Foto-Schau in Essen gibt der Obdachlosigkeit ein Gesicht

Bruno, 53. „Mein Leben ist den Bach runtergegangen Der Suff.“
Bruno, 53. „Mein Leben ist den Bach runtergegangen Der Suff.“
Foto: Reto Klar
Was wir bereits wissen
Im Bahnhof Essen gastiert eine Foto-Schau mit „unsichtbaren“, obdachlosen Menschen, die von Reportern der „Berliner Morgenpost“ vorgestellt werden.

Essen.. Doch, das Wort „Freiheit“ kommt auch vor. Aber nur ein, zwei Mal. Denn wenn diese Menschen, die „unsichtbar“ auf der Straße leben, uns in wenigen Sätzen in ihr Leben blicken lassen, dann scheint die Sehnsucht nach einer Bleibe ebenso groß wie das Gefühl, betrogen worden zu sein.

Von einem Leben, das sich kurz und krass erzählen lässt: „Maurer, Maurerpolier, selbstständig, bankrott. Das war mein Leben“ (Klaus, 65). Was bleibt, ist wenig: „Ich weiß nicht einmal mehr, wie alt ich bin“ („Knolle“).

52 Wort- und Bild-Porträts erzählen von Menschen, die es aus der Bahn geworfen hat. In einem eindrucksvollen Bildband haben Reto Klar, Fotograf der „Berliner Morgenpost“, und die Reporterin Uta Keseling der Obdachlosigkeit ein Gesicht gegeben. Die Fotos entstanden in der Bahnhofsmission am Berliner Bahnhof Zoo, nun sind sie bis zum 30. Januar im Essener Hauptbahnhof zu sehen.

  • Unsichtbar. Vom Leben auf der Straße. Reto Klar (Fotos) und Uta Keseling (Text). Verlag Atelier im Bauernhaus, 128 S., 19,80 €. (Der Erlös ist für die Bahnhofsmission)