Frei.Wild-Fans attackieren Jennifer Rostock auf Facebook

Jennifer Rostock haben sich auf Facebook mit den Fans von Frei.Wild und den Böhsen Onkelz angelegt.
Jennifer Rostock haben sich auf Facebook mit den Fans von Frei.Wild und den Böhsen Onkelz angelegt.
Foto: Michael Kunz
Was wir bereits wissen
Jennifer Rostock haben Ärger mit den Fans von Frei.Wild und den Böhsen Onkelz. Auf Facebook verkündete die Band, sie wolle auf ihren Konzerten keine T-Shirts von Frei.Wild oder den Onkelz mehr sehen. Deren Fans fühlen sich pauschal verurteilt und lösten einen Shitstorm aus.

Essen.. Die Deutschrock-Band Jennifer Rostock hat durch einen Facebook-Post den Unmut der Fangemeinde der Rechtsrock-Band Frei.Wild auf sich gezogen. Nach einem Konzert in Hamburg schrieben Jennifer Rostock: "Wir wollen nie wieder Leute mit Böhse Onkelz Shirts auf unseren Konzerten sehen. Und Freiwild könnt ihr auch stecken lassen!"

Dass sie damit eine Diskussion auslösen, war ihnen offenbar bewusst, denn sie beendeten ihren Eintrag mit den Worten "Grauzone ist ganz nah an Braunzone. NAZIS RAUS, den Rest kennt ihr ja." Dass ihr kurzer Eintrag eine solche Wirkung entfalten würde, dürfte die Band allerdings überrascht haben: Über 7000 Kommentare haben Nutzer unter den Eintrag geschrieben. Die meisten stammen von Fans von Frei.Wild oder den Böhsen Onkelz.

Frei.Wild-Fans behaupten, die Band sei unpolitisch

Konzert In vielen Kommentaren beschimpfen sie Jennifer Rostock übel. Die Frei.Wild-Fans verteidigen ihre Band gegen die Unterstellung, sie sei rechtsradikal eingestellt. Frei.Wild sei eine unpolitische Band, das hätte der Sänger auch an vielen Stellen deutlich gemacht, unter anderem bei einem Konzert in Dortmund.

Jennifer Rostock zeigte sich von der Kommentarflut relativ unbeeindruckt: "WAHNSINN! Unser erster eigener Shitstorm!", schrieben sie in einem neuen Facebook-Eintrag. Darin erläuterten sie, dass sie "nicht alle Böhse-Onkelz- oder Freiwild-Fans als Nazis bezeichnen" wollten "und auch niemandem vorschreiben, wie er/sie sich zu kleiden" habe.

Auf ihren Konzerten wollten sie die Namen dieser "fragwürdigen Bands" aber nicht lesen. Selbst wenn Frei.Wild sich als "unpolitisch" bezeichne, finde ihre Musik gerade in der rechtsextremen Ecke viel Anklang, da die Texte große Identifikationsfläche für nationalistisches Gedankengut böten.

Dieser Jennifer-Rostock-Eintrag endet mit einem frommen Wunsch "Und jetzt wieder: MUSIK!" Ob er sich erfüllt, ist angesichts von über 3500 neuen Kommentaren allerdings äußerst fraglich.