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Serie: "Köpfe der Ruhr"

Franz Haniel – einer der ersten Industriekapitäne des Reviers

23.12.2009 | 09:29 Uhr
Franz Haniel – einer der ersten Industriekapitäne des Reviers

Essen. Ehrgeiz, Talent und der unbedingte Wille zur Expansion zeichneten Franz Haniel aus. Er war ein wagemutiger Pionier auf verschiedensten Gebieten des Bergbaus. Haniel ist einer der "Köpfe der Ruhr" - die in einem neuen Buch des Klartext-Verlags vorgestellt werden.

„Sucht man einen Leitfaden durch die oft verwirrenden geschichtlichen Entwicklungen während der ersten 60 bis 70 Jahre Ruhrgebietsentstehung, dann bietet sich dem Historiker Franz Haniels Lebenslauf geradezu an. In seiner Person und in seinen Unternehmungen erscheinen eine Reihe von typischen Zügen der rheinisch-westfälischen Industrie der frühen Zeit verdichtet und anschaulich erkennbar. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ist Franz Haniel an führender Stelle an fast allen wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen und Neuerungen im rheinisch-westfälischen Industriegebiet beteiligt“ (Herzog/Mattheier 1979: 9).

Geschäftstüchtig

Die aus Flandern stammende Familie Haniel ist in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den Westen Deutschlands gekommen. Franz Haniel (1779-1868) ist zweieinhalb Jahre alt, als sein Vater, der Duisburger Kaufmann und Weinhändler Jacob Wilhelm Haniel (1734-1782), stirbt. Der Mutter Aletta, Tochter des Jan Willem Noot, gelingt es, den Handel mit Wein und Holz sowie das Speditionsgeschäft weiter zu betreiben und auch auszubauen. Hauptsitz ist das so genannte Packhaus des Jan Willem Noot in Ruhrort, heute ein Stadtteil von Duisburg, andere sprechen von der Haniel-Zentrale. Obwohl Franz Haniel das jüngste seiner elf Geschwister ist, erkennt die Mutter bald, dass es sich bei ihm um den geschäftstüchtigsten Haniel handelt.

Franz Haniel Kaufmann und Pionier der Ruhrindustrie im 19. Jahrhundert (1779 – 1868).

Schon im zweiten Lebensjahrzehnt leitet Franz Haniel mit seinem Bruder Wilhelm Gerhard und seiner Mutter das Geschäft. Da ihm aus der Erbmasse sowohl seines Vaters als auch der Familie Noot Geldmittel zur Verfügung stehen, eröffnet er 1800 im Alter von 21 Jahren eine Steinkohlenhandlung in Ruhrort. Schon 1805 erwerben Franz und Gerhard Haniel sowie der Schwager Gottlob Jacobi Anteile an den Hütten St. Antony, Gute Hoffnung und Neu-Essen. Diese drei Werke werden 1808 unter der Bezeichnung „Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen“ – der unmittelbaren Rechtsvorgängerin der späteren Gutehoffnungshütte Aktienverein (GHH-Konzern seit den 1870er Jahren) – zusammengefasst. So entsteht das älteste Montanwerk des Ruhrgebiets. Über 25 Jahre lang wohnt Franz Haniel alle vier Monate jeweils einen Monat in Sterkrade, um in der GHH als aktiver Leiter tätig zu sein (Herzog 1979: 134 ff.; Spethmann 1956b: 348; Spethmann 1956a: 51 ff.).

Selbständig

Gleichzeitig erweitert Franz Haniel ständig sein eigenes Ruhrorter Kohlengeschäft. Er verfrachtet die Kohlen nach Holland und, als die Zölle dies erschwerten, zunehmend nach Oberdeutschland. Als er später ins Zechengeschäft einsteigt, führt er nicht nur die eigene Kohle seinen Hütten zu, er vertreibt auch, auf eigenen Fahrzeugen, die selbst geförderte Kohle. Seine Mutter Aletta erkennt, dass Franz „alle Mitglieder der Familie an Klugheit, Geschick und Tatkraft überragte“ (Spethmann 1956b: 349) und sieht in ihm ihren Nachfolger. Franz macht sich finanziell selbständig und liquide, um das „Packhaus“ nach dem Tode der Mutter 1815 als Alleinbesitzer aus dem Nachlass erwerben zu können.

Ab 1815 beginnt er, sich im Bergbau praktisch zu betätigen. Im Ruhrtal bis nach Blankenstein kauft er Anteile an mehreren Gruben. Insbesondere nach der Sezession Hollands gehört Franz Haniel zu denjenigen, die Zechen aufkaufen, um den holländischen Markt zu beliefern. Franz Haniel gehört auch zu denjenigen „Gewerken“, die aktiv gegen das Direktionsprinzip kämpfen, d. h. gegen Frhr. vom Stein und Heinrich Heintzmann. Haniel ist vielleicht neben Lueg jener Industriepionier, dem die erste Deregulierung in Preußen durch Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein – von der Einführung der kommunalen Selbstverwaltung über die Gewerbefreiheit, die die Vorschriften der Zünfte und Privilegien der Landesherren verdrängte, bis zur Abschaffung der Leibeigenschaft – am deutlichsten zugute kommt. Wie Preußen, das sich von diesen rechtlichen Fesseln 1807/08 löst, wird er zum Vorreiter der Industrialisierung auf dem Kontinent.

Bergbau-Pionier

Info
Die Autoren und ihr Buch

Der Band "Köpfe der Ruhr" stellt die Entwicklung und den Alltag des Ruhrgebiets anhand von 50 Biografien dar. Sie wurden in aufeinander folgenden Generationen nach Schichtzugehörigkeit und Beruf ausgewählt. 200 Jahre Industriegeschichte und Strukturwandel werden rekonstruiert, in denen die Akteure als Eigentümer und Manager, Erfinder und Funktionäre, Unternehmer und Arbeitnehmer in Institutionen und Gesellschaftsstrukturen auftreten.

Georg W. Oesterdiekhoff ist Sozialwissenschaftler. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind die Soziologische Theorie und der soziale Wandel. Oesterdiekhoff hat bereits 21 Bücher und 180 Artikel veröffentlicht.

Hermann Strasser war 1977 bis 2007 Inhaber des Lehrstuhls für Soziologie an der Universität Duisburg-Essen. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind die Soziologische Theorie, die soziale Ungleichheit und der soziale Wandel (Klassenstruktur, Arbeitslosigkeit, Drogenkonsum, Kultur, soziales Kapital). Strasser ist Inhaber eines Instituts für professionelle Texte in Ratingen und regelmäßiger Kolumnist in führenden Tageszeitungen.Er veröffentlichte mehr als 200 Aufsätze und 30 Bücher.

Auf den verschiedensten Gebieten des Bergbaus ist er Pionier, im Zechentiefbau ebenso wie in der Beseitigung des Direktionsprinzips und im linksrheinischen Bergbau. So setzt er gegen den langwierigen Widerstand der Bergbehörde durch, dass auf der Zeche Schölerpad 1832/33 Tiefbau betrieben wird. Und 1833 wird dort in einer Tiefe von 32 und 90 Metern das Steinkohlengebirge erreicht – damals der tiefste Schacht im Revier. Dieses Ergebnis veranlasst das Essener Bergamt, seine Einstellung zum Tiefbau zu ändern.

Haniel erkennt, dass die Nachfrage nach Kohle nur befriedigt werden kann, wenn man an die Kohle unter der mächtigen Mergeldecke gelangt, die sich nordwärts des Ruhrreviers befindet, das ungefähr an der Städtereihe Mülheim-Essen-Bochum-Dortmund-Unna aufhört und über dem Karbon liegt.

Unter der Mergeldecke

1831 teuft Haniel den Schacht Franz in der Nähe von Borbeck ab. Nach jahrelangen Bohrungen gelingt es, einen Kohlenflöz zu erreichen. Das eindringende Wasser wird mit 25 PS-Dampfmaschinen der Gutehoffnungshütte abgepumpt. Aber der Schacht ist zu tief, als dass der Abbau rentabel vollzogen werden kann. Immerhin hat Franz Haniel zuerst gezeigt, dass die Mergeldecke durchstoßen werden kann, und aufgezeigt, dass sich der Kohlentiefbau aus dem Ruhrtal nordwärts verlagern wird.

Auf der Zeche Kronprinz gelingt es dann Haniel als erstem, die unter der Mergeldecke liegende Kohle auch tatsächlich zu fördern. Aber ihre Qualität ist nicht gut. Erst auf der Zeche Oberhausen sind die jahrelangen Bemühungen 1857 erfolgreich, in über 200 Meter Tiefe Flöze anzubohren, die auch abgebaut werden können. Die Zeche Oberhausen wird der Gutehoffnungshütte angeschlossen, d. h. sie wird die erste Hüttenzeche des Reviers, die Kohle für die Eisenproduktion selbst abbaut. Über Jahrzehnte ist Oberhausen auch die einzige Hüttenzeche des Reviers (Spethmann 1956a: 167 ff.).

