WDR muss sparen
31.01.2009 | 10:00 Uhr 2009-01-31T10:00:00+0100
Köln. Der WDR muss sparen. Bis 2012 erwartet der öffentlich-rechtliche Landessender ein Finanzloch von rund 100 Millionen Euro. Wie WDR-Intendantin Monika Piel in Köln gestern sagte, könnte die Finanzkrise den Betrag sogar noch vergrößern.
Hintergrund: Wer keinen Job hat, wird in der Regel von Rundfunkgebühren befreit. Bereits jetzt liege die Befreiungsquote in NRW überdurchschnittlich hoch, sagte der Chef des Rundfunkrates, Reinhard Grätz. Sie erreiche inzwischen das Niveau ostdeutscher Bundesländer. Derzeit sind 870 000 Radios (plus 1,4 Prozent) und 805.000 Fernseher (plus 2,5 Prozent) gebührenfrei.
Die Gebühren machen bisher 82 Prozent der Einnahmen aus. Insgesamt plant der WDR für dieses Jahr mit 1,4 Mrd. Euro Einnahmen. Ohne die seit dem 1. Januar wirksame Erhöhung der Rundfunkgebühren um 95 Cent auf knapp 18 Euro pro Monat hätte der WDR bereits jetzt Probleme, fügte der Vorsitzende des Verwaltungsrates, der Dortmunder Ludwig Jörder, hinzu. Die Erhöhung spült in diesem Jahr 50 Mio. Euro mehr als 2008 in die WDR-Kasse.
Rationalisierung und verbesserte Arbeitsabläufe
Auch die Werbekrise trifft den WDR - wenn auch nicht so hart wie die private Konkurrenz. Werbung sorgte zuletzt lediglich für 4,5 Prozent der Einnahmen.
Auf dem Hintergrund der mittelfristig erwarteten Mindereinnahmen setzt der WDR den Rotstift an, um, wie Intendantin Piel sagte, 2012 eine “schwarze Null” zu schreiben. Grätz zufolge will der Sender in erster Linie rationalisieren und Arbeitsabläufe verbessern. Dabei setzt er auf digitale Technik. Erst in zweiter Linie sollen Personal eingespart werden. Grätz zufolge fallen binnen drei Jahren weniger als 50 Stellen von derzeit 4300 weg.
Mit Blick auf die ARD sagte Piel, beim Finanzausgleich für kleine Sender wie Radio Bremen sei “das Ende der Fahnenstange erreicht”. Zudem machte sie sich stark dafür, bei der Aufgabenteilung innerhalb des Senderverbundes stärkere Schwerpunkte als bisher zu setzen - bei Sport-Übertragungen wie bei der Film-Produktion.
Qualität erhalten
Damit will der WDR dafür sorgen, dass die Qualität der Programme Hörfunk und Fernsehen erhalten bleibt - regional wie bundesweit. Für das laufende Jahr kündigte Intendantin Piel an, zwei politische Jahrestage in Doku und Spielfilm zu würdigen: das 60-jährige Bestehen der Bundesrepublik sowie den Mauerfall vor 20 Jahren.
Zudem kündigte Extraberichterstattung im aktuellen Superwahljahr an. Nichtwählern will sie vor Augen halten, wie sehr Politik ihren Alltag beeinflusst. Das soll sie wieder an die Wahlurnen bringen.
Zudem würdigt der WDR das Projekt “Ruhr 2010”. Im nächsten Jahr wird das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas. Aus diesem Anlass verlegt der WDR die Handlung eines “Tatortes” ins Revier. Ob das Extra eine einmalige Aktion bleibt, ließ Piel offen.
Offen blieb auch, wie der WDR künftig mit dem Comedian Oliver Pocher zusammenarbeitet. Im April läuft sein Engagement bei Harald Schmidt aus. Piel erklärte, der WDR verhandele derzeit mit ihm über eine “eigene Sendung”.
