ZDF zeigt Drama "Zwei allein" - Ein Unglück unter der Sonne

Auch vor seiner Schwägerin Gerlinde (Johanna Bittenbinder) verschließt sich Benedikt (Elmar Wepper ) nach der Ermordung seiner Frau.
Auch vor seiner Schwägerin Gerlinde (Johanna Bittenbinder) verschließt sich Benedikt (Elmar Wepper ) nach der Ermordung seiner Frau.
Foto: Heike Ulrich/ZDF
Was wir bereits wissen
Der ZDF-Film "Zwei allein" ist eher tiefgründiges Liebesdrama als Krimi. Nach dem Buch von Friedrich Ani beeindrucken im "Fernsehfilm der Woche" Elmar Wepper, Gundi Ellert und Johanna Bittenbinder.

Berlin.. Eine Ermordete, die sichtbar durch die Erinnerungen ihres Ehemanns wandert. Ein Krimi, der sich zusehends zur tiefgründigen Liebesgeschichte, zum Sozial- und Sterbedrama wandelt. Der wundersame, religiös angehauchte "Zwei allein" - am Montag im ZDF - lässt sich nicht einengen durch Genre-Grenzen.

ZDF Das liegt erst einmal am vielschichtigen Drehbuch des Krimi-Meisters Friedrich Ani (56, "Tabor-Süden"-Romane), für den allein die innere Wahrheit der Dramen des Lebens zählt; und was diese mit den getriebenen Menschen machen.

Das liegt aber auch an der förmlich schwebenden Inszenierung Stephan Wagners ("Der Fall Jacob von Metzler") - und nicht zuletzt an drei sehr besonderen, gestandenen, kunstvollen Schauspielern: Elmar Wepper ("Das unsichtbare Mädchen"), Gundi Ellert ("Föhnlage. Ein Alpenkrimi") und Johanna Bittenbinder ("Tannbach - Schicksal eines Dorfes").

Sprachlosigkeit wird den Kleinbürgern zum Verhängnis

Kern ihrer Geschichte ist die ausschließende Liebe zwischen dem älteren Busfahrer Benedikt (Wepper, "Kirschblüten-Hanami" im Kino) und seiner Frau Henriette (Ellert), die beide höchstens Henris Schwester Gerlinde (Bittenbinder) als Dritte im Bunde dulden. Das Ehepaar versteht einander auch ohne Worte - doch gerade ihre Sprachlosigkeit wird den Kleinbürgern zum Verhängnis.

Es beginnt mit einer von der Kamera Thomas Beneschs aus Himmelsperspektive aufgenommenen Fahrt durch das nächtlich glitzernde München: Im sonst menschenleeren Bus haben Benedikt, Henriette und Gerlinde leicht beschwipst viel Spaß. In der nächsten Szene ist die Ehefrau tot - erschossen im Park von einem Maskierten, der mit ihrer Handtasche davon stürmt.

Benedikt wird ins Krankenhaus gerufen, er bricht dort zusammen. In seinem höhlenartigen Häuschen in einem sterilen Viertel verbringt er sodann seine Tage damit, sich das Zusammensein mit Henriette zu vergegenwärtigen. In Rückblenden erfährt man von ihrer Krebserkrankung - und seiner Trauer, sie leiden zu wissen.

"Was glaubst'n du, wer du bist - der stumme Herrgott?"

Starre Bilder, scharfe Schnitte, dumpfes Licht und stumme Blicke kennzeichnen das trostlose, dabei emotions- und spannungsgeladene Geschehen. Verzweifelt versucht seine Schwägerin - sonst gern mal leichtlebig, nun aber Eigenes völlig zurückstellend -, mit dem selbstgerecht und immer harscher wirkenden Witwer in Kontakt zu kommen.

Kino "Was glaubst'n du, wer du bist - der stumme Herrgott?", fragt sie einmal. Auch Kommissar Franke, von Simon Licht als betont neutrale Instanz dargestellt, bleibt bei seiner Mördersuche außen vor. Und dem engagierten Pfarrer (Rufus Beck) seiner Gemeinde verschließt sich Benedikt, eigentlich "der Gesegnete", sowieso. Er hadert mit Gott.

Zu spät hat er erfahren, was wirklich in Henriette vorgegangen ist - sie hat sich ihm nicht anvertraut. Eine Tragödie ist passiert. Ein Mensch blieb seinem am meisten geliebten anderen Menschen ein Rätsel. (dpa)

Montag, 11 .Mai, ZDF, 20.15 Uhr