Mut zum Tiefbergbau

Haniel ist zudem der erste, der mit der Zeche Rheinpreußen in Homberg auch den linken Niederrhein für den Tiefbergbau erschließt. Schon seit Jahren nahm man an, dass das Karbon des Reviers sich unter dem Rhein nach Westen fortsetze und mit dem Aachener Revier zusammenhänge. Aber niemand wagt den Abbau, weil eine zu große Tiefe und gefährliche wasserhaltige Schwimmsande vermutet werden. 1851 beginnt Haniel mit der Errichtung von Rheinpreußen. Erst 20 Jahre später werden die gewaltigen technischen Schwierigkeiten überwunden, die einem Abbau im Wege stehen. Dementsprechend fällt auch das Resümee Spethmanns aus, was die Leistungen Haniels für den Bergbau betrifft: „Unter den zahlreichen Bergbautreibenden der Ruhr gibt es bis zum heutigen Tag niemanden, der eine gleich große Zahl derartiger Taten vollbracht hätte. Der Ruhrbergbau ist ihm für diese Pionierzechen, wie wir sie nennen möchten, zu allergrößtem Dank verbunden“ (Spethmann 1956b: 358; vgl. auch Herzog 1979: 142 ff.).

Im alten Packhaus in Duisburg ist heute das Haniel Museum untergebracht.

Als Haniel im Bergbau anfängt, hat er an keiner Grube Anteile. Planmäßig hat er im Revier Gruben eingekauft und nutzt die neuen geologischen Forschungen und technischen Kenntnisse für den Ausbau seines Bergwerksbesitzes. Ferner sagt man ihm nach, dass er die Bergbaubestimmungen oft besser kenne als die Behörde. Bei seinem Tode ist Haniel der größte Bergwerksbesitzer des Reviers; seine Rentabilitätsberechnungen sind von vornherein auf Jahrzehnte angelegt gewesen. Und viele seiner Zechen bringen tatsächlich erst nach Jahrzehnten Gewinne, so dass sich oft erst seine Nachkommen der Früchte seiner Investitionen erfreuen können (Spethmann 1956b: 358).

Kohle-Veredelung

Haniel fördert und vertreibt nicht nur Kohle, sondern veredelt sie auch. Im Revier gelingt es erst den Sterkrader Hütten 1812, Steinkohle abzuschwefeln und Koks zu produzieren. 1821 lässt Haniel auf Schölerpad den ersten geschlossenen Koksofen errichten, der den alten Kohlenmeiler verdrängt. Schon 1843 besitzt Haniel 36 einfache und 33 doppelte Koksöfen. Damit ist er auch der größte Koksproduzent des Reviers. Zum Teil wird der Koks sowohl für eigene als auch für fremde Eisenhütten verwendet, zum Teil auch für den Antrieb der Eisenbahnen und ferner für den Export nach Holland (Spethmann 1956a: 124 ff.).

In der Entwicklung der kontinentalen Dampfschifffahrt ist Holland führend gewesen. Im Jahre 1829 wird im Ruhrorter Hafen eine der Gutehoffnungshütte gehörende Werft gegründet, auf der mit verschiedenen technischen Neuerungen ausgestattete Dampfschiffe hergestellt werden (Herzog 1979: 139 ff.; Spethmann 1956a: 138 ff.). Haniel selbst gründet 1844 die Ruhrorter Dampfschleppschifffahrts-Gesellschaft. Mit einer Rheinflotte von 80 Schiffen steht Haniel schließlich auch an der Spitze der Rheinschifffahrt (Spethmann 1956b: 357).

Rekorde

Franz Haniel baute 1838 a. d. Ruhrorter Schiffswerft den ersten eisernern Rheindampfer.

Trotz dieser Diversifikation sollten nicht die Anfangsgründungen Haniels vergessen werden. Aus seinem Kohlengeschäft entsteht eine der größten Kohlenhandlungen und schließlich eine der größten Handelsfirmen des Reviers. Auf der Gutehoffnungshütte wird 1817 der erste Hochofen angeblasen, 1820 eine Dampfmaschine eingerichtet, ab 1838 werden Dampfmaschinen gebaut und 1839 geht die erste Lokomotive der Gutehoffnungshütte in Produktion. Ab 1842 werden Eisenbahnschienen fabriziert. 1843 beschäftigt das Unternehmen 1000 Arbeitskräfte und 1858 schon 3558. Das Puddel- und Walzwerk in Sterkrade produziert 1865 bei einer Belegschaft von 1220 Arbeitern die größte Menge an Stabeisen und Schienen im ganzen Land. Kein anderes deutsches Unternehmen kann ähnliche Zahlen aufweisen, wie Spethmann (1956a: 86 ff.) nachweist. 1868 stirbt Franz Haniel im Alter von 88 Jahren in Ruhrort.

Ökonomischer Gigant

Ohne Zweifel gehört Haniel zu dem kleinen Kreis von Unternehmern, die in der Phase bis 1870 das Ruhrgebiet am stärksten geprägt haben. In fast allen Sparten der Frühindustrialisierung betätigt sich Haniel: Bergbau, Hüttenbetriebe, Schifffahrt, Eisenbahnen, Handel und gewinnt erste Plätze. Haniel ist ein echter Industriekapitän, ein ökonomischer Gigant. Ohne Zweifel hat er gute Voraussetzungen, großen Ehrgeiz und viel Talent, die ihn dazu befähigen, industriell zu expandieren.

Obwohl Haniel im Gegensatz zu Harkort ein tatkräftiger Kaufmann ist, haben sie doch mancherlei Gemeinsamkeiten. Sie betreiben ähnliche und jeder von ihnen zahlreiche Projekte; Haniel wird neben Harkort zum Ehrenmitglied des 1858 gegründeten Vereins für bergbauliche Interessen gewählt (Herzog 1979: 150). Gleichwohl fällt bei den Haniels wie auch bei den Harkorts und Heintzmanns ihre protestantische Religiosität auf. Angeblich soll die hugenottische Herkunft die Haniels in ihrer Unternehmertätigkeit stark beeinflusst haben. Die Haniels und Noots sind jahrhundertelang unternehmerisch tätig gewesen (Herzog 1979: 150). Die These von Max Weber über die protestantische Ethik und den Geist des Kapitalismus erfährt in der Person Franz Haniels eine anschauliche Bestätigung.

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Kommentare
23.12.2009
07:55
Franz Haniel – einer der ersten Industriekapitäne des Reviers
von KKH Sound | #1

Ein Zweig der Familie Haniel ist Bestandteil meiner Familie, deshalb folgender Kommentar (teilweise sind meine Quellen nicht angegeben, inzwischen aber alle über das Internet recherchierbar):

Es ist keineswegs gesichert, dass die Familie Haniel aus Flandern eingewandert ist, vielmehr ist zu vermuten, dass der Vater des Eustach Joiachim Haniel, Jacob Haniel (geb. ca. 1610), aus der Gegend um Konstanz stammte und sein spätgeborener Sohn Eustach rheinabwärts in Preussen sein Glück suchte.

Nachfahrenliste Eustach Haniel

1. Haniel, Eustach Joachim, * 1647
oo Lüneburg, Niedersachsen 07.10.1678 Margarethe Stallknecht, + Rees,
Nordrhein-Westfalen 1738

1 Kind von Nr. 1

2. Haniel, Friedrich Joachim, * Emmerich, Nordrhein-Westfalen 19.10.1702
oo Wuppertal-Elberfeld, Nordrhein-Westfalen abt. 1731 Maria Catharina vom
Heydt, * Wuppertal-Elberfeld, Nordrhein-Westfalen 16.12.1707, +
Wuppertal-Elberfeld, Nordrhein-Westfalen 11.08.1749

3 Kinder von Nr. 2

3. Haniel, Jacob Wilhelm, * Wuppertal-Elberfeld, Nordrhein-Westfalen 20.03.
1734, + Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen 28.05.1782
Jacob Wilhelm Haniel war Ruhrorter Kaufmann und Vater des Unternehmers Franz Haniel.

