Wie Günther Jauchs harte Attacke gegen Maschmeyer verpuffte
11.03.2013 | 07:34 Uhr 2013-03-11T07:34:02+0100
Berlin. Brauchen wir ein Gesetz gegen die Gier der Manager? Und können die Deutschen genau wie die Schweizer in einer Volksabstimmung etwas gegen die exorbitant hohen Gehälter und Boni der Konzernchefs unternehmen? Die Sonntagabend-Talkrunde von Günther Jauch blieb weitgehend flach - auch wegen des Moderators.
Es war ja zu befürchten, dass der ARD-Talk mit Günther Jauch am Sonntagabend in der Debatte um Manager-Gehälter nicht unbedingt neue Erkenntnisse bringen würde. Dazu waren die Meinungen der Gäste allzu vorhersehbar. Aber dank der eher unkreativen Moderation, die den Namen kaum verdiente, kam nicht einmal eine einigermaßen angeregte Diskussion zwischen den Talkgästen zustande.
Sahra Wagenknecht von der Linken setzte sich erwartungsgemäß für die Begrenzung der Manager-Gehälter ein. Sie forderte eine Beschränkung der Top-Gehälter auf das Zwanzigfache des untersten Einkommens in einem Unternehmen. Von allen Gästen blieben ihre Forderungen und Aussagen die konkretesten. Damit war ihr die Gunst des Publikums sicher.
Thomas Minder hatte die Schweizer Initiative angestoßen
Für die Begrenzung der Managergehälter war auch Thomas Minder, der Initiator der Schweizer Volksabstimmung. Diese Abstimmung hatte die Debatte zum Thema „Den Managern ans Gehalt! Brauchen wir ein Gesetz gegen die Gier?“ überhaupt erst angestoßen. Dass Carsten Maschmeyer, Gründer des Finanzdienstleisters AWD, kein Interesse an einer gesetzlich beschränkten Gehaltsdebatte hatte, war wenig überraschend. „Hohe Leistung muss eben auch mit hohen Gehältern belohnt werden“, so seine schlichte Meinung.
Warum Sportmoderator Marcel Reif an der Runde teilnahm, blieb bis zum Ende etwas unklar. Seine einzige Fachkompetenz zum Thema schien sein neu erworbener Schweizer Pass zu sein – er hatte beim Volksentscheid für die Begrenzung von Managergehältern abgestimmt. Neben einigen Kommentaren zu Fußballergehältern, plädierte er vor allem für eine bessere Bezahlung von Ärzten und nahm dabei Bezug auf seine Frau, die Frauenkrebs behandelt. „Da muss man sich vor Augen halten, dass sie jede Woche Leben rettet, im Unterschied zu Managern aber viel weniger gut bezahlt wird.“
Rainer Brüderle blieb im Jauch-Talk blass
Der FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle überzeugte bei seinem Auftritt ebenfalls wenig. Mit Bandwurmsätzen versuchte er die plötzliche Bekehrung der FDP zur Begrenzung von Managergehältern zu verpacken. „Die FDP ist immer dafür gewesen, dass die Eigentümer über Eigentum entscheiden dürfen“, sagte er. Das gelte auch bei der Verfügung über Managergehälter.
Dass seine Fraktion im Bundestag gegen entsprechende Gesetzesentwürfe gestimmt hatte, wie Wagenknecht verwies, versuchte er unter den Tisch fallen zu lassen. Bei Twitter meinte Nutzer Thomas Pfeiffer schlicht: „Bei Brüderle fehlt die Heute-Show-Untertitelung. Ich versteh kein Wort.“
„Fühlt sich hier jemand überbezahlt?“
Eine Diskussion im Sinne eines Austauschs kam kaum zustande, auch weil Günther Jauch die Fragen nacheinander von seinen Karteikarten ablas und selten an zuvor Gesagtes anknüpfte. Ob Mindestlohn, Maximallohn, eine Kopplung der Gehälter und Boni an untere Einkommen – die Frage nach Motivation, Gerechtigkeit und Moral blieb oberflächlich.
Da halfen auch provokante Fragen wie „Fühlt sich hier jemand überbezahlt?“ nicht. Traurig, dass die spannendste Frage des Abends wohl die nach einer Äußerung Brüderles zu den Sexismusvorwürfen war, die dieser erwartungsgemäß mit „kein Kommentar“ abtat.
Schon im Vorfeld gab es Diskussionen über Maschmeyers Auftritt
Im Umgang mit Maschmeyer bemühte sich Jauch, diesen möglichst hart anzugehen. Der Moderator schaffte es jedoch nicht, den Ex-AWD-Chef zu klaren Aussagen zu bewegen. Nur in einem kurzen Augenblick ließ sich Maschmeyer zu der Aussage bewegen, dass er nicht das Geld habe, um ehemalige AWD-Kunden zu entschädigen. Das Publikum lachte müde.
