„Glauben Sie mir nicht!“: Erfolgsautor Erich von Däniken im Gespräch
30.09.2010 | 16:24 Uhr 2010-09-30T16:24:00+0200
Waren die Götter Astronauten? Natürlich waren sie, sagt Erich von Däniken (75) – eine These, die er in 32 Büchern zu untermauern suchte. Jetzt setzt der umstrittene Erfolgsautor zum Rundum-Schlag an: „Däniken total“ heißt die Show, die ihn am 25.10. auch nach Düsseldorf führt.
Herr von Däniken, haben Sie am 23. Dezember 2012 schon etwas vor?
EvD: (lacht) Das wird sicher ein wunderbarer Abend. Vermutlich werden meine Frau und ich mit einem Gläschen Champagner anstoßen.
Weil an jenem Tag – wenn man der Presseinformation zu Ihrer Show glauben darf – die „Götter“ zur Erde zurückkehren?
EvD: Nach dem Maya-Kalender, ja. Das wäre wahnsinnig schön für einen Typen wie mich. Nur: Man kann sich darauf nicht verlassen. Das Problem ist die Umrechnung auf unseren Kalender. Da gibt es einen Spielraum von bis zu 150 Jahren.
Es könnte also auch sein, dass sie erst in 150 Jahren landen? Das nenne ich eine einigermaßen unverfängliche Prognose.
EvD: Definitiv. Aber das erkläre ich bei meinem Vortrag mit einer tollen Computeranimation, die jeder verstehen kann.
Ihre Kritiker würden sagen: Typisch Däniken. Fantastische Hypothesen, wenig belastbar und kaum angreifbar, weil sie auf vieldeutigen Indizien beruhen.
EvD: In dem Fall könnte man das behaupten. Aber es gibt in anderen Fällen auch harte Indizien. Da ziehen sich über Tausende von Kilometern schnurgerade Linien durch Europa, bis runter nach Sizilien, durch heutige Ortschaften hindurch. Und unter jeder Ortschaft lag in der Steinzeit irgendein Heiligtum. Da frage ich mich doch: Wie ist das möglich?
Zum Verständnis: Es gibt Relikte aus der Steinzeit, und wenn man nun eine gedachte Linie darüber ziehen würde, dann würden die alle in einer geraden Reihe stehen?
EvD: Genau so. Oder etwas anderes: In Frankreich stehen seit Menschengedenken Tausende und Abertausende von Granitblöcken in schnurgerader Reihe. Warum? Ursprünglich glaubte man, das sei ein Friedhof oder ein Kalender. Bis vor einigen Jahren die ganze Gegend von Helikoptern aus fotografiert wurde. Und plötzlich stellte man fest: Das ist gar kein Zufall! Immer wieder tauchen dieselben Distanzen, dieselben Winkel auf.
Das ist alles Auslegungssache – was man Ihnen immer wieder vorwirft.
EvD: Manchmal auch zu Recht (lacht).
Wenn Außerirdische die Erde besucht haben, warum geben Sie sich dann nicht eindeutig zu erkennen, sondern lassen so viel Raum für Spekulationen?
EvD: Ich nehme an, sie haben das damals getan. Nur: Wir haben die Aufzeichnungen zerstört. Allein in der Bibliothek von Alexandria waren 500.000 Bände. Wir haben fast alles kaputt gemacht.
Was halten Sie von UFO-Sichtungen der letzten Jahrzehnte?
EvD: Ich hab’ noch nie ein UFO gesehen. Ich habe den Verdacht: Wenn der Erich von Däniken auftaucht, dann hauen die sofort ab (lacht). Da gibt’s viel Spinnerei. Aber in der UFO-Literatur gibt es vielleicht zwei Prozent, die absolut nicht erklärlich sind.
Sie sagen häufig: „Bitte glauben Sie mir kein Wort.“ Wie darf man das verstehen?
EvD: Ich rege mich auf, wenn ich in die Nähe von Religion oder Sekten gerückt werde. „Glauben Sie mir nicht!“, sage ich dann meinen Zuhörern, „Machen Sie sich lieber Ihre eigenen Gedanken.“
Glauben Sie an Gott?
EvD: Ja. Aber nicht in dem Sinne, in dem ich erzogen worden bin. Ich gehöre zu diesen dummen Menschen, die noch jeden Abend beten.
Wen beten Sie dann an?
EvD: (denkt nach) Ich denke, das Universum. Ein nicht fassbares, geistiges Wesen.
Sie sind jetzt 75 Jahre alt. Da beschäftigt man sich schon mal mit dem Jenseits. Glauben Sie, dass es in irgendeiner Form weitergeht?
EvD: Wir alle nehmen uns ja so wichtig, dass wir sagen: Es kann nicht alles umsonst gewesen sein. Aber wissenschaftlich hab ich dazu gar nichts auf dem Tisch. Noch nicht einmal dafür! (lacht)
„Däniken total“ live:
25.10. Düsseldorf (Savoy). Karten (20,90-23,10 €) gibt’s in unseren TICKET-SHOP: www.DerWesten.de/Tickets
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