Jacob W. Haniel war Sohn des Kaufmanns Friedrich Joachim Haniel und
seiner Frau Catharina, geborene vom Heydt, in Elberfeld. Er wurde
lutherisch getauft, aber im reformierten Glauben erzogen. Über seine
Ausbildung ist nichts bekannt. Wie seine vier Geschwister zog er in das
preußische Duisburg, wo er 1757 eine Weinhandlung eröffnete. Sein
Kompagnon war zunächst für etwa zwei Jahre sein Schwager Bernhard
Bongart, ab Anfang 1759 sein jüngerer Bruder Peter Friedrich. Die
Weinhandlung Gebrüder Haniel schien auch während des Siebenjährigen
Krieges gut zu laufen: Bei einer nach dem jeweiligen Vermögen
gestaffelten Zwangsanleihe, mit der die Duisburger Bürger im Jahr 1763
Zahlungen an die Franzosen finanzieren mussten, standen die Brüder an
dritter Stelle. Nach dem Siebenjährigen Krieg wurde Wein von Rhein und
Mosel mit hohen Importzöllen belegt, und die Bürger mussten auf solche
Luxusgüter hohe Steuern bezahlen. Deshalb dehnten die Haniels ihr
Geschäft auf allgemeinen Speditions- und Kommissionshandel aus. Dennoch
gingen die Umsätze insgesamt zurück.

Vermutlich war es Jacob W. Haniel, der 1771 mit einem Kompagnon namens
Chombart einen Kohlenhandel in Duisburg unterhielt. Möglicherweise war es
auch der Bruder Peter Friedrich Haniel. Bei diesem Geschäft handelte es
sich um den ersten bekannten Kohlenhandel unter dem Namen Haniel. 1761
heiratete Jacob W. Haniel Aletta Noot. Auf Wunsch der Familie Noot
übernahm er 1772 das Ruhrorter Packhaus, das seit dem Tod seines
Schwiegervaters Jan Willem Noot keine Geschäfte mehr abwickelte. Ab
diesem Zeitpunkt wurde es vermutlich erstmals als Handelshaus geführt,
wobei Weinhandel und Spedition allgemeiner Art das Hauptgeschäft der
Firma Jacob W. Haniel blieben. Zweimal wandte sich Jacob W. Haniel an den
preußischen König, um in den Genuss von Privilegien für Zuwanderer, zum
Beispiel Steuererleichterungen, zu gelangen. Er spielte offensichtlich
mit dem Gedanken, sich auch als Fabrikant zu betätigen, da beim
Ansiedelungsgesuch nach Duisburg von einer Tuchfabrik die Rede ist. Als
er nach Ruhrort kam, kündigte er an, eventuell eine „gewisse Fabrik“
errichten zu wollen. Diese Pläne wurden aber nicht umgesetzt. Als er am
28. Mai 1782 im Ruhrorter Packhaus mit 48 Jahren starb, hinterließ er
seine Frau Aletta, drei Söhne und eine Tochter.

oo Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen 17.11.1761 Johanna Sophia Aletta
Noot, * Orsoy, Nordrhein-Westfalen 12.03.1742, + Duisburg-Ruhrort,
Nordrhein-Westfalen 11.05.1815
Aletta Haniel war eine deutsche Unternehmerin und Mutter von Franz Haniel.

Aletta Noot war das zweite von neun Kindern des Zollbesehers Jan Willem
Noot und seiner Frau Catharina, geborene Erckenswick.

Zwei Jahre nach ihrer Geburt zog die Familie nach Ruhrort. Hier wuchs
Aletta auf. Sie verbrachte zwei Jahre in einem holländischen Pensionat,
wo sie die französische Sprache lernte. Am 17. November 1761 heiratete
Aletta Noot den Duisburger Kaufmann Jacob Wilhelm Haniel. In ihrer 21-
jährigen Ehe gebar sie elf Kinder, von denen nur vier das
Erwachsenenalter erreichten. Elf Jahre lang lebte die Familie Haniel in
Duisburg. 1772 zog sie mit dem achtjährigen Sohn Wilhelm nach Ruhrort, wo
Jacob Haniel das Packhaus des Schwiegervaters übernahm.

Aletta Haniel starb am 11. Mai 1815 im Ruhrorter Packhaus an
„Entkräftung“. Sie wurde 73 Jahre alt.

Nach dem Tod ihres Mannes 1782 führte Aletta Haniel den Weinhandel und
den allgemeinen Speditions- und Kommissionshandel unter dem Firmennamen
J. W. Haniel seel. Wittib weiter.

Dabei wurde sie zunächst von ihrem jüngeren Bruder Samuel (1756–1828)
unterstützt. Ab 1790 arbeiteten Sohn Wilhelm und ab 1796 die Söhne
Gerhard und Franz im Geschäft der Mutter.

1790 übernahm die Firma J.W. Haniel seel. Wittib, die durch Wilhelm
Haniel vertreten wurde, den Kohlenabsatz für die Firma J. G. Müser &
Comp. Auch Alettas Bruder Diederich Walter beziehungsweise dessen Sohn
Peter Heinrich waren daran beteiligt.

1792 übernahm Aletta die Spedition von Eisenwaren der Hütte St. Antony
bei Osterfeld in Kommission für ein Rotterdamer Handelshaus. Bis 1795
kamen Geschäfte mit den benachbarten Hütten Neu-Essen und Gute Hoffnung
hinzu.

Der Wandel ihrer Geschäftstätigkeit schlägt sich auch darin nieder, dass
sie bis Mitte der 1790er Jahre als „Weinhändlerin“ galt, während man ihr
Geschäft danach mit Hinweis auf die Eisenwaren meist als „Spedition“
bezeichnete.

1796 wurde Aletta Haniel Teilhaberin an der Kohlenhandelsgesellschaft J.
G. Müser & Comp. Sie war auch weiterhin für den Kohlenabsatz zuständig.
Mit dem Eisenwaren- und Kohlengeschäft erschloss Aletta Haniel neue
Handelswege in den Westen.

Eisenwaren und zunehmend auch Kohle setzte sie vor allem in den
Niederlanden ab. Als Vertreter ihrer Firma in der Gesellschaft mit Müser
trat seit 1796 Sohn Gerhard auf.

1800 erwarb Aletta Haniel von ihren Geschwistern das Ruhrorter Packhaus.
Im selben Jahr gelang es ihr durch ein Schreiben an den preußischen
König, gegen den Widerstand der alteingessenen Ruhrorter Kohlenhändler,
einen Platz zum Ablegen ihrer Eisenwaren direkt an der Ruhr zu erlangen.
1802, im Alter von 60 Jahren, machte Aletta Haniel ihre Söhne Gerhard und
Franz zu Teilhabern an ihrer Firma. Schließlich zog sie sich 1809, nach
27 Jahren als Geschäftsfrau, zurück. Die Firma J.W. Haniel seel. Wittib
erlosch und wurde unter ihren Söhnen Gerhard und Franz aufgeteilt.

Sie verhalf während des Siebenjährigen Krieges ihrem vor französischer
Geiselhaft geflohenen Vater zur freien Rückkehr. Die Sechzehnjährige
verhandelte mit dem Oberbefehlshaber der französischen Rheinarmee,
Marschall Marquis de Contades, der als Gegenleistung einen Kuss
verlangte. Aletta kam diesem Wunsch nach und erreichte so ihr Ziel.
4. Haniel, Peter Friedrich, * Wuppertal-Elberfeld, Nordrhein-Westfalen abt.
1736, + Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen
5. Haniel, Wilhelmine Katharina, * Wuppertal-Elberfeld, Nordrhein-Westfalen
23.12.1740, + 31.12.1822
oo Duisburg, Nordrhein-Westfalen 02.01.1760 Johann Jakob Chombart

4 Kinder von Nr. 3

6. Haniel, Gerhard Wilhelm, * Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen 01.07.
1764, + 15.07.1819
oo I. Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen 20.12.1795 Sophia Katharina
Diederika Noot, * Duisburg, Nordrhein-Westfalen 02.04.1772, + Duisburg,
Nordrhein-Westfalen 02.08.1798, II. Duisburg, Nordrhein-Westfalen 15.08.
1802 Anna Sophia Aletta Chombart, * Duisburg, Nordrhein-Westfalen 21.01.
1770, + 1805
7. Haniel, Johanna Sophie, * 1773, + 1843
oo 19.06.1800 Gottlob Julius Jacobi, * Winningen a. d. Mosel, Rheinland-
Pfalz 28.12.1770, + Oberhausen-Sterkrade, Nordrhein-Westfalen 25.01.1823
Gottlob Jacobi (* 28. Dezember 1770 in Winningen; † 25. Januar 1823 in
Sterkrade) war ein deutscher Unternehmer.

Gottlob Julius Jacobi wurde am 29. Dezember 1770 in Winningen an der
Mosel geboren. Auf der Sayner Hütte bei Koblenz, die sein Vater Johann
Heinrich Jacobi leitete, erwarb er technisches und hüttenfachliches
Wissen. Dies vertiefte er in der englischen Industrie während seiner
Lehr- und Wanderjahre. Vater Jacobi stand in Diensten des Trierer
Kurfürsten und Erzbischofs Clemens Wenzeslaus von Sachsen, dessen
Schwester Maria Kunigunde Fürstäbtissin in Essen war. Als um 1790 die
Fürstäbtissin Gottlob Jacobi zum Hüttendirektor der Eisenhütte Neu-Essen
bestellte, nutzte sie eine familiäre Beziehung.

