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Fusion der SWR-Sinfonieorchester ist beschlossene Sache

28.09.2012 | 14:22 Uhr
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Die umstrittene Zusammenlegung der beiden baden-württembergischen Sinfonieorchester des Südwestrundfunks (SWR) ist beschlossene Sache. Der Rundfunkrat stimmte am Freitag in seiner Sitzung in Mainz für die Fusion des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. Die Mehrheit der Mitglieder sah keine tragbare Alternative zu der Zusammenlegung.

Mainz (dapd). Die umstrittene Zusammenlegung der beiden baden-württembergischen Sinfonieorchester des Südwestrundfunks (SWR) ist beschlossene Sache. Der Rundfunkrat stimmte am Freitag in seiner Sitzung in Mainz für die Fusion des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. Die Mehrheit der Mitglieder sah keine tragbare Alternative zu der Zusammenlegung. Eine solche aber hätte bis Ende September vorliegen müssen, um die Fusion abzuwenden.

"Die jetzige Entscheidung ist schmerzhaft, aber unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen unausweichlich", sagte SWR-Intendant Peter Boudgoust. Die beiden namhaften Orchester werden aus Kostengründen zusammengelegt. Bis 2020 muss der SWR 166 Millionen Euro einsparen. Das Budget der beiden Sinfonieorchester liegt dem SWR zufolge derzeit bei 20 Millionen Euro jährlich. Durch die Fusion, die für 2016 geplant ist, sollen es fünf Millionen Euro weniger werden. Mit dem Beschluss vom Freitag hat der Rat den SWR beauftragt, konkrete Schritte zur Fusion vorzunehmen.

Musiker haben kein Verständnis für Entscheidung

In den vergangenen Monaten hatte der SWR nach tragbaren Alternativen zur Zusammenlegung gesucht. Die Verantwortlichen sprachen nach eigenen Angaben unter anderem mit den Städten Baden-Baden, Freiburg und Stuttgart sowie mit der Deutschen Orchestervereinigung (DOV). Auch der Verein der Freunde und Förderer des Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg suchte nach einer Lösung. Trotz alledem lautete das abschließende Ergebnis des Rundfunkrates, "dass kein belastbares Alternativkonzept gefunden werden konnte".

"Man muss kein Totengräber der Kultur sein, nur weil man auch das Positive einer Fusion sieht", sagte Boudgoust. Beide Orchester zu erhalten, ihnen einfach das Budget zu kürzen und dadurch Mittelmaß zu produzieren, sei auch keine Lösung. Zudem sei es der Rundfunkrat auch den betroffenen Musikern schuldig, nun endlich für Klarheit zu sorgen. Ein gutes Dutzend Musiker des SWR-Sinfonieorchesters war am Freitag nach Mainz angereist. "Die Entscheidung des Rundfunkrates ist kulturpolitisch unfassbar", sagte einer von ihnen. Nach dem Beschluss brachen viele seiner Kollegen in Tränen aus.

dapd

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