Wickie, unser Quoten-Held
08.08.2009 | 16:58 Uhr 2009-08-08T16:58:00+0200Essen. Eigentlich ist er längst Fernsehgeschichte: der kleine Wikinger-Held „Wickie”. Als die Serie 1974 im ZDF anlief, waren die Arbeiten an dem Trickfilm beinahe schon beendet. Seither befinden sich die 78 Episoden in einer schier endlosen Wiederholungsschleife. Macht nix.
Je öfter die Serie gezeigt wird (Samstag, ZDF, 9.50 Uhr), desto mehr liebt sie das Publikum.
Jenseits der Sommerpause profitiert vor allem der öffentlich-rechtliche Kinderkanal, kurz: Ki.Ka, davon. Pro Folge lockte „Wickie” im Frühjahr um 19 Uhr eine halbe Million Mädchen und Jungen vor die Fernseher. Kein Wunder, dass der Trick-Klassiker bei Kindern unter 13 Jahren einen Marktanteil von rund 40 Prozent verbucht. Aber Fernsehforscher wissen, dass auch viele Erwachsene dem TV-Dauerbrenner nach einem Kinderbuch des Schweden Runer Jonsson treu geblieben sind. Insgesamt sahen mehr als eine Million am Vorabend die Abenteuer der unverwüstlichen Wikinger-Sippe. In der Spitze waren es sogar 1,3 Millionen Zuschauer, wie der Ki.Ka frohlockt.
Derzeit, in den Ferien, läuft „Wickie” weiter, aber eben beim Haussender ZDF.
Prädikat wertvoll
Warum lässt die Faszination der deutsch-österreichisch-japanischen Produktion nicht nach, obwohl sie in den Siebzigern erklärtermaßen als Billigserie an den Start ging? Ki.Ka-Sprecherin Christiane Rohde führt den Erfolg der Serie zunächst darauf zurück, sie sei „ein wunderbares Programm für Mädchen und Jungs gleichermaßen (viele irren sich immer noch in der Geschlechterzuweisung!)”. Zudem hält Rohde Wickie für eine perfekte Identifikationsfigur: „Er ist klein und clever. Er pflegt Freundschaften, erlebt Abenteuer, vermeintlich schwach, löst er große Probleme, zeigt dadurch wahre Stärke durch Klugheit.”
Prädikat wertvoll. Wickie ist kein Superman und auch kein Harry Potter. Er hat weder die Kraft der zwei Herzen noch übernatürliche Fähigkeiten. Der kleine Wikinger, rotznasig wie rothaarig, kombiniert einfach clever und macht sich die Tricks allgemein zugänglicher Naturwissenschaften zu Nutze.
Nostalgisches Element
Der kleine Mann, der es den Großen gern zeigt, bleibt auch für Erwachsene ein Thema. Die Serie hat für sie ein nostalgisches Element und immer noch aktuelle Botschaft. Kein Wunder, dass ihnen Wiedersehen Freude macht. Obendrein können Eltern ihr Vergnügen mit ihren Kindern teilen.
Zum Vergnügen gehört auch die Optik des Trick-Klassikers. Sie schrieb TV-Geschichte. Die vom japanischen Studio Zuiyo produzierte Anime-Serie hatte einen schlichten Strich, den das deutsche Publikum damals kaum kannte: Figuren nach dem Kindchen-Schema waren ihr Markenzeichen.
Davon setzt sich der Realfilm von Michael „Bully” Herbig ab, der am 9. September in den Kinos startet. Bereits wenige Tage zuvor, am 5. September, erscheint eine zwölfteilige DVD-Box – mit allen Folgen.
19:42
könnte man wickie direkt vom volke zum kanzler
wählen, wäre sein stimmanteil sicher legion ... ;-))