Nach einem mehr als verworrenen Rechtsstreit besetzte Jacobi 1793 die
Nachbarhütte St. Antony bei Osterfeld und verteidigte sie mit Gewalt
gegen Eberhard Pfandhöfer von der Hütte Gute Hoffnung, der ebenfalls
Besitzansprüche erhob. Beim Streit kamen Gewehre und Böller zum Einsatz.
Hinter Jacobi stand die Fürstäbtissin, die neben der Hütte Neu-Essen auch
die Hütte St. Antony besitzen wollte. Ihr Ziel war es, im Konkurrenzkampf
der drei nahe beieinander liegenden Hütten die Oberhand zu gewinnen. Dies
gelang ihr schließlich, und sie setzte Jacobi auf beiden Hütten als
Direktor ein. Zuvor musste sie ihn allerdings aus der Festung Wesel
befreien, wo ihn die preußischen Behörden eingesperrt hatten –
wahrscheinlich wegen seines unkorrekten Verhaltens gegen den für die
preußische Sache, die Hütte Gute Hoffnung, kämpfenden Pfandhöfer.

1796 setzte die Fürstäbtissin auf der Hütte St. Antony wieder Jacobis
Widersacher Pfandhöfer als Pächter ein. Der floh ein Jahr später nach
Holland, weil er völlig überschuldet war und zuvor schon die Hütte Gute
Hoffnung stilllegen musste.

Jetzt kam Jacobi wieder zum Zuge. Er übernahm 1797 erneut die Leitung von
St. Antony und verlegte auch seinen Wohnsitz nach Osterfeld. Auf Grund
seiner Erfolge beteiligte die Fürstäbtissin Gottlob Jacobi im November
1799 mit einem Viertel an ihren beiden Hütten Neu-Essen und St. Antony.
Als er am 19. Juni 1800 Sophia Haniel heiratete, war er keine schlechte
Partie. Als Kompagnon der Fürstäbtissin hatte er ein Gehalt von 600
Talern pro Jahr und war ausgestattet mit Wohnung und Garten. In den
Folgejahren lieferte sich Jacobi mit der neuen Besitzerin der
benachbarten Hütte Gute Hoffnung, Helene Amalie Krupp, so manchen Streit
ums Wasser des Elpenbachs und um Personal. Das gipfelte darin, dass man
Jacobi vorwarf, er habe im Dezember 1804 für vier Tage den Schreiner und
den Platzknecht der Nachbarhütte gefangen gehalten.

Im Jahre 1805 verkaufte die Fürstäbtissin ihre Anteile an beiden Hütten
Neu-Essen und St. Antony an die Brüder Franz und Gerhard Haniel, Jacobis
Schwäger. Drei Jahre später gründeten die drei zusammen mit Schwager
Heinrich Arnold Huyssen auf der Basis aller drei Hütten die
Hüttengewerkschaft Jacobi, Haniel & Huyssen – mit Gottlob Jacobi als
Direktor aller drei Hütten.

Aus seiner Ehe mit Sophia Haniel gingen sieben Kinder hervor, von denen
vier Söhne und eine Tochter das Erwachsenenalter erreichten. Die 1808
geborene Tochter ist für uns besonders erwähnenswert, weil sie 1830 den
englischen Schiffbau-Ingenieur Nicholas Oliver Harvey heiratete. Sie hieß
Maria Kunigunde Clementine, ein Name, der auf ihre Paten verweist: Es war
einerseits die ehemalige Fürstäbtissin Maria Kunigunde von Essen, zum
anderen deren Bruder, der Erzbischof Clemens Wenzeslaus von Trier.

Gottlob Jacobi starb im 53. Lebensjahr am 25. Januar 1823 im Wohnhaus der
St.-Antony-Hütte, das heute Teil des Rheinischen Industriemuseums
Oberhausen ist. Sein Nachfolger als Hüttendirektor wurde Wilhelm Lueg,
der zunächst bei Jacobi als Hauslehrer angestellt war.
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# geb.28. 12. 1770 in Winningen/Mosel
# gest. 25. 01. 1823 in Oberhausen-Sterkrade
# Beigesetzt auf dem ev. Friedhof in Sterkrade auf der Steinbrinkstrasse.
# Hütteningenieur - Verheiratet mit Johanna Sophie Haniel ( geb. 1773 -
gest. 1843 ), einer Schwester von Gerhard und Franz Haniel.
# 1. Generaldirektor der vereinten Hüttenwerke bis zu seinem Tod
# Gründungswerke der Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel und
Huyssen JH&H, aus der 1873 die Gutehoffnungshütte ( GHH ) hervorging.
# Die JH&H verfügte auch über eine Dampfschiffswerft in Duisburg-Ruhrort.
Von der lief 1830 der 1. deutsche Rheindampfer vom Stapel.
# Geschäftsführender Direktor des Unternehmens.
# 1814 baute JH&H die erste vollständige Dampfmaschine.
8. Haniel, Gerhard, * Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen 21.11.1774, +
Duisburg, Nordrhein-Westfalen 23.08.1834
Gerhard Haniel (* 21. November 1774 in Ruhrort, heute Duisburg; † 23.
August 1834) war ein deutscher Unternehmer.

Er war drittältestes überlebendes Kind von Jacob W. und Aletta geb. Noot
und hat wahrscheinlich eine ähnliche Schulausbildung wie sein jüngerer
Bruder Franz erhalten. Anschließend musste er im Geschäft der seit 1782
verwitweten Mutter Aletta aushelfen. 1793 begann er im Alter von 19
Jahren eine Weiterbildung bei Anton Franz Cassinone in Köln – einem
Geschäftspartner der Haniels mit Niederlassungen in Frankreich. Als die
französischen Revolutionstruppen im Herbst 1794 den linken Niederrhein
eroberten, kehrte er nach Ruhrort zurück.

Ab 1796 war er wie sein Bruder Franz in der Firma J. W. Haniel seel.
Wittib seiner Mutter beschäftigt. Er kümmerte sich vor allem um den
Kohlenabsatz für die Firma J. G. Müser & Comp., an der das Haus Haniel
seit 1796 beteiligt war. Hier vertrat er seine Mutter. Es kam jedoch zu
Konflikten mit Carl Friedrich Gethmann, einem Kompagnon der Firma Müser,
der ihm mangelhafte Buchführung Gerhard Haniel vorwarf. 1802 wurde die
Firma J. G. Müser & Comp. schließlich aufgelöst. Im selben Jahr gründete
Gerhard Haniel seine eigene Kohlenhandlung und -Reederei.
Geschäftspartner waren zwei ehemalige Beteiligte der Müser-Kompanie: ein
Mitglied der Familie Müser und wahrscheinlich Gerhard Haniels Vetter
Peter Heinrich Noot.

Das Geschäft wurde zunächst auf gemeinsame Rechnung mit der
Kohlenhandlung seines Bruders Franz betrieben, d.h. die Konten waren noch
nicht getrennt, der Bankrott des einen hätte auch den anderen in den Ruin
treiben können. Die Firma existierte mindestens bis 1809 und schien sehr
erfolgreich gewesen zu sein. So betrieb er seine Reederei im Jahr 1806
mit acht Ruhrschiffen, so genannten Nachen, während Bruder Franz nur über
sechs Nachen verfügte.

Ab 1802 war er an der Firma seiner Mutter beteiligt. 1809 wurde das
Geschäft aufgelöst und zwischen ihm und seinem Bruder Franz aufgeteilt.
1805 erwarb er gemeinsam mit Franz die Anteile der Fürstäbtissin Maria
Kunigunde an den Eisenhütten St. Antony und Neu-Essen. Dritter Eigentümer
war der Schwager Gottlob Jacobi. Mit dem Kauf der Hütte Gute Hoffnung
1808 und der Beteiligung des Schwagers Heinrich Huyssen entstand die
Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen (JHH), die
spätere Gutehoffnungshütte (GHH). Abwechselnd übernahmen die Teilhaber
nach dem Tod Jacobis 1823 die Leitung der Hüttengewerkschaft. Dass er
seine Reederei nicht nur für den Kohlentransport einsetzte, zeigte die
1817 erfolgte Übernahme des Salztransportmonopols auf der Ruhr für
mindestens ein Jahr. Ab 1826 war er Mitglied im Ruhrorter Gemeinderat.

Seit Dezember 1807 war er mit Henriette Magdalena Huyssen verheiratet,
der älteren Schwester von Franz Haniels Ehefrau Friederike. Das Paar
hatte drei Kinder. Er hinterließ seine Frau Henriette, die Söhne Carl
Haniel (1811–1861) und Alphons (1814–1891) sowie Tochter Bertha
(1813–1899).

