Zwei Ex-Schüler kritisieren ARD-Film über Odenwaldschule

Der WDR verwies darauf, dass mehrere Betroffene den Film "als wertvollen Beitrag für den Umgang mit der Vergangenheit an der Odenwaldschule" bezeichnet hätten. Das Bild zeigt eine Filmszene.
Der WDR verwies darauf, dass mehrere Betroffene den Film "als wertvollen Beitrag für den Umgang mit der Vergangenheit an der Odenwaldschule" bezeichnet hätten. Das Bild zeigt eine Filmszene.
Foto: WDR/Katrin Denkewitz
Was wir bereits wissen
Zwei ehemalige Schüler sehen durch den ARD-Film "Die Auserwählten" über Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule ihre Persönlichkeitsrechte verletzt. Der Anwalt eines Ex-Schülers nennt die Beweislage "derart erdrückend", dass WDR-Intendant Buhrow eine Lösung herbeiführen müsse. Der WDR hingegen spricht von einer "rein fiktiven" Aufarbeitung des Stoffs.

Köln.. An dem ARD-Drama "Die Auserwählten" über die Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule gibt es Kritik von ehemaligen Schülern. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" sehen zwei Ex-Schüler ihre Persönlichkeitsrechte verletzt. Beide hätten sich in dem Film wiedererkannt und rechtliche Schritte gegen den Film, der am Mittwoch (20.15) ausgestrahlt werden soll, eingeleitet.

Die Beweislage sei "derart erdrückend", dass der zuständige WDR-Intendant Tom Buhrow eine Lösung herbeiführen müsse, sagte der Anwalt eines der Schüler dem "Spiegel". Dem Bericht zufolge erwägt das Opfer des damaligen Missbrauchs notfalls sogar ein gerichtliches Verbot des Films.

Internat Der WDR bestätigte den Eingang eines anwaltlichen Schreibens, in dem es um die Persönlichkeitsrechte von zwei Ex-Schülern gehe. Das Schreiben werde juristisch geprüft. Der Sender verwies am Sonntag darauf, dass der Film eine "rein fiktive Aufarbeitung des Stoffs" sei. Mehrere Betroffene hätten den Film "als wertvollen Beitrag für den Umgang mit der Vergangenheit an der Odenwaldschule" bezeichnet. Es werde kein Schüler personalisiert und kein Übergriff gezeigt, sagte eine Sprecherin. (dpa)