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Geistiges Eigentum sichern

18.06.2008 | 17:45 Uhr

Hagen. Im Internet-Zeitalter ist das geistige Eigentum eine gefährdete Ware. Raubkopien waren noch nie so einfach wie heute. Seit 50 Jahren vertritt die Verwertungsgesellschaft Wort die Interessen von publizierenden Wissenschaftlern und Autoren.

Wenn ein Autor ein Buch oder einen Zeitungsartikel schreibt, gehören ihm die Rechte an diesem Text, der sein geistiges Eigentum ist. Doch wird der Text vervielfältigt, geht der Autor leer aus. Aus diesem Grundkonflikt ist die Idee des Urheberrechts entstanden. Es hat allerdings lange gedauert, bis sich der Begriff des geistigen Eigentums als schützenswertes Gut durchsetzen konnte.

Bereits Martin Luther beklagte sich bitterlich über den unerlaubten Nachdruck und die Verfälschung seiner Werke. "Es ist ein ungleich Ding, dass wir arbeiten und Kost sollen drauf wenden, und andere sollen genießen", beschwerte sich der Reformator, der ein erfolgreicher Autor war.

Bis zur Erfindung des Buchdrucks in der Mitte des 15. Jahrhunderts stellte sich die Frage des geistigen Eigentums ohnehin kaum. Bücher wurden einzeln hergestellt, verkauft und wie Gemälde, Fresken oder Wandteppiche bei der Lieferung bezahlt. Eine Kopie war nur durch mühevolles Abschreiben möglich.

Der Buchdruck brachte eine Revolution. Nun konnten Texte nachgedruckt werden, und es wuchs die Erkenntnis, dass diese Nachdrucke den Urhebern, also den Schriftstellern und Verlegern, keine Einnahmen brachten. Erst im 18. Jahrhundert wurde - zunächst in England - das Konzept des geistigen Eigentums entwickelt - so ist das Copyright entstanden. In Preußen bildete das "Gesetz zum Schutze des Eigenthums an Werken der Wissenschaft und Kunst in Nachdruck und Nachbildung" vom 11. Juni 1837 das seinerzeit ausführlichste und modernste Urheberrechtsgesetz. Die heutige Verwertungsgesellschaft Wort wurde am 29. September 1958 gegründet - gefeiert wird seit dieser Woche.

Illegale Raubkopien sind nur eine Seite der Verwertungskette. Denn es gibt ja täglich millionenfach die legale Zweitnutzung von gedruckten Gedanken. Also das Kopieren und Vervielfältigen in jeglicher Hinsicht. Deshalb müssen die Hersteller oder Importeure von Geräten, mit denen urheberrechtlich geschützte Werke kopiert werden können, Geräteabgaben bezahlen. Diese Form der Lizenzgebühren geht an die Verwertungsgesellschaft, die ihre Einnahmen nach Schlüsseln verteilt. Heute vertritt die VG Wort mehr als 360 000 Autoren und 8000 Verlage. Das jährliche Urheberrechtsaufkommen beziffert die Organisation mit fast 90 Millionen Euro.

Das Internet stellt die gesamte Frage des Urheberrecht-Schutzes neu zur Diskussion. Denn im Bereich der neuen Medien ist es problemlos möglich, Texte zu verwenden, ohne dass der Autor dies als Urheber kontrollieren kann. Wer einen Text kopiert, um ihn zum Beispiel auf seine eigene Website zu stellen, hat in der Regel gar keine Vorstellung davon, dass es sich dabei um geschütztes geistiges Eigentum handelt. Die Frage nach einer Lösung des Copyright-Problems im weltweiten Netz drängt also und sorgt zugleich für reichlich Zündstoff zwischen den Urhebern und der Multimedia-Industrie.

Von Monika Willer

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