Vermutlich zu Beginn des 19. Jahrhunderts und verstärkt Anfang der 30er
Jahre erwarb Gerhard Haniel Beteiligungen an mehr als einem Dutzend
Zechen im Ruhrgebiet.
oo ??.12.1807 Henriette Magdalena Huyssen, * Essen, Nordrhein-Westfalen
1783, + Duisburg, Nordrhein-Westfalen (?) 1858
9. Haniel, Johannes Franciscus (Franz), * Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-
Westfalen 20.11.1779, + Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen 24.04.1868
Franz Haniel war ein deutscher Unternehmer und Namensgeber der Franz
Haniel & Cie. GmbH.

Franz Haniel ist das jüngste Kind von Aletta und Jacob Wilhelm Haniel. Er
wurde am 20. November 1779 im Packhaus in Ruhrort geboren. Noch vor
seinem dritten Geburtstag starb sein Vater.

Die maßgeblichen Impulse seiner Kindheit kamen also von seiner Mutter
Aletta. Sie legte Wert auf umfassende Bildung und so wurde Franz – wie er
später selbst notierte – „in dem Knabenalter von 5–10 Jahren […] in
Ruhrort im Lesen, Schreiben, Orthografie, Geografie, französisch, Tanz,
Flöte, Geige unterrichtet“. Das Rechnen erwähnte er nicht –
möglicherweise lernte er das eher im Kontor seiner Mutter als in der
Schule.

Während der Französischen Revolution, die dem Haus Haniel massenhaft
Aufträge durch Flüchtlinge bescherte, musste der 15-Jährige auf die
Schule verzichten und im Kontor aushelfen. Ab 1796 war Franz Haniel dort
ebenso wie sein Bruder Gerhard angestellt.

Sein schon in Ruhrort gewecktes Interesse an der Spedition vertiefte
Franz Haniel während einer Weiterbildung im Mainzer Handelshaus J. Hr.
Weingärtner Sohn. Diese begann er als 18-Jähriger im Januar 1798.

Im März 1799 beendete er die Ausbildung auf Wunsch seiner Mutter
vorzeitig und kehrte nach Ruhrort zurück.

Seit 1806 war Franz Haniel mit Friederike Christine Huyssen (1785–1867)
verheiratet, einer Tochter des Essener Ratsherren Karl Isaac Arnold
Huyssen (1751–1834).

Im Jahr 1808 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder Gerhard, sowie
seinen Schwägern Gottlob Jacobi und Heinrich Arnold Huyssen die
Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen in Sterkrade,
aus der später die Gutehoffnungshütte hervorging, obwohl es im Vorfeld
der Gründung zu schweren Spannungen gekommen war. Diese beruhten auf dem
Vorgehen Huyssens bei den Verhandlungen mit Helene Amalie Krupp über den
Verkauf der Hütte Gute Hoffnung in Sterkrade. Eigentlich hatte Huyssen
die Verhandlungen im Auftrag der Brüder Haniel und ihres Schwagers
Gottlob Jacobi führen sollen. Sie wollten die Hütte Gute Hoffnung
zusammen mit den Hütten St. Antony und Neu-Essen, die ihnen schon
gehörten, in einer Gewerkschaft zusammenführen, um so die ungünstige
Konkurrenzsituation zu beenden. Huyssen erwarb die Hütte dann aber für
sich. Die Abtretung der Hütte Gute Hoffnung an die neu zu gründende
Gewerkschaft machte er von seiner Aufnahme als Teilhaber abhängig. Dieses
Vorgehen trug ihm Franz Haniel bis an sein Lebensende nach.

Außerdem betrieb Franz Haniel eine Spedition, eine Kohlenhandlung und
eine Reederei, der mehrere Ruhr- und Rheinschiffe gehörten sowie eine
Reihe weiterer Geschäfte. In der Zeit der Kontinentalsperre beteiligte er
sich am äußerst lukrativen Getreideschmuggel nach England. Dies gelang
ihm, wie fast alle seine Geschäfte, mit großem Erfolg.

Für seine Verdienste erhielt Franz Haniel zahlreiche Ehrungen. 1845
ernannte ihn das Königshaus zum Kommerzienrat, 1856 zum Geheimen
Kommerzienrat.

1842 wurde ihm der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen.

1864 erhielt er den Roten Adlerorden III. Klasse.

Das Paar feierte 1866 das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Franz
und Friederike Haniel hatten zehn Söhne und eine Tochter. Allerdings
überlebten nur fünf Söhne und die Tochter ihre Eltern.

Franz Haniel starb wenige Monate nach dem Tod seiner Frau am 24. April
1868 in seinem Geburtshaus in Ruhrort.
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oo 1806 Friederike Christine Huyssen, * Essen, Nordrhein-Westfalen 1785,
+ Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen 1867

1 Kind von Nr. 5

10. Chombart, Anna Sophia Aletta, * Duisburg, Nordrhein-Westfalen 21.01.
1770, + 1805
oo Duisburg, Nordrhein-Westfalen 15.08.1802 Gerhard Wilhelm Haniel, *
Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen 01.07.1764, + 15.07.1819

3 Kinder von Nr. 6

11. Haniel, Sophie, * 1798, + 1884
oo Wilhelm Lueg, * Dortmund-Wellinghofen, Nordrhein-Westfalen 19.09.1792,
+ Oberhausen-Sterkrade, Nordrhein-Westfalen 19.03.1864
# geb, 19.09.1792 in (Dortmund) Wellinghofen
# gest. 19.03.1864 in (Oberhausen) Sterkrade
# Beigesetzt auf dem ev. Friedhof in Sterkrade auf der Steinbrinkstrasse.
# Hauslehrer bei Julius Jacobi.
# Kommerzienrat.
# Verheiratet mit Sophie Haniel ( 1798 - 1884 ), einer Tochter von
Wilhelm Haniel ( 1764 - 1819 ) Bruder von Franz Haniel.
# Ab 1817 Hütteninspektor und nach Jacobis Tod 1823 - 1864
geschäftsführender Direktor bei JH&H.
12. Haniel, Sophie Jacobine Wilhelmine, * Duisburg, Nordrhein-Westfalen 27.
08.1803, + 27.01.1833
13. Haniel, Anna Maria Juliane Gertrud, * Duisburg, Nordrhein-Westfalen 15.
01.1805, + 15.01.1818

2 Kinder von Nr. 7

14. Jacobi, August, + Oberhausen-Osterfeld, Nordrhein-Westfalen 1843
August Jacobi, der Sohn von Gottlob Jacobi, war zu jener Zeit (1823)
Hütteninspektor auf St. Antony. Hier wurde am 28. November 1834 Hugo
Jacobi geboren. Noch drehte sich unter dem Fenster seines Geburtszimmers
das alte Wasserrad, noch stand der alte Holzkohlen-Hochofen dieser
ältesten der drei Stammhütten, dieser ältesten Hütte des Ruhrgebiets von
1758.
15. Jacobi, Maria Kunigunde Clementine
Maria Kunigunde Clementine, ein Name, der auf ihre Paten verweist: Es war
einerseits die ehemalige Fürstäbtissin Maria Kunigunde von Essen, zum
anderen deren Bruder, der Erzbischof Clemens Wenzeslaus von Trier.
oo 1830 Nicholas Oliver Harvey

3 Kinder von Nr. 8

16. Haniel, Carl Alex, * Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen 19.11.1811,
+ Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen 28.03.1861
Carl Alex Haniel (* 19. November 1811 in Ruhrort; † 28. März 1861) war
ein deutscher Unternehmer. Er war der Sohn von Gerhard Haniel und Neffe
von Franz Haniel. Er leitete von 1834 bis 1861 die Hüttengewerkschaft und
Handlung Jacobi, Haniel und Huyssen.
17. Haniel, Bertha Friederike, * Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen 12.
04.1813, + 1899
oo 16.11.1837 Carl Julius Theobald Hugo Haniel, * 02.01.1810, + 15.12.
1893
Hugo Carl Julius Haniel (* 2. Januar 1810; † 15. Dezember 1893) war der
Nachfolger des Unternehmers Franz Haniel.

Hugo Haniel sollte auf Wunsch seines Vaters Franz Jurist werden. Wegen
des frühen Todes seines Bruders Eduard im Jahre 1826 trat er jedoch schon
mit 16 Jahren an dessen Stelle in das väterliche Geschäft ein. Mit 19
Jahren erhielt er die Prokura und als 25-Jähriger die weitgehende
Vollmacht, seinen Vater in allen geschäftlichen Angelegenheiten zu
vertreten. Als rechte Hand Franz Haniels verfolgte und begleitete Hugo
den Aufbau des Zechen- und Industriebesitzes sowie die enormen
technischen Veränderungen während der Industrialisierung des Ruhrgebiets.
An den schwierigen Verhandlungen über den Bau der rechts- und
linksrheinischen Eisenbahnen von 1841 bis 1848 war er als Repräsentant
seines Vaters führend beteiligt. Dasselbe gilt für die seit 1854
geführten Konzessionsverhandlungen mit den preußischen Bergbehörden, bei
denen es um den Abbau von Kohle auf dem Grubenfeld Rheinpreußen ging.
1845 wurde er Prokurist bei Jacobi, Haniel & Huyssen (JHH), 1858 übernahm
er die Leitung der zu JHH gehörenden Zeche Oberhausen.

