Ganz smart

Man spricht ja jetzt viel vom vernetzten Zuhause, dem sogenannten Smarthome. In Zukunft soll man per Handy die Waschmaschine und die Heizung steuern, alles von unterwegs. Persönlich stehe ich dem elektrischen Heim mit Skepsis gegenüber. Denn es ist immer gut, wenn man einen Rollladengurt zum Ziehen hat.

Keine Heizung, keine Dusche

Neulich ist morgens der Strom ausgefallen. Keine Heizung, keine Dusche, kein heißer Tee. Der Energieversorger kann wegen Glätte die Schadensstelle nicht anfahren. Drei Stunden dauert die Panne. In dieser Zeit habe ich als pünktliche Arbeitnehmerin unsere Entscheidung sehr bedauert, die neuen Garagentore einzubauen, die von außen aus Sicherheitsgründen nicht zu öffnen sind. Innen ist es eng und stockfinster. Da hilft auch die Taschenlampe nicht viel. Wie finde ich also die kleine rote Schnur, mit der man die manuelle Notentriegelung theoretisch auslösen kann?

Nun würden die Befürworter des Smarthomes einwenden, dass es sich hier um eine Ausnahme handelt, dass im kultivierten Deutschland der Strom nicht ausfällt. Leider trifft das Gegenteil zu. Erst kurz vor Weihnachten ist die Elektrik bei uns im Pressehaus zusammengebrochen. Kein Licht um 17 Uhr nachmittags, keine Computer, keine Zeitungsseiten, keine Artikel. Bei Oma und Opa passiert hingegen gar nichts, wenn die Leitungen einmal streiken. Der Holzofen hält das Haus warm, auf ihm kann man sogar kochen.

Kreatives Krisenmanagement

Dem Smarthome zum Trotz gibt es neun Monate nach flächendeckenden Stromstörungen in der Regel reichlich Arbeit auf den Geburtenstationen. Die Leute werden eben erfinderisch, wenn es darum geht, Krisensituationen zu meistern. Und es gibt immer viel zu erzählen. Wie man den Arbeitsplatz beim besten Willen nicht betreten kann zum Beispiel, weil sich die Tür des Gebäudes nicht öffnen lässt und der Hausmeister in seiner vollautomatischen Wohnung festsitzt.

Die schönste Smarthome-Geschichte hat aber jüngst das Leben geschrieben. Eine tapfere Hausfrau zieht sich, nachdem die Kinder endlich im Bett sind, in Schlappen auf die Terrasse zurück, um in Ruhe eine zu rauchen. Während sie draußen steht, fährt ihr Gatte, der sich auf Dienstreise befindet, mit dem Tabletcomputer die einbruchsicheren Jalousien herunter. Noch Fragen?