis Joplin, nach den späten 60ern. Die elf enthaltenen Titel bieten genauso druckvolles Schmirgeln wie sanft gehauchte Inbrunst. Und man kann sogar manchmal richtig beschwingt mitwippen. Zum Beispiel beim Album-Opener „Might As Well Smile“ oder später bei „The Mood That I’m In“. Doch zumeist zeigt Frau Hart viel Herz. Die Balladen oder die zumindest begrenzten Tempi sind deutlich in der Überzahl. Manchmal reicht schon ein Klavier (wie beim – Mutti Hart gewidmeten – Rausschmeißer „Mama This One’s For You“), um Harts Stimme zu umschmeicheln. Die (akustischen) Gitarren klimpern eher zurückhaltend. Bei „We’re Still Living In The City“ versüßen sogar schnulzige Streicher den Sound. Harts Gesang ist umwerfend gut. Und zwar durchgängig. Diese Stimme steht voll im Saft. Hart dosiert souverän die Raspel- und die Süßholzanteile, das leichte Tremolo und nicht zuletzt: die Pausen, wenn alles gesagt ist.