Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Kultur

Fernsicht vom Speyrer Dom

28.10.2012 | 19:35 Uhr
Foto: /dapd/Torsten Silz

Von einer neuen Aussichtsplattform auf dem Speyrer Dom können Besucher künftig auf die Stadt und bis weit in die Vorderpfalz hinein blicken.

Speyer (dapd-rps). Von einer neuen Aussichtsplattform auf dem Speyrer Dom können Besucher künftig auf die Stadt und bis weit in die Vorderpfalz hinein blicken. Am Sonntag wurde die Plattform im südlichen Westturm zusammen mit dem sanierten und neu gestalteten Kaisersaal des Doms feierlich eröffnet. Der im Westbau des Doms in 22 Metern Höhe gelegene Kaisersaal beherbergt künftig eine Dauerausstellung mit neun Fresken des Dommalers Johann Baptist Schraudolph (1808-1879).

Bei der Eröffnung am Sonntag würdigte Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) den mittelalterlichen Kaiser- und Mariendom zu Speyer als "besonderes Gotteshaus und einmaliges Baudenkmal". Es sei deshalb eine "immerwährenden Aufgabe", dass dieses kulturelle Erbe instand gehalten, restauriert und behutsam, der jeweiligen Zeit angemessen, weiterentwickelt wird", sagte Beck.

Fresken im Nazarener-Stil wurden 1957 abgenommen

Mit der Dauerausstellung der Schraudolph-Fresken bekommt der Kaisersaal im erst 1857 vollendeten Westbau des Doms nach Angaben des Bistums Speyer erstmals eine konkrete Bestimmung. Die Fresken, die Mitte des 19. Jahrhunderts im romantisch-religiösen Nazarenerstil gemalt wurden, waren im Zuge der Renovierung des Doms ab dem Jahr 1957 wieder von den Wänden abgenommen worden, um die romanische Bauweise stärker zu betonen. Im Dom verblieb damals nur ein 24-teiliger Marienzyklus im Mittelschiff.

Die neue Ausstellung im Kaisersaal zeigt nun jeweils vier Fresken aus dem Bernhard-Zyklus und dem Stephanus-Zyklus. Höhepunkt der Ausstellung der Ausstellung ist den Angaben zufolge die "Marienkrönung", die bis 1957 in der Apsis des Chorraums angebracht war.

Aussichtsplattform in rund 60 Metern Höhe

Die neu geschaffene Aussichtsplattform befindet sich in etwa 60 Metern Höhe direkt unterhalb des Turmhelms. Für den Aufstieg wurde eine neue Treppe in den Südwestturm eingebaut. Über 304 Stufen können die Besucher künftig auf die nach allen Seiten offene Plattform gelangen, die etwa 50 Menschen Platz bietet.

Seit 1981 gehört der Speyerer Dom zum Weltkulturerbe. Die Arbeiten im Kaisersaal und am Turm mit der neuen Aussichtsplattform begannen im Jahr 2010 und wurden über das Konjunkturpaket II finanziert. Der Gesamtkosten belaufen sich nach Bistumsangaben auf 4,35 Millionen Euro, die je zu einem Drittel vom Bund, vom Land Rheinland-Pfalz sowie von der Stadt Speyer, dem Dombauverein und der Europäischen Stiftung Kaiserdom getragen werden.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um marode Straßen zu reparieren . Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Straßen?
 
Fotos und Videos
Besucher bei Essen Original 2014
Bildgalerie
Stadtfestival
Aus dem Ressort
HG. Butzko hat im neuen Programm die „Super Vision“
Kabarett
Von Klamotte und Comedy ist HG.Butzko weit entfernt. Der gebürtige Gelsenkirchener steht für gnadenloses Polit-Kabarett. Er setzt auf Analyse des täglichen Wahnsinns in Politik und Wirtschaft - und dennoch kriegt sein Publikum reichlich Spaß. In Duisburg stellte er jetzt sein neues Programm vor:...
So lacht das Revier - Hennes Benders Sternstunden der Komik
Comedy
Hennes Bender greift komödiantisch nach den Sternen, bleibt aber trotzdem auf dem Boden der Tatsachen: Der Bochumer Komiker geht in seinem Programm auch als Star Wars Stormtrooper auf die Bühne. Wir sprachen mit ihm Humor im Weltall und im Ruhrgebiet.
Moers’ Comedy Arts Festival war ein voller Erfolg
Comedy Festival
Fast alles ausverkauft, 1300 Zuschauer lachten, dass das Hallendach wackelte: Das Comedy Arts Festival in Moers ist zu Ende und blickt auf einen starken Jahrgang zurück. Auch die neuen Bedingungen kamen an: Der Umzug in die Festivalhalle war fürs Publikum kein Problem.
Choreograf Sehgal zeigt nackte Tänzer auf Industriebrachen
Ruhrtriennale
Sie trotzen dem Regen - und ihr Publikum folgt. Drei Balletttänzer gehen für die Ruhr-Triennale splitternackt auf szenische Spurensuche zwischen Hochofen und Gießhalle. Am Wochenende war Premiere im Landschaftspark Duisburg. Bald geht es auf Zollverein weiter.
Künstler Christo will bald einen ganzen Fluss einpacken
Verhüllungskunst
Bislang waren es eher statische Gebilde, die Verhüllungskünstler Christo eingepackt hat. Jetzt will er den Arkansas River im US-Staat Colorado abdecken. Beim Projekt "Over the River" will der Künstler den Fluss auf einer Länge von 60 Kilometern mit riesigen Stoffplanen bedecken.