WDR streicht umstrittene Jesus-Szene in Stunksitzung
10.02.2012 | 15:01 Uhr 2012-02-10T15:01:13+0100
Köln. Der WDR macht bei der Stunksitzung einen Rückzieher. Die umstrittene Szene, in der Jesus auf einem Segway zur Kreuzigung fährt, wird nicht im Fernsehen gezeigt. Der Veranstalter des alternativen Karnevals spricht von einer "Empörungsmaschinerie".
Der WDR sendet die Aufzeichnung der Kölner Stunksitzung am 16. und 18. Februar ohne eine umstrittene Szene, in der Jesus auf einem Segway (Stehroller) zur Kreuzigung fährt. Der Sender begründete die Streichung damit, dass die Szene mit dem Programmgrundsatz, die religiösen Überzeugungen der Bevölkerung zu achten, nicht vereinbar sei. Der Sprecher der Stunksitzung, Winfried Rau, kritisierte auf dapd-Anfrage nicht die Streichung, der WDR habe schon häufiger Szenen gestrichen. Er sprach aber von einer "Empörungsmaschinerie".
Die Szene habe überhaupt keinen religionskritischen Inhalt. Erst durch die Schlagzeile der "Bild"-Zeitung, Jesus werde verhöhnt, seien die Veranstalter mit organisierten Protesten überzogen worden. Rau betonte, es sei nur ein "20-Sekunden-Klamauk" innerhalb eines Sketches, der davon handele, wie der Segway die Geschichte der Menschheit verändert hätte - vom Neandertaler bis zum modernen Menschen. In einer Szene gehe es darum, wie schwer es Jesus gehabt habe. Während er das Kreuz schleppt, erklingt der Song aus dem Kinofilm "Das Leben des Brian", Klageweiber schnippen mit den Fingern und bedauern Jesus: "Mit dem Segway hätte er es leichter." Das sei eine "sehr harmlose Szene", meinte Rau.
Doch der Kölner Generalvikar Dominik Schwaderlapp hatte sich empört: "Hier wird nicht nur Gottes Sohn, sondern auch das Leiden eines gefolterten Menschen verhöhnt."
"Freche Parodien und bissige Satire"
Stunksitzungssprecher Rau betonte, die Sketche der vergangenen Jahre zum Missbrauchsskandal der katholischen Kirche und zum Weltjugendtag in Köln seien viel härter gewesen. Er äußerte aber insofern Verständnis für die Streichung der Jesus-Szene, als er sagte, der WDR unterliege viel strengeren Richtlinien als die Karnevalisten. "Es ist eigentlich ein Lehrbeispiel dafür, welche Macht die Kirche im Staat und den öffentlich-rechtlichen Institutionen hat", sagte Rau.
Der WDR kündigt die Sendung der Stunksitzung so an: "Jedes Jahr aufs Neue überrascht die Stunksitzung mit frechen Parodien und bissiger Satire... Auch dieses Jahr bekommen die Stunker keine kalten Füße, wenn es darum geht, gesellschaftlich relevante Ereignisse auf die Bühne zu bringen."
Proteste hatte es auch gegen die ARD-Sendung "Frankfurt: Helau! - Inthronisation des Prinzenpaares" vom 2. Februar gegeben. Der hessische Landesausländerbeirat (agah) kritisierte eine Büttenrede über Integration. Diese sei eine "öffentlich-rechtliche Zurschaustellung von rassistischen Vorurteilen" gewesen. Der Hessische Rundfunk sagte dazu: "Über Geschmack lässt sich bekanntlich vortrefflich streiten." Im Rundfunkrat und im Fernsehausschuss des HR sei der Beitrag nach der Aufzeichnung und Ausstrahlung der Sendung bereits kontrovers diskutiert worden.
19:14
Zensur ist die Macht einer elitären Minderheit über die Mehrheit!
10:39
"zensur findet nicht statt" AUSSER die jeweilige lobby lässt ihre kontakte spielen.....
dann findet zensur sehr wohl statt.....
die christliche religion und die anbeter jeder andresn sekte jeder richtung kann man gar nicht genug beleidigen.....lächerlich.....
wer an ein "höheres wesen" glaubt befindet sich ohne ausnahme noch im mittelalter der menschheitsentwicklung......purer aberglaube.....
warum nicht die sonne anbeten weil sie jeden morgen aufgeht oder den mond?
das kann man sich natürlich nicht vorstellen....aber an ein wesen glauben das ALLES sieht und ALLES hört und nach dem tod auf einen wartet um einen zu "richten".....
lachhaft...
16:05
AntonC, Türken und Islam sind zwei verschiedene Dinge. Genauso wie nicht jeder Jude Israeli ist, ist nicht jeder Türke ein Moslem.
Und auf der Karnevalssitzung wurden keine Parodien auf Mohammed bzw. Allah gemacht.
Also bitte nicht alles in einen Topf werfen.
16:00
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15:30
Soviel zu den islamfeindlichen Äußerung zu dem Beitrag über die türkenfeindlichen Äußerungn im Frankfurter Karneval.