Das aktuelle Wetter NRW 13°C
RTL-Show

„Wer wird Millionär?“ – Wie ein Quiz zur Freakshow wird

26.04.2012 | 14:27 Uhr
„Wer wird Millionär?“ – Wie ein Quiz zur Freakshow wird
Seit mehr als zwölf Jahren moderiert Günther Jauch "Wer wird Millionär", mehr als 2000 Kandidaten haben seitdem ihr Glück beim RTL-Quiz versucht. Doch der Weg auf den berühmten Ratestuhl ist nicht so leicht, wie man denken könnte.Foto: dapd

Essen.  Bei „Wer wird Millionär“ kommt man ohne Wissen nicht weit. Wie aber kommt man überhaupt auf den Ratestuhl? Glaubt man RTL, dann zählen bei der Auswahl Glück und etwas Wissen. Ein Ex-Bewerber widerspricht: Er hat das Auswahlverfahren als gezielte Suche nach privaten Skurrilitäten erlebt.

Maik ist 20-mal umgezogen, Stefan hat seinen Heiratsantrag in der Achterbahn gemacht, und Jens war der erste Kondomtester Deutschlands. Drei Details zu drei Kandidaten, die zuletzt ihr Glück bei „Wer wird Millionär“ versuchten. Die Vorstellungsrunde mit mehr oder weniger skurrilen Anekdötchen gehört mittlerweile fest zum RTL-Dauerbrenner-Quiz. Wer gewinnen will, muss viel wissen. Gut, wenn er dabei noch unterhaltsam ist.

Da werden die Fragen auf dem Ratestuhl manchmal glatt zur Nebensache: Wenn ein Rentner zwischen 1000 und 2000 Euro von Bekanntschaften in der Ukraine plaudert . Oder eine forsche Abiturientin Moderator Günther Jauch mit Unwissen und Beratungsresistenz beinahe in den Wahnsinn treibt.

Wo bekommen die nur solche Leute her?

Vom „Wer wird Millionär“-Auswahlverfahren desillusioniert

Alexander Mirschel hat da so seine Theorie: Sucht sich die Produktionsfirma gezielt passende Typen? Den „Showkandidat als ‚Verkaufsware’“, wie es der 26-jährige Frankfurter in seinem „Niedblog“ umschrieben hat? Er selbst hat sich als Kandidat bei „Wer wird Millionär“ beworben. Und ist nach dem Auswahlverfahren einigermaßen desillusioniert.

„Dass bei RTL viel gefaked ist, war mir bewusst“, sagt Mirschel im Gespräch mit DerWesten und spielt damit auf Scripted-Reality-Formate wie „Mitten im Leben“ oder „Die Schulermittler“ an. Bei ihm selbst und im Bekanntenkreis habe aber immer der Eindruck geherrscht: „Nicht beim Jauch!“ Doch beim Jauch?

RTL will nicht viel verraten über die Kandidatenauswahl

Viel verrät RTL nicht über die Kandidatenauswahl für die von Endemol produzierte Quizshow. Auf Nachfrage wird betont, dass die Kandidaten „die ganze Bandbreite der Bevölkerung“ abbilden sollen: „Alt und jung, klug und weniger klug, dick und dünn, eloquent und weniger eloquent.“

Wie aber schafft man es auf den berühmten Stuhl im Fernsehstudio? Glaubt man der RTL-Homepage, dann ist das ganz einfach: „Sie wollen auch einmal die Chance auf eine Million Euro nutzen und wollen sich den 15 Fragen von Günther Jauch stellen?“, heißt es da. „Kein Problem! Mit ein bisschen Glück sind Sie für 1,00 Euro in der ‚Wer wird Millionär’-Auswahl.“ Einen Euro kostet jeder Bewerbungsversuch. Je mehr Versuche, verspricht RTL, desto höher die Chancen.

Ein Zufallsgenerator, zwei Auswahlrunden

Ganz so schnell geht’s dann aber doch nicht: Ein Zufallsgenerator wähle täglich aus allen Bewerbern, die sich per SMS, Telefon, Postkarte oder online registrieren haben lassen, eine bestimmte Anzahl von „Kandidatenanwärtern“ aus, teilt RTL-Sprecher Frank Rendez mit.

