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Geschichten zwischen Himmel und Hölle

19.08.2008 | 18:55 Uhr

NAVIGATOR Zuletzt erhielt er (2007) den renommierten Georg-Büchner-Preis: Martin Mosebach (Bild). ...

... Der Frankfurter Autor wurde wurde für seine Fabulierlust gelobt, für das Eintauchen in literarische, sogar fantastische Welten und für sein wortmächtiges Spiel der Sätze und Dialoge. Der 57-Jährige steht im Who-is-who der deutschen Gegenwartsliteratur ganz oben. Diesen Rang bestätigt er in "Die Türkin" (dtv). Was den Roman so kostbar macht und ihn aus der Masse ähnlicher Themen sofort heraushebt, ist die Kunst, mit ornamentaler Sprache einen Himmel zu öffnen - für Liebende. Oder mit Sprache die Hölle anzupeilen - für Enttäuschte oder gar Erniedrigte. In diesem Fall verliebt sich ein junger Mann aus Mainhattan in eine junge Frau - doch sie ist Türkin. Das wird dieser Beziehung zum Verhängnis.

Doch bevor die Härte der unterschiedlichen Kulturen und Religionen zuschlagen, darf der Frankfurter den Alltag verlassen und eintauchen in einen Kosmos des Orients. Die Geschichten, Beziehungen, Anekdoten, Wünsche oder Situationen wuchern wie ein Rosenstrauch am Gartenzaun: Mosebach verheddert sich jedoch nicht im orte- und personenreichen Geflecht seiner Ich-Erzählung, sondern er zeigt Personen in der heutigen Wirklichkeit. Lebend, liebend, leidend, lachend und weinend. Da kann man herzig mitfühlen bei der Suche nach Pupuseh, der jungen Türkin, die zurück in ihre Heimat geordert wird, um dort einen Fremden zu heiraten. Ein west-östlicher Diwan mit der schönen End-Erkenntnis: "Zurück ließ ich eine Zukunft." Deutschland hat den romantischen Träumer wieder. Hans-Jörg Loskill



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