Nach dem Tod seines Vaters 1868 führte Hugo Haniel die Firma Franz Haniel
weiter und wurde auch als Vorsitzender in den Grubenvorständen der
Haniel-Zechen Zollverein, Neumühl und Rheinpreußen Nachfolger Franz
Haniels.

Außerdem repräsentierte er fortan den Zweig Franz Haniel in der Leitung
von JHH. Nachdem er 1873 maßgeblich bewirkt hatte, dass die
Hüttengewerkschaft in den Actienverein für Bergbau und Hüttenbetrieb
Gutehoffnungshütte (GHH) umgewandelt wurde, trat er als Vorsitzender an
die Spitze des Aufsichtsrates.

Hugo Haniel engagierte sich wirtschafts- und verbandspolitisch auf
unterschiedlichen Gebieten. 1848 war er in Berlin Sachverständiger in
einer Regierungskommission für die Ausarbeitung einer neuen preußischen
Bergordnung. Außer dem Bergbau vertrat er in Berlin immer wieder auch die
Interessen der Eisenindustrie, des Verkehrswesens und des Handels. 1878,
während der auf die Gründerjahre folgenden Wirtschaftskrise, verfasste er
eine Denkschrift, in der er die Wiedereinführung der 1873 aufgehobenen
Eisen und Stahlzölle forderte.

Ganz im Sinne seines Vaters zeigte Hugo Haniel auch ein reges
öffentliches Engagement. Er war mindestens seit 1888 Mitglied des
Provinziallandtages und seit 1856 des Kreistages sowie für 47 Jahre
Stadtverordneter in Ruhrort.

Auf Grund seines Einsatzes erhielt er zahlreiche Ehrungen und Titel. 1864
ernannte ihn der König zum Kommerzienrat und 1871 folgte der Titel
Geheimer Kommerzienrat.

Bereits 1859 wurde er vom König mit dem Roten Adlerorden IV. Klasse
ausgezeichnet.

Am 16. November 1837 heiratete Hugo Haniel seine Cousine Bertha, die
einzige Tochter seines Onkels Gerhard. Damit verband er die Linien Franz
und Gerhard Haniel und stärkte seine Position in der Familie.

Hugo Haniel überlebte alle seine Brüder und starb am 15. Dezember 1893 im
84. Lebensjahr. Er hinterließ außer seiner Frau Bertha die 1838 geborene
Tochter Adeline, seit 1861 eine verheiratete Böninger, sowie den 1842
geborenen Sohn Franz Haniel den Jüngeren.
18. Haniel, Alphons Diederich, * 1814, + 1891

11 Kinder von Nr. 9

19. Haniel, Carl Julius Theobald Hugo, * 02.01.1810, + 15.12.1893
Hugo Carl Julius Haniel (* 2. Januar 1810; † 15. Dezember 1893) war der
Nachfolger des Unternehmers Franz Haniel.

Hugo Haniel sollte auf Wunsch seines Vaters Franz Jurist werden. Wegen
des frühen Todes seines Bruders Eduard im Jahre 1826 trat er jedoch schon
mit 16 Jahren an dessen Stelle in das väterliche Geschäft ein. Mit 19
Jahren erhielt er die Prokura und als 25-Jähriger die weitgehende
Vollmacht, seinen Vater in allen geschäftlichen Angelegenheiten zu
vertreten. Als rechte Hand Franz Haniels verfolgte und begleitete Hugo
den Aufbau des Zechen- und Industriebesitzes sowie die enormen
technischen Veränderungen während der Industrialisierung des Ruhrgebiets.
An den schwierigen Verhandlungen über den Bau der rechts- und
linksrheinischen Eisenbahnen von 1841 bis 1848 war er als Repräsentant
seines Vaters führend beteiligt. Dasselbe gilt für die seit 1854
geführten Konzessionsverhandlungen mit den preußischen Bergbehörden, bei
denen es um den Abbau von Kohle auf dem Grubenfeld Rheinpreußen ging.
1845 wurde er Prokurist bei Jacobi, Haniel & Huyssen (JHH), 1858 übernahm
er die Leitung der zu JHH gehörenden Zeche Oberhausen.

Nach dem Tod seines Vaters 1868 führte Hugo Haniel die Firma Franz Haniel
weiter und wurde auch als Vorsitzender in den Grubenvorständen der
Haniel-Zechen Zollverein, Neumühl und Rheinpreußen Nachfolger Franz
Haniels.

Außerdem repräsentierte er fortan den Zweig Franz Haniel in der Leitung
von JHH. Nachdem er 1873 maßgeblich bewirkt hatte, dass die
Hüttengewerkschaft in den Actienverein für Bergbau und Hüttenbetrieb
Gutehoffnungshütte (GHH) umgewandelt wurde, trat er als Vorsitzender an
die Spitze des Aufsichtsrates.

Hugo Haniel engagierte sich wirtschafts- und verbandspolitisch auf
unterschiedlichen Gebieten. 1848 war er in Berlin Sachverständiger in
einer Regierungskommission für die Ausarbeitung einer neuen preußischen
Bergordnung. Außer dem Bergbau vertrat er in Berlin immer wieder auch die
Interessen der Eisenindustrie, des Verkehrswesens und des Handels. 1878,
während der auf die Gründerjahre folgenden Wirtschaftskrise, verfasste er
eine Denkschrift, in der er die Wiedereinführung der 1873 aufgehobenen
Eisen und Stahlzölle forderte.

Ganz im Sinne seines Vaters zeigte Hugo Haniel auch ein reges
öffentliches Engagement. Er war mindestens seit 1888 Mitglied des
Provinziallandtages und seit 1856 des Kreistages sowie für 47 Jahre
Stadtverordneter in Ruhrort.

Auf Grund seines Einsatzes erhielt er zahlreiche Ehrungen und Titel. 1864
ernannte ihn der König zum Kommerzienrat und 1871 folgte der Titel
Geheimer Kommerzienrat.

Bereits 1859 wurde er vom König mit dem Roten Adlerorden IV. Klasse
ausgezeichnet.

Am 16. November 1837 heiratete Hugo Haniel seine Cousine Bertha, die
einzige Tochter seines Onkels Gerhard. Damit verband er die Linien Franz
und Gerhard Haniel und stärkte seine Position in der Familie.

Hugo Haniel überlebte alle seine Brüder und starb am 15. Dezember 1893 im
84. Lebensjahr. Er hinterließ außer seiner Frau Bertha die 1838 geborene
Tochter Adeline, seit 1861 eine verheiratete Böninger, sowie den 1842
geborenen Sohn Franz Haniel den Jüngeren.
oo 16.11.1837 Bertha Friederike Haniel, * Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-
Westfalen 12.04.1813, + 1899
20. Haniel, Johann Arnold Max Ferdinand, * Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-
Westfalen 22.01.1813
oo 1839 Friederike Cockerill
21. Haniel, Julius, * abt. 1815
oo 1863 Henriette Louise Karoline (Lina) Böcking, * Asbacher Hütte im
Hunsrück, Rheinland-Pfalz 07.12.1844, + 04.05.1894
22. Haniel, Friedrich Wilhelm, * abt. 1816
23. Haniel, Ludwig (Louis), * Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen 25.11.
1817, + Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen 17.02.1889
Ludwig Haniel, genannt Louis Haniel (* 25. November 1817 in Ruhrort; †
17. Februar 1889 in Düsseldorf) war ein deutscher Unternehmer. Er war der
Sohn von Franz Haniel. Er war der geschäftsführende Direktor bei der
Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi Haniel & Huyssen von 1864 bis
1872.
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-----------------------------
* geb. 25.11.1817 in (Duisburg) Ruhrort.
* gest. 17.02.1889 in Düsseldorf
* Sohn von Franz Haniel
* Geschäftsführender Direktor bei JH&H von 1864 - 1872.
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24. Haniel, Thusnelde, * abt. 1820
oo abt. 1853 Heinrich Cockerill
25. Haniel, Franz, * abt. 1821
26. Haniel, Eduard, * abt. 1824, + Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen
1826
27. Haniel, VNa
28. Haniel, VNb
29. Haniel, VNc

