Greser & Lenz müssen warten

Hanau/Wiesbaden..  Nach dem Hickhack um eine Karikaturen-Ausstellung in Hanau ist weiter unklar, wo in Hessen die religionskritische Schau der Zeichner Achim Greser und Heribert Lenz gezeigt werden soll. Die Stadt Hanau will die Wanderausstellung zwar präsentieren, weiß aber nach Angaben ihres Oberbürgermeisters Claus Kaminsky (SPD) nicht, wie sie die nach den Anschlägen von Paris notwendigen Sicherheitsvorkehrungen überhaupt bezahlen soll.

Land würde notfalls einspringen

Das Land hat ebenfalls seine Bereitschaft signalisiert, die Arbeiten des Aschaffenburger Duos auszustellen – lässt aber der klammen Schutzschirmkommune den Vortritt. „Wenn die Ausstellung in Hanau nicht zustande kommt, stellen wir eine unserer Liegenschaften zur Verfügung“, sagte ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Lenz bestätigte, dass es entsprechende Verhandlungen mit dem Ministerium gebe. Ein konkreter Ausstellungsort sei jedoch noch nicht im Gespräch. Unterdessen sind in Hanau nach Angaben einer Sprecherin am Mittwoch die ersten Exponate eingetroffen. „Hanau will und wird die Ausstellung eröffnen“, sagte sie.

Zusätzliche Vorkehrungen

Kaminsky hatte nach dem Attentat auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ vor drei Wochen die Ausstellung zunächst abgesagt, dann seine Entscheidung jedoch rückgängig gemacht. Er geht nach eigener Darstellung fest davon aus, dass die Karikaturen-Schau wie ursprünglich geplant ab dem 14. März im Schloss Philippsruhe gezeigt werden kann. Er werde das Land bitten, sich an den Kosten für die höheren Sicherheitsvorkehrungen zu beteiligen.

Das lehnte das Wissenschaftsministerium aber bereits im Vorfeld ab. Das Land beteilige sich bereits ausreichend über den Kulturfonds an der Ausstellung, begründete ein Sprecher die Entscheidung. Wie viel die zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen kosten, wird derzeit von der Polizei geprüft. Die Wanderausstellung war bereits in Friedrichshafen zu sehen. Mohammed-Karikaturen zeigt sie nicht.