Große Stimme

Die geschätzten Kollegen vom „Rolling Stone“ versteigen sich sogar zu der Einschätzung, dass sie die Nummer zwei hinter Aretha Franklin ist. Nun ja, in der ersten Liga der Soulstimmen singt Bettye LaVette auf jeden Fall mit.

Man lausche auf ihrem neuen Studioalbum „Worthy“ nur dem eindringlichen Vortrag des von Sinead O’Connor komponierten Rausschmeißers „I Don’t Want What I Haven’t Got“ – das ist kratzbürstig und doch sooooo verletzlich; dagegen faucht sogar die Turner nur wie ein Perserkätzchen. Die von Joe Henry betreute Produktion konzentriert sich ganz auf den Gesang. Auch die exzellent zusammengesetzte Band – unter anderem Doyle Bramhall II an der Gitarre – hält sich merklich zurück, setzt sparsame, aber wunderschöne Akzente. Allerdings: Es ist ein sehr melancholisches Album. In dem ganzen inbrünstigen Klagen über Fehler, Verzweiflung und nicht gehaltene Versprechen hätte das ein oder andere fröhliche Up-Tempo gutgetan.

Für Soulfans

Bettye LaVette: Worthy, Cherry Red Records,

auch als Luxus-Ausgabe mit Live-DVD erschienen

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