Wilder Westen soll wilde Gören zähmen
26.02.2009 | 00:01 Uhr 2009-02-26T00:01:00+0100
Teenager außer Kontrolle: Mittwochabend (20.15 Uhr) schickt RTL wieder sechs Jugendliche in den Wilden Westen der USA, damit sie mittels der „Gestalttherapie” lernen, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Mit einer „Dokumentation”, wie RTL das Format nennt, hat die Sendung wenig zu tun.
Sie begehen Straftaten, konsumieren Drogen und sind gewalttätig: Ab Mittwochabend schickt RTL wieder sechs schwer erziehbare Jugendliche in den Wilden Westen. Fernab von der Zivilisation will ihnen das Team vom "Monarch Center für Familienhilfe" zeigen, wie sie im Leben klar kommen können.
Schon nach zehn Minuten wird kaum ein Zuschauer mehr daran zweifeln, dass der Wilde Westen tatsächlich der „letzte Ausweg” für die Jugendlichen ist, so wie es der Untertitel sagt. Kevin (16) greift seine Mutter an, Jeni kifft und zieht sich Koks durch die Nase, während „Schlägerbraut Linda schon seit ihrer Kindheit andere geschlagen und einmal sogar eine Mitschülerin mit Benzin übergossen hat”, wie der Sprecher im Off berichtet.
Basislager in den Rocky Mountains
Den Jugendlichen scheint alles gleichgültig zu sein, während ihre Eltern verzweifelt sind. So verzweifelt, dass sie ihre Kinder vor laufenden Kameras therapieren lassen und sich wünschen, dass sie einmal „richtig im Dreck liegen", wie es ein Vater formuliert.
6000 Kilometer entfernt, in einer Therapieeinrichtung im US-Bundesstaat Colorado, sollen die Problem-Teenies Wege finden, mit ihrer Wut und Aggressivität umzugehen.
Cheftherapeutin in der inzwischen dritten Staffel ist nach wie vor Annegret Noble, die Frau mit dem telegenen Cowboy-Hut.
Die ersten Tage verbringen die Teenies in einem „Basislager” in den Rocky Mountains. Fernab der Zivilisation. Mit Sprechverbot und Alarmanlagen an den Zelten sollen sie zu sich selbst finden und voneinander getrennt ihre „schlimmsten Verfehlungen" aufschreiben.
In dieser ersten Folge soll bei einer Gruppensitzung zunächst einmal „Lindas Maske fallen”. Durchaus einfühlsam bringen Annegret Noble und ihr Team Linda dazu, sich vor der Gruppe zu öffnen. Sie weint und erzählt von der schlimmen Zeit, als ihr Vater in den Knast kam. Ein authentischer Moment.
Drogen-Konsum vor Kamera inszeniert?
Authentisch scheint die Darstellung der Jugendlichen und ihrer Probleme dagegen leider nicht zu sein: Inszenierte Szenen, die die Jugendlichen in ihrem Alltag zeigen sollen (Punkerin Christina trampelt auf Schrottautos herum, Jeni nimmt scheinbar vor laufender Kamera Drogen) und ein Sprecher, der ständig dramatisiert: Für ihn ist Linda etwa „die Schlägerbraut" oder Kevin „der Koma-Säufer”.
Das Format gehört, zusammen mit der „Super Nanny”, „Raus aus den Schulden” und „Die Ausreißer – Der Weg zurück”, zu den Sendungen, die den Mittwoch für RTL zum erfolgreichen Beratungsabend machten. Jedoch wird Lebenshilfe oft hinter schriller Boulevard-Unterhaltung versteckt.
15:48
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07:35
Bravo, ein Westerntrip als Belohnung, ich habe als Kind was falsch gemacht. Ich war artig und es ging nach Holland, auch schön, finde ich heute noch, aber der wilde Westen wäre auch mal toll gewesen.