1 Kind von Nr. 11

30. Lueg, Carl, * Oberhausen-Sterkrade, Nordrhein-Westfalen 02.12.1833, +
Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen 05.05.1905
# geb. 02. 12. 1833 in (Oberhausen-) Sterkrade
# gest. 05. 05. 1905 in Düsseldorf
# Beigesetzt auf dem ev. Friedhof in Sterkrade auf der Steinbrinkstrasse.
# 1. Vorstandsvorsitzender der GHH von 1873 - 1903 - Sohn von Wilhelm und
Sophie Lueg geb. Haniel
# Diplomingenieur,Dr.Ing., Kommerzienrat
# Die Ehrenbürgerschaft wurde am 04. März 1899 verliehen.
# Seit dem 01. 10. 1850 als Ingenieur bei der Hüttengewerkschaft in
Sterkrade.
# Vorstandsvorsitzender der GHH von 1873 - 1904

1 Kind von Nr. 14

31. Jacobi, Hugo, * Oberhausen-Osterfeld, Nordrhein-Westfalen 28.11.1834, +
Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen 17.10.1917
# geb. 28.11.1834 in (Oberhausen-) Osterfeld
# gest. 17.10.1917 in Düsseldorf
# Beigesetzt auf dem ev. Friedhof in Sterkrade auf der Steinbrinkstrasse.
# Diplomingenieur,Dr.Ing., Kommerzienrat
# Enkel von Gottlob Jacobi.
# Geschäftsführender Direktor bei JH&H von 1864 bis 1873.
# Direktor der Sterkrader GHH Betriebe von 1873 - 1903.
# Vorstandsvorsitzender der GHH 1904

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Als Hugo Jacobi acht Jahre alt war, starb sein Vater; auch seine sechs
Geschwister waren zu jener Zeit noch unmündig. Deshalb hieß es so bald
wie möglich in die Arbeit! Nach der Schulzeit in Sterkrade und Schermbeck
an der Lippe ging es hinein in den Betrieb: auf Gute Hoffnung in
Sterkrade. Von 1850 bis 1852 besuchte er die Provinzialgewerbeschule in
Hagen; anschließend: an den Zeichentisch, auch diesmal auf Gute Hoffnung

1 Kind von Nr. 16

32. Haniel, Paul, * 1843, + 1892

2 Kinder von Nr. 17

33. Haniel, Henriette Franziska Hermine Adeline, * Duisburg-Ruhrort,
Nordrhein-Westfalen 27.09.1838, + 25.11.1915
oo 1861 VN Böninger
34. Haniel, Franz Friedrich Heinrich Wilhelm Carl, * Duisburg-Ruhrort 15.
09.1842, + Forsthaus Haniel bei Hülloch 16.06.1916
Franz Haniel junior war ein deutscher Unternehmer in der Montanindustrie.
Er war der einzige Sohn von Hugo Haniel und ein Enkel von Franz Haniel.

Haniel war Mitbegründer der Firma Haniel et Lueg in Düsseldorf. Er war
Geheimer Kommerzienrat, Mitglied des Aufsichtsrats des Kohlensyndikats
bis 1905 und Mitglied des Preußischen Herrenhauses von 1905 bis 1916. Er
ist auf dem Nordfriedhof in Düsseldorf bestattet. Die Zeche Franz Haniel
wurde nach ihm benannt.

Zum Bruch mit Emil Kirdorfs Syndikat kam es 1905. Laut eines Beitrags im
Berliner Tageblatt hatte Haniel „die grosse ‚Sünde‘ begangen, bei
Ausbruch des Ruhrarbeiterstreiks die Forderungen der Arbeiter seiner
Zeche Rheinpreussen zu bewilligen, ja er soll sogar seinen Arbeitern
versprochen haben, keine Kohle in das Streikgebiet zu liefern, obwohl
doch nach den Bestimmungen des Syndikatsvertrages der Syndikatsleitung
allein das Recht zustand, über die geförderte Kohle zu verfügen.

2 Kinder von Nr. 21

35. Haniel, Eugenie, * abt. 1861
oo I. 1882 Albert Reichsgraf Eckbrecht von Durcheim-Montmartin, II. 1904
Karl Otto Theodor Graf von Holnstein
36. Haniel, Elsa, * Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-Westfalen 11.04.1871, +
Berchtesgaden, Bayern 07.11.1955
oo I. 1891 Friedrich von Michael, Dr., II. Berchtesgaden, Bayern 24.06.
1921 Franz Graf von Waldersee, * 24.03.1862, + Waterneverstorf,
Behrensdorf, Schleswig-Holstein 23.11.1927

1 Kind von Nr. 32

37. Haniel, Karl, * Koblenz, Rheinland-Pfalz 12.02.1877, + Dabringhausen,
Wermelskirchen, Nordrhein-Westfalen 30.10.1944
Karl Haniel (* 12. Februar 1877 in Koblenz; † 30. Oktober 1944 in
Dabringhausen) war zunächst ein deutscher Beamter, ehe er als
Geschäftsführer und Unternehmer tätig wurde. Er war ein Urenkel von
Gerhard Haniel.

Haniel studierte Rechtswissenschaften und trat 1901 als
Gerichtssreferendar in den preußischen Justizdienst ein. Ein Jahr später
promovierte er zum Dr. jur. Bei der Regierung in Düsseldorf war er ab
1903 als Regierungsreferendar tätig. Im Jahr 1907 erfolgte die Ernennung
zum Regierungsassessor. Seit 1909 war Haniel im Reichsamt des Innern
beschäftigt. Zwischen 1912 und 1915 amtierte Haniel als Landrat des
Kreises Merzig im Saarland.

Von 1915 bis 1917 war Haniel in der Zivilverwaltung der Provinz Hennegau
im besetzten Belgien tätig. Seit 1917 war er Verwaltungschef der Provinz
Wallonien. Im Jahr 1919 trat Haniel in den einstweiligen Ruhestand, um
Aufgaben in den Familienunternehmen zu übernehmen.

Haniel war seit 1920 Geschäftsführer der FA Haniel und Lueg. Seit 1921
war er auch Aufsichtsratsvorsitzender der Gutehoffnungshütte [3] und
übernahm MAN. Er war ferner Mitglied des Aufsichtsrats der HAPAG. Er
kaufte sich 1920 auch in den Zeitungsverlag Knorr & Hirth ein, dem unter
anderem die Münchner Neueste Nachrichten gehörte.[4]

Von 1928 bis 1944 war Haniel Vorsitzender des Industrieclubs in
Düsseldorf.

Haniel gehörte ab 1928 der Ruhrlade, einer einflussreichen
Interessenvertretung führender Ruhrindustrieller, an.[5] Am Ende der
Weimarer Republik gehörte Haniel zu den Unterstützern von Franz von
Papen. Wie auch andere gleichgesinnte Unternehmer machte er sich Anfang
Januar 1933 mit dem Gedanken einer kommenden Regierung von Adolf Hitler
vertraut.[6] Der Geschäftsführer der Münchner Neueste Nachrichten Anton
Betz schreibt in seinen Erinnerungen, über ein Treffen mit Haniel am 11.
Februar 1933:

„Haniel meinte, man müsse das neue Kabinett vorbehaltlos unterstützen;
wenn Hitler sich ausgetobt habe, sei er bald der Geschobene. Man müsse
nunmehr auch die guten Seiten des Nationalsozialismus anerkennen. Für das
Ruhrgebiet bedeute der Nationalsozialismus die Erlösung von dem
Kommunismus.

Seine Frau Edith war die Tochter des Nadelfabrikaten Richard Schleicher
aus Schönthal. Sie hatten zwei Adoptivsöhne. Für seine Familie und sich
ließ er von 1927 bis 1928 Schloss Haniel in Dabringhausen errichten. Mit
den Nationalsozialisten kam es zu Problemen, weil seine Frau „nicht rein
arisch“ war. Am 30. Oktober 1944 starb Haniel an einem Schlaganfall.
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oo Edith Schleicher

2 Kinder von Nr. 34

38. Haniel Von Haimhausen, Edgar, Diplomat, * Duisburg-Ruhrort, Nordrhein-
Westfalen 12.12.1870, + München, Bayern 14.01.1935
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Bonn und der Promotion zum
Dr. jur. ging Haniel in den diplomatischen Dienst. Zunächst ab 1900 auf
verschiedenen Auslandsmissionen, zuletzt als Botschaftsrat in Washington,
kehrte Haniel 1917 ins Auswärtige Amt nach Berlin zurück. 1918 gehörte er
der Waffenstillstandskommission an und wurde 1919 Generalsekretär der
deutschen Friedensdelegation in Versailles, die den Friedensvertrag von
Versailles aushandelte. Danach wurde er zunächst Unterstaatssekretär,
dann 1922 Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Von 1923 bis 1931 füllte er
mit viel Geschick die Vertretung der Reichsregierung in München aus.
Edgar Haniel, der der Industriellenfamilie Haniel angehörte und Besitzer
des Schlosses Haimhausen bei München war, wurde 1905 in den erblichen
preußischen Adelsstand erhoben. Er war in erster Ehe mit Margarete von
Brauchitsch, in zweiter Ehe mit Hedwig Freifrau von Branca, geb.
Frankenburger, der Mutter des Architekten Alexander Freiherr von Branca,
verheiratet.
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Schloss Haimhausen
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Schloss Haimhausen ist das bedeutendste Bauwerk der Gemeinde
Haimhausen im Landkreis Dachau. Als castrum wurde die Anlage urkundlich
erstmals 1281 erwähnt.

