Westerwelle bittet im TV-Talk um Nachsicht
08.04.2010 | 16:58 Uhr 2010-04-08T16:58:03+0200
Essen.Beim ersten Talk-Show-Auftritt nach seinen Verbal-Attacken gegen den Sozialstaat blieb FDP-Chef Guido Westerwelle ungewohnt zahm und defensiv. Statt spätrömischer Dekadenz bot er dem Zuschauer weitgehend spätabendliches Gähnen. Kaiser Guido stand bei Maybrit Illner ohne Kleider da.
Anne Will von der ARD hatte Westerwelle, der sich doch so gern als Stimme der schweigenden Mehrheit im Lande inszeniert, am letzten Sonntag noch einen Korb gegeben. Wills ZDF-Konkurrentin Maybrit Illner dagegen hatte gestern Abend, da sich nach Westerwelles Breitseiten gegen das deutsche Sozialsystem der Staub ein wenig gelegt hat, mehr Glück. Doch wer auf neuerliche Ausfälle des Ober-Liberalen lauerte, wurde enttäuscht.
Statt provokanter Sottisen lieferte Westerwelle sattsam bekannte Parolen und Plattitüden Marke „Jemand, der hart arbeitet, muss mehr haben, als derjenige, der nicht arbeitet“ oder „Wir müssen mehr an die denken, die in Deutschland den Karren ziehen“. Zwar reklamierte Westerwelle für sich, er sei weiterhin „Mitglied im Verein für klare Aussprache“, doch wirkte er seltsam müde. Auf diese Weise wurde deutlich: Ohne markige Sprüche hat Westerwelle in der Hartz-Diskussion wenig zu bieten.
„Das ist jetzt ihr Sozialstaat.“
Denn ein Mit-Diskutant legte sogleich den Finger in die liberale Wunde. „Sie haben nur Banalitäten ausgesprochen und zur Lösung des strukturellen Problems der Arbeitslosigkeit keinen Vorschlag gemacht“, grantelte Rudolf Dreßler. Der knorrige Beton-Sozi, ein Sozialpolitiker der alten Schule, dem auch schon mal Sympathien für die Linkspartei nachgesagt werden, ist das komplette Gegenmodell zum marktliberalen Westerwelle. Dessen eigentliche Motivation für seine Brachialkritik am deutschen Sozialsystem, so Dreßler, sei die Hoffnung auf einen Stopp des freien Falls der FDP in den Umfragen gewesen.
In die gleiche Kerbe wie Alt-SPDler Dreßler schlug die „Zeit“-Journalistin Elisabeth Niejahr. „Sie machen immer noch Politik wie ein Oppositionspolitiker“, hielt sie dem Kabinettsmitglied Westerwelle vor. „Das ist jetzt Ihr Sozialstaat. Wo wollen Sie was verändern?“ Ein Weckruf für den müden Vize-Kanzler? Weit gefehlt.
Mahnende Worte für Politik-Idol
Wer auf einen eiskalten Konter wartete, wurde erneut enttäuscht. Stattdessen, man rieb sich als Zuschauer die Augen, bat Westerwelle beinahe flehentlich um Nachsicht und Geduld. Hatte er vor den Bundestagswahl noch den Eindruck erweckt, Schwarz-Gelb würde die Republik quasi im Handstreich umkrempeln, so buhlte er nun um Verständnis. Man müsse, so Westerwelle, einer Regierung, die erst wenige Monate im Amt sei, „eine gewisse Chance geben“. Schließlich könne man „nicht alles auf einmal“ angehen.
Doch auf Nachsicht konnte der FDP-Vorsitzende in der Illner-Runde nicht zählen. Selbst der Berliner Unternehmer Stephan Schwarz, in der Hartz-Debatte eigentlich voll auf Westerwelles Seite („Sie sprechen vielen Menschen aus dem Herzen“) , fand mahnende Worte für sein Politik-Idol. „Wir wissen nicht, wohin die Regierung will. Die Ungeduld ist groß. Ich will jetzt eine Entscheidung.“
20:29
Herr Westerwelle, mir kommen die Tränen !
22:14
Inkompetente Politiker hat dieses Land ausreichend, ergo rufe ich zum Boykott auf!
22:11
Der Kommentar und die geschriebenen
Meinungen haben Charme, jedoch sollte
Westerwelle nach Bonn gehen und als Jurist fungieren, vielleicht kann er das besser handhaben!
