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Gewaltiges Chor-Projekt kommt nach Dortmund

09.09.2012 | 15:17 Uhr
Der in Deutschland lebende Nigerianer Mano Ezoh probt mit Laien-Sängern für einen Auftritt im Dortmunder Konzerthaus.Foto: Matthias Graben

Dortmund.   In München zog Mano Ezoh mit seinem gewaltigen Chorprojekt ins Guiness-Buch. Nun nimmt der deutsch-nigerianische Sänger Kurs auf Dortmund. Am 12. Oktober will er mit hunderten Freizeit-Sängern im Konzerthaus auftreten.

„Wenn dir deine Träume keine Angst machen“, sagt Mano Ezoh gern, „dann sind sie nicht groß genug.“ Dabei machen seine Träume statt Angst nur Freude und sind dabei nicht groß, sondern gigantisch: Der deutsch-nigerianische Sänger hat den größten Gospelchor der Welt auf die Bühne und ins Guinness-Buch der Rekorde gebracht. Das war vor einem Jahr in München. Im Oktober tritt er in Dortmund auf – wieder mit hunderten Freizeit-Sängern.

„Das Konzert des Jahres“ steht auf den Plakaten, was nun jeder Künstler behaupten könnte, nur ist es für die Mitwirkenden wohl wahr. „Unvorstellbar“, sagt etwa Claudia aus Dortmund, „ich, da oben auf der Bühne!“ Und dabei war sie noch nie im Konzerthaus und dachte auch, sie könne gar nicht singen. Ob sie es kann oder nicht, es wird jedenfalls untergehen in der akustischen Wucht der Masse, in diesem Chor der Laien, die derzeit proben ohne Noten, aber mit viel Herz.

„Diese Musik geht den Leuten direkt in die Seele"

Und mit Mano Ezoh. Diesem gebürtigen Afrikaner, der als Kind schon im Schlaf sang und jetzt vor den Stuhlreihen umherhüpft, ein Bündel Energie, Mensch gewordene Musik. „The Emotional Voices“ hat er seine erste Platte genannt, und man darf unterstellen: Die emotionale Stimme ist vor allem eine, und zwar seine. „Diese Musik geht den Leuten direkt in die Seele und unter die Haut“: Rhythm’n’Blues macht der Mann, Softpop und eben Gospel, wobei auch Elton John für ihn „ein Gospelsänger“ ist – und alles so, dass er sein Publikum unaufhörlich streichelt. Striezen kann er allerdings auch, wenn die Töne nicht stimmen im Dortmunder Chor: „Hört zu jetzt, und be the best you can!“

Dortmund singt

Er kennt die Menschen nicht, mit denen er musiziert, die sein Background sein werden für einen Abend: Er war ja eben noch in Österreich und dann in Fürstenfeldbruck, bevor er nach „Norddeutschland“ kam. Für einen Nigerianer ist Dortmund natürlich schon ziemlich Norden, für einen Wahl-Bayern auch; erstmals sammelt er ja seine Sänger nördlich der Weißwurstgrenze. Aber „die sind gut“, sagt Ezoh, und man möchte ihm die Begeisterung gerne glauben. Er hat dieses Stück, eine Ode an seine Mutter, die einst sein Talent entdeckte, selbst geschrieben, es steht nicht im Textbuch, und trotzdem kann der Chor die Töne schon.

„Es kräftigt die Stimme“

Mano mag das, er ist durchaus anspruchsvoll mit seiner Musik, „ich will den Menschen etwas anbieten“. Aber er braucht auch die Show; fünf, sechs Proben machen aus Laien keine Meister, auch wenn Oliver aus Lünen sagt: „Es kräftigt die Stimme.“ Man hat es in München gesehen: Da standen Mikrofon-verstärkte Profis vor den gut 1000 Chorsängern; und die wirkten vor allem durch ihre weißgekleidete Masse. Mano Ezoh hat davon einst geträumt: wie er singen würde mit vielen, vielen Menschen. Dafür ist er nach Deutschland gegangen – diesen Traum wahr werden zu lassen.

Gospel in der Tonhalle

Und kann nun nicht mehr aufhören. Immer mehr Menschen bringt er auf immer mehr Bühnen ihrer Heimatstädte. „Jeder hat doch Schwierigkeiten im Leben, hat die Nase voll, ist müde von der Arbeit – hier soll er Spaß haben.“ Und Musik sei die richtige Brücke dafür, „die einzige Weltsprache“. Die nicht nur im Dortmunder Konzerthaus Kinder und Alte zusammen bringt, ein paar Männer wenigstens mit vielen Frauen und sogar Familien: wie Helmut aus Schwerte und seinen Sohn Markus, beide Tenor. „Oh Happy Day!“ Natürlich werden sie das singen, aber auch „You Raise Me Up“, „We Are The World“ – und „I Still Haven’t Found What I’m Looking for“. Mano Ezoh hat gefunden, was er gesucht hat, diesmal in Dortmund. Profis, erwähnt er noch am Rande, könnten doch vor allem Playback – sein „geiles Konzert“ wird echt.

Mano Ezoh und „The Voices of Dortmund“ singen am Freitag, 12. Oktober, um 20 Uhr im Konzerthaus Dortmund. Tickets gibt es ab 38 Euro an den bekannten Vorverkaufsstellen oder beim Konzerthaus Dortmund, Telefon 0231 – 22 696 200.

Annika Fischer



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