Schon im Vorfeld der Sendung gab es zur Einladung Maschmeyers sender-interne Diskussionen. Denn der NDR als verantwortlicher Sender hatte erst im vergangenen Jahr die unternehmerischen Machenschaften des ehemaligen AWD-Chefs an den Pranger gestellt. Bis vors Gericht zog Maschmeyer gegen den Sender, um eine kritische Dokumentation über ihn zu verhindern. Nun bot die Sendung Maschmeyer eine neue Plattform sich zu äußern. Konsequentes Auftreten nach außen geht anders – die NDR-Verantwortlichen waren sich dessen bewusst und entsprechend unzufrieden mit Jauchs Wahl.
Twitter | FDP | Bundestag | Rainer Brüderle | Günther Jauch
23:48
Und in dem Artikel oben wird nicht einmal darauf hingewiesen, dass das Ergebnis der Schweizer Volksabstimmung in Deutschland bereits gesetzlich festgeschrieben ist.
Künftig wird in der Schweiz die Vergütung durch die Generalversammlung der Aktionäre bestimmt. Früher wurde siein der Schweiz vom Management selbst festgelegt.
Schwache Leistung, meine Damen Anika Hegmans und Julia Kleinfeld.
18:06
Ich weiss ja nicht welche Talkshow Frau Hegmans und Frau Kleinfeld gehen haben, aber gestern gab es von Günther Jauch keine Attacke gegen Herrn Maschmeyer.
Er hat ihm Fragen gestellt - mehr nicht.
Warum der Vertreter der Aktionärsschutzvereinigung im Publikum saß und sich an der Diskussion nicht beteiligen durfte, bleibt wohl das Geheimnis der ARD. Gerade er hätte Interessantes liefern können.
Nuschel-König Brüderle war da nämlich total fehl am Platze. Der durfte da wahrscheinlich nur sitzen, da die FDP ihre Beziehungen hat spielen lassen. Warum unterstützt die ARD so plumpes Wahlkampf-Gequatsche?
13:49
Die Multimillionäre Herr Gysi und Her Lafontaine, von der Partei der sozialen Gerechtigkeit beklagen sich genauso wie Herr Jauch auch über die "Gier der anderen".
Herr Jauch hat aber die Einnahmen aus Werbetätigkeiten gespendet. Ca. 14 Millionen.
Wie viel haben denn Herr Lafontaine und Her Gysi gespendet?
http://www.welt.de/themen/guenther-jauch/
Günther Jauch lebt eher zurückgezogen und spendet seine gesamten Werbeeinahmen für wohltätige Zwecke.
13:30
Ich möchte doch mal daran erinnern, das der Multimillionär Herr Lafontaine, von der Partei der sozialen Gerechtigkeit, für seine Vorträge auch bis zu 20000,00 € Honorar genommen hat.
Ich gönne ihm sein Geld, aber diese Heuchelei ist unerträglich.
12:47
Herr Maschmeyer und Herr Brüderlere beim Publikum an.
12:29
Das Herr Jauch mit seinen "Gästen" über dieses Thema diskutiert, sagt schon alles aus! Herr Jauch, der Multimillionär, beklagt die Gier der Anderen. Aber noch schlimmer sind diejenigen, die sich so etwas angucken. Die Gier der Anderen beklagen und wenn sie die Möglichkeiten hätten, wären sie noch gieriger.
11:19
frau wagenknecht war die einzige die für den "normalbürger" sprach.
alle anderen sprachen nur für ihre interessengruppen.
so langsam scheint mir "die linke" die einzige wählbare partei zu werden.
Frau Wagenknecht hat vor 2 Jahren behauptet das die "Mauer notwendig war". Für mich spricht die nicht. Ich bete jeden Tag darum da die drei mal gewendete SED nicht an die Macht kommt.
#6-1Ich gebe Frau Wagenknecht recht die hätte sogar bleiben müssen.grins
10:29
"Von allen Gästen blieben ihre" (Anmerkung: Frau Wagenknecht, DieLinke) "Forderungen und Aussagen die konkretesten. Damit war ihr die Gunst des Publikums sicher."
Das ist wohl wahr und richtig erkannt!
Wer das so nicht r.kant hat, der hat vermutlich ein BrettBumms vor dem Kopf.
09:07
vlt. weil ein Maschmeyer eher zu einer Sendung mit Thema Politik und Lobbyfreunde gepasst hätte. G. Schröder`s Riesterrente war doch nix anderes als ein dickes Dankeschön für Wahlkampfhilfen des damaligen AWD-Chefs. Raus kam dann eine Rentenvorsorge die an den Bedürftigen völlig vorbei "konstruiert" wurde und nur der Finanzdienstleistung Vorteile brachte.
08:44
ist die unbeantwortete Kernfrage.
Die können nur von großen Konzernen bezahlt werden. Große Konzerne können nur entstehen wenn es an kleineren Anbietern fehlt. Damit fehlt es aber auch an Konkurrenz - die Grundvoraussetzung das Marktwirtschaft überhaupt funktionieren kann.
Stellen wir sicher, dass Marktwirtschaft nicht in diktatorischen Oligopolen oder gar Monopolen endet, erledigen sich die überzogenen Managergehälter von selbst.
Monopole und Oligopole treiben längst die Globalisierung an..........