Er wie auch Merkel sind vollkommen deplaciert in Berlin und nun die nächste Frage:
Wer hat diese Personen gewählt?
Es bleibt zu hoffen, daß die NRW-Wahl Aufschluß bringen wird, denn diese Politiker haben einen massiven Denkzettel verdient, denn es geht nicht mehr.
Deutschland geht immer mehr den Bach `runter.
11:38
Fairer Journalismus sieht anders aus !
M. Illner war mir bis Ende Febr. 2010 die liebste Talk-Moderatorin. Nicht nur, weil sie sehr nett und adrett aussieht !!
War..... bis zu diesem blamablen Talk mit Westerwelle und ihrer Journalisten-Kollegin von der ZEIT. Ein echter Flop von M. Illner
Ihre Journalisten-Kollegin E. Niejahr durfte - ohne Unterbrechnung - reden und reden. Sie wurde auch nicht mit falschen Behauptungen und Unterstellungen (die andere verbreiten) konfrontiert. Ganz im Gegenteil zu dem Verhalten von M. Illner gegenüber G. Westerwelle.
Ihm hat M. Illner permanent falsche Unterstellungen/Behauptungen von anderen vorgeworfen. Warum keine sachlichen und objektive Fragen Frau Illner ? ?
Ihr subjektive Abneigungen gegenüber FDP und Dr. G. Westerwelle war mehr als blamabel.
Wie komisch, dass jetzt- d.h. erst jetzt, als die Umfragen belegen, dass die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung die Finanzierung der arbeitsunwilligen ( und nur um diese ging es Dr. Westerwelle schon immer !!!) Hartz-IV-Empfänger ablehnt, kommt auch die SPD auf diese Spur.
Die SPD-Vize-CHEFIN Hannelore Kraft will JETZT Langzeitarbeitslose ind Pflegeheime zum Vorlesen schicken und auf der Straße einsetzen..... um die Straße sauber zu halten !
Was für eine totale Kehrtwendung der SPD !!!
Dass aber eine Journalistin wie M. Illner, die doch objektiv und kritisch berichten sollte, sich so beschämend Partei-ergreifend verhält, zwingt mich dazu die Sendung von M. Illner einfach nicht mehr anzusehen. Basta !
08:13
Ich Frage mich nach dessen Auftritt erst recht: Wie konnte man diesen Typ wählen und ihm auch noch ein politisches Spitzenamt übertragen?
21:20
#48 von wirbelwind72,
Mir ist ein 24 jähriger der morgens mit dem A.. nicht aus dem Bett kommt,allemale Lieber ,als ein Manager,der skrupelos
tausende entlässt,nur damit seine Aktionäre 1,5% mehr Rendite haben,oder ein Verbrecher der Steuergelder illegal zu Schweizer Banken transferiert,dass sind die wirklichen Schmarotzer und erstaunlich ist auch,dass jeder einen kennt,der sich auf seine Kosten einen lauen Lenz macht,ich habe einen relativen grossen Bekanntenkreis,weil ich ehrenamtlich in einem Fussballverein tätig bin,dort sind einige Jugendliche,ich kenne da keinen der ungestraft Ausbildungsmöglichkeiten in den Wind schlägt,er bekommt dann nämlich kein Geld mehr,erst mal nachdenken und recherchieren bevor man falsche Stimmung machen will.
#49 woelly
Sie haben 16 Jahr Kohls Misswirtschaft vergessen,dass tun die schwarzenundgelben aber ganz gerne.
Die wirklich Dummen in diesem Lande lassen sich eben wie schon vor geraumer Zeit gerne an der Nase rumführen und wer am lautesten Schreit hat bei diesen Dummköpfen recht,so ist er eben der gute alte Deutsche.
19:51
Mehr Geld bekomme ich laut Gehaltsabrechnung auch nicht , Gwidu !
18:03
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17:18
Bleib stark Guido, du bist auf dem richtigen Weg.
17:04
Sorry aber wenn man vor dem evtl. Übel ALG-2 steht und dann die derzeitigen Vorschläge der FDP für gut hält, muss man schon sehr ..... sein.
Sie brauchen sich keine Sorgen machen, der Zustand wird ihnen nicht möglichst komfortabel gestaltet.
Leider wird ihr zukünftiges Areitsleben auch nicht mehr sehr komfortabel sein - es dürfte wohl eher gerade so zum überleben reichen - nicht aber zum Leben.