Es folgten zwei Telefon-Castings, in denen Wissensfragen gestellt würden und „ein paar persönliche Fragen nach Beruf und Hobby“ – „um den Kandidaten etwas näher kennen zu lernen“. Rendez betont: „Am Ende entscheidet, wie viele Fragen der Kandidat in beiden Runden beantworten konnte.“

  1. Seite 1: „Wer wird Millionär?“ – Wie ein Quiz zur Freakshow wird
    Seite 2: Wie ein Bewerber das „Wer wird Millionär“-Casting erlebte

1 | 2


Kommentare
07.05.2012
16:25
„Wer wird Millionär?“ – Wie ein Quiz zur Freakshow wird
von Chancentot | #13

Und was lernen wir daraus? Wenn du auf den Stuhl willst, so denke dir eine schöne Geschichte aus, erzähle von deiner halbseitig gelähmten Cousine oder deinen Tic täglich RTL einschalten zu müssen..
Fake dein Leben, schlage Endemol und RTL mit den eigenen Waffen un du bekommst die Chance ne Million zu gewinnen. ist doch ganz einfach.. Was die können...

29.04.2012
11:44
„Wer wird Millionär?“ – Wie ein Quiz zur Freakshow wird
von PhilChori | #12

Ja und? Es ist eine Unterhaltungssendung! Wie gesagt: Ja und?

28.04.2012
18:17
„Wer wird Millionär?“ – Wie ein Quiz zur Freakshow wird
von agent_orange53 | #11

meine Schwester hat im letzten Jahr am Auswahlverfahren teilgenommen und es auch bis ins Studio geschafft. Auf den Stuhl dann allerdings nicht mehr.

Was hier im Artikel steht und was andere Kandidaten da empfunden haben widerspricht dem, was meine Schwester (63 Jahre alt, Therapeutin und in keiner Weise Freak oder mit einer besonderen Macke ausgestattet) mir darüber erzählt hat.

der Artikel ist äusserst schlecht recherchiert und der Wahrheitsgehalt dürfte maximal auf den erwähnte Kandidaten zutreffen. Allgemeingültig ist das sicher nicht

27.04.2012
16:09
oh mann!
von Hanswurschtl | #10

ja, was glaubt dieser Alexander Mirschel?
Daß es in einer Show nicht um die Show geht? Wozu sollte RTL denn sonst eine Show veranstalten? Wieso bitteschön sollte sich RTL dafür interessieren, was er alles weiß? Wie naiv...

27.04.2012
14:51
„Wer wird Millionär?“ – Wie ein Quiz zur Freakshow wird
von Ennepestraesser | #9

RTL boykottieren !!!!!

27.04.2012
14:41
„Wer wird Millionär?“ – Wie ein Quiz zur Freakshow wird
von Oemes | #8

Das so etwas überhaupt eine Meldung wert ist.

27.04.2012
14:34
„Wer wird Millionär?“ – Wie ein Quiz zur Freakshow wird
von Ex-Ruhrgebietler | #7

Ein selten dämlicher Artikel. Mir fallen aus dem Stegreif zwei Dutzend Sendungen ein die um ein vielfaches "freakiger" sind als WWM. Das die Redaktion auf Fernsehtauglichkeit achtet ist verständlich. Ich kann mich an eine Sendung erinnern in der es ein Frührentner auf den Stuhl geschafft hatte, der die Sendung offenbar noch nie gesehen hatte. Jedenfalls versuchte der die ganze Zeit seine Antwort durch Berühren des Bildschirms einzugeben.

Und die Forderung nach "Transparenz" ist auch hirnrissig. Transparenz ist gefragt wenn ein Bundesministerium einen neuen Referatsleiter sucht, aber nicht bei sowas. Na ja, immerhin wurde der Link zu dem Blog von Herrn (Namen schon wieder vergessen) mal veröffentlicht, da hat der dann auch was von...

27.04.2012
13:58
„Wer wird Millionär?“ – Wie ein Quiz zur Freakshow wird
von DerMerker007 | #6

Was hinterfragt die WAZ denn hier? Muß man sich wieder auf das Niveau der BLÖD Zeitung begeben!?! Liebe WAZ, Quote ist doch nicht alles, man muß sich erst einmal selbst hinterfragen, wenn einem die Leser verloren gehen!
WWM mit dem Niveau von anderen Shows zu vergleichen, ist wie Birnen mit Äpfel zu vergleichen! Also erst einmal selber seine Hausaufgaben machen und dann andere auf Frakshow Niveau titulieren!