09:54
@ technikus53
Sie sollten sich informieren, ehe Sie mit Ihren rhetorischen Warum-Fragen Stimmungsmache betreiben:
- Die Gehälter der Intendanten stellen keine persönliche Bereicherung da, wo jemand etwas von unseren GEZ-Gebühren abzieht. Es sind auch kein keine GEZ-, sondern Rundfunkgebühren. Die - Die Bundesrepublik ist ein föderaler Staat, aber nicht jedes Land hat einen eigene Rundfunkanstalt!
- Die Regionalstudios haben die Aufgabe, die Leute vor Ort zu informieren. Private Sender meiden den Aufwand, den solche lokale Berichterstattung verursach. Die sogenannten Lokalzeitungen haben längst ihre Redaktionen zusammengelegt. So geht Meinungsvielfalt verloren.
- die Volksvertreter stimmen längst nicht jeder geforderten Gebührenerhöhung zu. Im Gegenteil!
- Für unsere ausländischen Mitbürger gelten dieselben Richtlinien wie für deutsche Mitbürger. Was soll dieses ausländerfeindliche Geschwafel?!?! Ausserdem ist die Welle, die Integration der vielen Nationalitäten in unserem Land dient, Funkhaus Europa und nicht WDR 5. Und aus Sparsamkeitsgründen hat der rbb gerade sein Radio Multikulti abgeschaltet, so dass Funkhaus Europa jetzt auch für die Hörer in Berlin/Brandenburg gesendet wird.
Wie die privaten Sender auf die Wirtschaftskrise reagieren, sieht man bei SAT 1 / Pro 7.
Welchen Stand der Desinformation wir befürchten müssen, wenn es keine unabhängigen Medien gäbe, merkt man an den Einlassungen von technikus53.
09:59
Sollen sie es doch so machen wie die Lokalradios. Nur noch bzw. überwiegend kostenlose Praktikanten einsetzen. Das spart Geld und die Hörer wollen doch sowieso nur Spiele und Comedy.
08:18
GEBÜHREN RAUF - JETZT!!!
20:20
Lt. einer Nachrichtenmeldung, ausgerechnet vorgestern im WDR, plant die Bundesregierung eine Beschneidung und Veröffentlichung der Managergehälter.
Hiervon sind nicht nur Großkonzerne und Fußbllclubs, sondern auch, man höre und staune, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten betroffen.
Würde mich also mal interessieren, wieviel so ein Rundfunkintendant von unseren GEZ - Gebühren abzieht!
Warum müssen wir für jedes Bundesland eine Landesrundfunkanstalt mit komplettem Rundfunkrat haben?
Warum gibt es mittlerweile in jeder größeren Stadt eigene Sendestudios mit kompletter Mannschaft?
Warum segnen unsere Volksvertreter jeden Wunsch nach höheren Rundfunkgebühren ab, ohne mal auf Sparmaßnahmen zu bestehen?
Kann es sein, daß sich unsere Parteien ein Sprachrohr für kostenlose Propaganda, sprich Wahlwerbesendungen, freihalten wollen?
Mich würde interessieren, ob unsere ausländischen Mitbürger auch ihrer Gebührenpflicht nachkommen, da für sie sogar mit WDR5 ein eigener Radiosender zur Verfügung steht.
Oder trauen sich die GEZ - Spione mit ihrem unverschämten Auftritt nicht in z.B. türkische Wohnviertel?
18:38
Solange es Sender gibt ,die nicht vom freien Markt abhängig sind, solange sehe ich auch Nachrichten , die nicht vom freien Markt gekauft sind.
(mit Blick auf Berlusconi)
17:27
Was jammert dieser Geldabzockstelle denn so?
Hier will man doch nur wieder Haß zwischen Arbeitnehmer und Arbeitslose schüren.
Die sollen sich dem freien Markt stellen, so wie es alle anderen rein privaten Sender auch machen müssen.
Gebt der deutschen Bevölkerung doch die Möglichkeit, dass sie Eure Programme nicht empfangen müssen, wenn diese es nicht wünschen.
Warum muß der deutsche Zuschauer Gebühren bezahlen, während die Nachbarländer deutsche Sender unverblümt und kostenfrei empfangen können?!