Flammende Auftritte bei der Dortmunder Theaternacht
31.08.2009 | 08:06 Uhr 2009-08-31T08:06:00+0200
Dortmund. Neue Räume hatte die Kunst eine Nacht lang in einer Schalthaus-Halle auf Phoenix West. Die zukünftige Nutzung der Doppelhalle ist ungewiss. Zu erleben gab es bekanntes aus der Region, vom Geierabend bis zu Asschnitten aus der Blues Brothers-Show.
Neue Räume hat sich die Kunst in Dortmund erschlossen. Hätte sie. Denn die Nutzung der riesigen Doppelhalle des Schalthauses auf Phoenix West im Stadtteil Hörde ist ungewiss, die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) sucht Betreiber.
Die dürften im kulturellen Umfeld schwer zu finden sein; das Schalthaus als Spielstätte für Theater, Tanz und Konzert dürfte ein Traum bleiben, die Eröffnung am Samstag im Rahmen der achten Dortmunder Theaternacht ein aufwändig-flüchtiger Flirt gewesen sein. Trotzdem – Horst Hanke-Lindemann, der künstlerische Leiter der Nacht, zieht der Halle bereits für 2010 ins Kalkül.
Nach der Renovierung, könnten über 3000 Menschen im Schalthaus Platz finden. Vorausgesetzt, beim nächsten Mal sind auch die Fenster dicht. In der Theaternacht zog etwa die doppelte Zahl Besucher zunehmend fröstelnd durch die Räume, in und vor denen gleich mehrere Bühnen Programme boten, einen gewissen Sound-Mix in Kauf nehmend.
Zu erleben war meist Bekanntes aus der Region, vom Geierabend bis zu Ausschnitten aus der Blues Brothers-Show des Dortmunder Schauspiels. Zwei Dutzend Programmpunkte, die Nacht war auch eine Begegnung der Amateure mit den Profis.
Um im Zeitplan zu bleiben, musste auch gestrichen werden, natürlich zum Leidwesen der Künstler. Doch auch das wollte nicht helfen, die als krönender Abschluss eingekaufte Wasser- und Feuer- Show „Überfluss” des „Bängditos Theater” aus Hamburg auf dem neu gestalteten zentralen Platz des Phoenix-Geländes startete erst eine gute Stunde nach Mitternacht. Wahrlich, eine wahre Theaternacht! Immerhin ging es in dieser Show auch um eine Eröffnung – eine Brunneneröffnung, bei der so ziemlich alles schief ging und sogar Plastikflaschen als Fontäne in die Höhe schossen.
Aber auch ein komplettes Theaterfestival „gastierte” etwas versteckt mit einer Vorstellung im Seitenflügel. Rolf Dennemann und damit das Theater- und Tanzfestival „Off limits” wagten auf einer Balustrade über den Köpfen der Zuschauer eine „Dachperformance”.
Dieses „Off limits”, in diesem Jahr etwas abgespeckt, sucht unermüdlich nach neuen Spielorten und -zusammenhängen, nach „Brutstätten” der Kultur in der Realität, die vielleicht so ganz real gar nicht ist. Diesmal gab es im Dortmunder Norden eine Kleingartenanlage nach Inszenierungsmöglichkeiten abzusuchen. Im Theater im Depot waren ein Tanzabend und eine Handy-Performance zu erleben. Gestern Abend dann sollten Festival und Symposion mit der Sterbe-Performance „The Future of Death” der britischen Kompagnie „A 2” schließen – Ergebnis einer Workshop-Arbeit mit Dortmunder Freiwilligen.
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