Es wurde nach einem Brand im Dreißigjährigen Krieg im Jahr 1660 neu
errichtet und seither ständig erweitert. Unter Reichsgraf Karl Ferdinand
Maria von und zu Haimhausen erfolgte von 1743 bis 1749 ein größerer Umbau
durch François de Cuvilliés den Älteren.

Ein besonderes Kleinod innerhalb des Schlosses stellt seitdem die
spätbarocke Schlosskapelle Salvator Mundi mit Stuckarbeiten und Altären
vom flämischen Künstler Egid Verhelst und seinen Söhnen sowie dem
Deckengemälde von Johann Georg Bergmüller dar, das im Jahr 1750 gefertigt
wurde.

Ende des 18. Jahrhunderts gingen durch weibliche Erbfolge Besitz und
Schloss an die Grafen von Butler-Clonebough (später Butler-Haimhausen).
Ende des 19. Jahrhunderts kaufte die – später geadelte – örtliche
Industriellenfamilie Haniel das Anwesen. James Eduard von Haniel ließ das
alte Rokokoschloss vom Architekten des Fürsten Thurn und Taxis, Max
Schultze, fachkundig und schonend sanieren und in ein englisches Landhaus
umbauen.

Heute befindet sich im Schloss, das der Öffentlichkeit nicht zur
Besichtigung offen steht, die Bavarian International School, die das
Schloss 1997 gekauft hat.
oo I. abt. 1918 Margarete von Brauchitsch, II. abt. 1924 Hedwig
Frankenburger, Malerin, * Nürnberg, Bayern 29.11.1890, + München, Bayern
(?) 1985
1938 in die Schweiz emigriert, nach dem Krieg zurückgekehrt
39. Haniel, Curt Berthold, * 1886, + 1951

1 Kind von Nr. 39

40. Haniel, Klaus, * München, Bayern 14.01.1916, + 11.05.2006
Klaus Haniel (* 14. Januar 1916 in München; † 11. Mai 2006) war ein
deutscher Unternehmer.

Er leitete von 1949 bis 1951 den baden-württembergischen Doggererzbau der
Gutehoffnungshütte AG in Geislingen und stand seit 1952 der Zeche Franz
Haniel als Betriebsdirektor vor. Er war Mitglied der Vorstände der
Bergbau AG Neue Hoffnung, der Hüttenwerk Oberhausen AG und der August
Thyssen-Hütte AG. Aufsichtsratsposten bekleidete er bei der
Gutehoffnungshütte Aktienverein und Gutehoffnungshütte Sterkrade AG, der
Bergbau- und Industrie AG Neumühl, Rheinpreußen AG Homberg, der
Zahnräderfabrik Renk Augsburg, der Franz Haniel & Cie. GmbH, MAN AG und
der Verhaven B. V. Ertzlingen.

1 Kind von Nr. 40

41. Haniel, Franz Markus, * Oberhausen, Nordrhein-Westfalen 01.04.1955
Haniel studierte Sprachen und Literatur in Grenoble, dann von 1976 bis
1981 Maschinenbau in München. Er machte 1982 einen MBA am INSEAD in
Fontainebleau. Danach war er unter anderem von 1982 bis 1986 als Berater
bei Booz Allen Hamilton tätig. Seit 2003 ist er Vorsitzender des
Aufsichtsrats der Franz Haniel & Cie. GmbH. Seit April 2006 ist Haniel
Mitglied des Aufsichtsrats der DELTON AG, Bad Homburg. Ausserdem ist er
Mitglied des Aufsichtsrats der BMW AG. Haniel war von 2000 bis 2006
Mitglied der Geschäftsführung beim Banknotendrucker Giesecke & Devrient.
Im November 2007 wurde er zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Metro AG
gewählt. Als Familienoberhaupt der Familie Haniel, die etwa 550
Gesellschafter zählt, sorgt er für deren Einheit. Er lebt mit seiner
Familie in München.
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Biografie


* bis 1981 Studium des Maschinenbaus in München (Abschluss: Diplom-
Ingenieur)
* 1982 MBA-Grad am INSEAD in Fontainebleau
* Consultant im Beratungsunternehmen Booz Allen & Hamilton
* 1986–2000 Tätigkeit in verschiedenen Beteiligungsfirmen des Quandt-
Familienzweigs in den Bereichen Informations- und Datensysteme,
Chipkartenherstellung, Zugangskontrollsysteme
* Jul. 2000–2006 Mitglied der Geschäftsführung der Giesecke & Devrient
GmbH (G & D), zuständig für das Chipkarten-Geschäft
* Mitglied des Aufsichtsrats der Franz Haniel & Cie. GmbH in Duisburg-
Ruhrort
* seit 2003 Aufsichtsratsvorsitzender der Franz Haniel & Cie. GmbH
* 2006 Eckhard Cordes wird Vorstandsvorsitzender der Franz Haniel & Cie.
GmbH

* seit 2006 Mitglied des Beirats der Giesecke & Devrient GmbH (G & D)
* 2007 Weitere Haniel-Beteiligungen: Xella International GmbH, Takkt AG,
ELG Haniel GmbH, HTS International GmbH
* 2007–2009 Haniel besitzt 52,9 % an dem Pharma-Groß- und Einzelhändler
Celesio AG und erwirbt für diese 90 % an der Internet-Apotheke DocMorris
* Aug. 2007 Ausbau der Beteiligung am Handelskonzern Metro AG auf 34,2 %
* seit Nov. 2007 Aufsichtsratsvorsitzender der Metro AG
* 15.07.2008 Verkauf der Haniel-Baustoffsparte Xella

Franz Markus Haniel wurde am 1. April 1955 in Oberhausen geboren. Wie
alle Angehörigen der seit 1756 unternehmerisch tätigen Haniel-Dynastie
war auch sein Vater, der Bergassessor Klaus Haniel, nie in einem der zur
Haniel-Gruppe gehörenden Beteiligungs-Unternehmen tätig. Denn 1917 hatten
die Familienzweige festgeschrieben, Kapital und Konzernführung strikt zu
trennen. Franz Markus Haniel hat eine Schwester und einen Bruder. H. und
seine Familie wohnen in München.

Quelle: Munzinger
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Strenge Zucht

Gesellschafter bei Haniel darf nur werden, wer durch Geburt, Heirat oder
Adoption zur Familie gehört. Die Anteile werden innerhalb der Stämme
vererbt. Derzeit gibt es knapp 600 Eigner.

Anteilsverkäufe innerhalb der Familie sind möglich. Die Anteile müssen
zuerst im eigenen Erbstamm angeboten werden, erst danach entfernteren
Verwandten. Die Preisfindung ist reglementiert, sie orientiert sich an
den Gewinnerwartungen.

Management und Familie sind seit 1917 strikt getrennt. Kein Haniel darf
bei Haniel arbeiten. Auch Praktika sind verboten.

Der Lebenswandel der Gesellschafter wird streng beobachtet. Der private
Konkurs eines Familienmitglieds führte in mindestens einem Fall dazu,
dass es die Gesellschaftsanteile abgab.

Der Gewinn des Konzerns wird zu höchstens 25 Prozent ausgeschüttet.

Jugendtreffen für den 18- bis 40-jährigen Nachwuchs gibt es alle zwei
Jahre. An einem Wochenende werden die jungen Haniels mit jeweils einem
der Konzernbereiche und der Werteordnung der Familie vertraut gemacht.
Cousins und Cousinen lernen sich beim Diskotanz kennen. Heiraten
untereinander werden gern gesehen.

Familientreffen finden alljährlich an einem Wochenende im Frühjahr statt.
Neben einem Rahmenprogramm mit Dinner und Tanz gehört die eigentliche
Gesellschafterversammlung dazu.

Die Gesellschafterversammlung, an der nur ausnahmsweise mehr als 250
Eigner teilnehmen, legt die Ausschüttung fest und wählt die Gremien.

Der Beirat aus 30 Gesellschaftern dient der regelmäßigen Information der
Eigner.

Der kleine Kreis, das eigentliche Machtzentrum des Konzerns, besteht aus
neun Repräsentanten größerer Anteilspakete. Acht von ihnen sind
gleichzeitig die Kapitalvertreter im mitbestimmten Aufsichtsrat, einer
ist Ersatzmitglied.

Quelle: manager magazin 5/2008
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