27.04.2012
13:38
„Wer wird Millionär?“ – Wie ein Quiz zur Freakshow wird
von Eduard79 | #5

Die Frage "Wo bekommen die nur solche Leute her?" ist im Prinzip hochgradig scheinheilig. Ich gehe jede Wette ein, dass auch die Autorin des Artikels Anekdoten in ihrem Leben durchgemacht hat, die durchaus skurril wirken würden, wenn man sie im Fernsehen erzählen würde. Ganz einfach, weil das bei JEDEM Menschen so ist - der alltägliche Wahnsinn halt. Ausgeschmückt und pointiert erzählt, gibt es bei jedem Menschen "fernsehtaugliche" Geschichten.

Recht geben muss man dem Artikel allerdings, wenn man sich fragt, warum Menschen sich mit diesen Geschichten vor Kameras zerren lassen, und warum die Redaktionen der Sendungen sowas auch noch fördern (wenn es denn so ist).

27.04.2012
12:39
„Wer wird Millionär?“ – Wie ein Quiz zur Freakshow wird
von Verkannt | #4

Wahrscheinlich wird auch statistisch versucht die Möglichkeit, jedes Mal eine Million zu verlieren, klein zu halten.

Aus dem Ressort
Peter Kloeppel gibt Chefredaktions-Posten bei RTL ab
RTL
Zehn Jahre lang stand Peter Kloeppel an der Spitze von RTL. Jetzt gibt der 55-Jährige den Posten des Chefredakteurs ab. Damit wolle er sich einen großen persönlichen Wunsch erfüllen und in Zukunft mehr Zeit in den USA verbringen. Er bleibt aber Chefmoderator von "RTL Aktuell".
ARD lässt Show-Format "Tim Mälzer kocht!" auslaufen
Koch-Show
Nach fünf Jahren ist Schluss für die Koch-Show "Tim Mälzer kocht!". Am 23. August zeigt die ARD die letzte Folge. Doch der TV-Koch bleibt. Ab Herbst ist er mit "Der Montags-Check im Ersten" und bis Jahresende mit zwei weiteren Folgen der Show "Der Lebensmittel-Check mit Tim Mälzer" zu sehen.
Duisburgerin nimmt an Neuauflage von "Deal or No Deal" teil
TV-Show
"Deal or No Deal" ist zurück im Fernsehen. Die Show-Neuauflage wird am Mittwoch um 20.15 auf Sat.1 ausgestrahlt. Mit dabei ist die Duisburgerin Hülya Güzel. Wie viel sie abgesahnt hat, darf sie nicht verraten. Das war auch nur zweitrangig. Viel wichtiger: Wie war denn nun Wayne Carpendale?
Medien, Macht und Sex – Parade-Rolle für Matthias Brandt
ARD
Ihm gelingt momentan alles: Matthias Brandt ist der Schauspieler der Stunde, ganz gleich ob als Kommissar im „Polizeiruf 110“ oder als machtbewusster Medienmann, an diesem Mittwoch in der ARD. Doch als ihm ein ganz hohes politisches Amt winkt, gerät er in die Mühle seiner eigenen Branche.
ZDF liegt im Quotenrennen vor der ARD auf Platz eins
TV-Quoten
Die Klinikserie "In aller Freundschaft" ist für die ARD nach wie vor eine sichere Bank. Im Vorprogramm hat Harald Krassnitzer als Mediator allerdings mit einer bröckelnden Quote zu kämpfen. In der Jahresbilanz ist das ZDF auf dem ersten Platz. Die ARD belegt Platz zwei.
Umfrage
Neue Runde in der Affäre Schavan: Norbert Lammert sagt seine Rede an der Uni Düsseldorf ab. Ist das angemessen als Bundestagspräsident?

Neue Runde in der Affäre Schavan: Norbert Lammert sagt seine Rede an der Uni Düsseldorf ab. Ist das angemessen als Bundestagspräsident?

 
Fotos und Videos
Glaskasten für Galileo angeliefert
Bildgalerie
TV-Experiment
The Voice Kids
Bildgalerie
Unterhaltung
Alle 26 Platzierungen
Bildgalerie
ESC 2014
Conchita für Österreich
Bildgalerie
ESC 2014