Was Christina Stürmer von "Sing meinen Song" erwartet

Christina Stürmer
Christina Stürmer
Foto: Markus Hertrich/VOX
Was wir bereits wissen
Christina Stürmer nimmt an der zweiten Vox-Staffel von „Sing meinen Song“ teil. Mit einem Best Of-Album blickt sie auf die letzten 13 Jahre zurück.

Düsseldorf.. Draußen scheint die Sonne, drinnen, im elften Stock eines Düsseldorfer Hotels, strahlt Christina Stürmer. Von einem Konzert in Harsefeld im Norden ist sie an den Rhein gekommen, war früh morgens schon im Fernsehen und sitzt jetzt hoch über den Dächer der Stadt, um Interviews zu geben. Trägt weißes T-Shirt unter dem das immer größer werdende Tattoo am linken Arm hervorlugt, Jeans und Sneakers und ein freundliches Lächeln auf den Lippen. Und wenn sie spricht, dann mit diesem leichten österreichischen Akzent, der in ihren Liedern nicht zu hören ist.

Musik-Show Drei Wochen geht es kreuz und quer durch das Land aber die 33-Jährige versichert: „Ich mach das gerne.“ Dieses Mal vielleicht noch lieber als sonst. Denn dieses Mal gibt es besonders viel zu erzählen. An diesem Dienstag startet die zweite Staffel „Sing meinen Song“ (Vox, 20.15 Uhr). Mit Xavier Naidoo, Andreas Bourani, Yvonne Catterfeld, Sebastian Krumbiegel und Tobias Künzel von den Die Prinzen, Hartmut Engler und eben Christina Stürmer. Bereits am Freitag ist ihr Album „Gestern.Heute“ erschienen. Ein Best Of, plus zwei neue Songs.

Christina Stürmer fehlte anfangs der Glaube an sich selbst

13 Jahre ist es her, da wird sie Zweite bei einer österreichischen Casting-Show. „Gut“, findet sie das damals, an den Beginn einer großen Karriere aber hat sie selbst nicht geglaubt. „Ich dachte, ich würde bald wieder als Buchhändlerin arbeiten.“ Ein Irrtum. Erst erobert sie ihre Heimat, dann auch Deutschland. 2006 steht sie mit dem Album „Lebe Lauter“ an der Spitze der Charts, „Millionen Lichter“, ist ihr bisher letzter großer Hit. Jeden wichtigen österreichischen Musikpreis hat sie bekommen und auch zwei Echos. Und nie hat sie sich davon abbringen lassen, auf Deutsch zu singen. „Was anderes kam für mich nicht in Frage.“

Da ist es eigentlich logisch, dass sie gefragt wurde, ob sie nicht mitmachen wolle bei der zweiten Staffel „Sing meinen Song“, wo deutsche Musiker die größten Hits von fünf Kollegen covern und vor deren Ohren singen – ihnen dabei ein ganz neues Arrangement verpassen. „Ich habe dann auch nicht lange überlegt, bevor ich zugesagt habe“, erinnert sich die gebürtige Linzerin. „Das ist ja eine Sendung, in der es wirklich um Musik geht.“

Ein "neugieriges Erdmännchen" bei "Sing meinen Song"

Fernsehen So ist sie in den Flieger gestiegen und abgehoben Richtung Südafrika, obwohl sie eigentlich ein wenig Flugangst hat. Aber es hat sich gelohnt. „Wir haben uns so gut verstanden, das war schon fast kitschig“, erzählt sie von den Tagen in Kapstadt und kann auch erklären, warum das so war. „Klar sind wir alle unterschiedlich aber wir haben auch viel gemeinsam.“ Im Studio stehen, auf Tour gehen, Interviews geben – „wir führen alle ungefähr das gleiche Leben“.

Wie es war, den Songs der Kollegen ein neues Gewand zu verpassen? „Ich hatte da keine Berührungsängste“, sagt Stürmer, räumt aber ein wenig „Aufregung“ ein. Viel aufregender aber war es, zu hören, was die anderen aus ihren Liedern gemacht haben. „Ich habe da gesessen, wie so ein neugieriges Erdmännchen“, sagt die Sängerin. Mit den Ergebnissen aber scheint sie zufrieden gewesen zu sein. „Ich habe den Abend, an dem es um mich ging, sehr genossen.“

Das erste Best Of-Album von Christina Stürmer ist kein Schlussakt

Voice of Germany In den kommenden Wochen geht sie auf Tour, anschließend wahrscheinlich schon wieder ins Studio. In der Schublade hat sie bereits jede Menge neuer Songs. Für Urlaub bleibt jedenfalls erst einmal keine Zeit. Ist nicht schlimm. „Ich erhole mich in meinem Garten“, sagt sie. Ruhig ist es da, so wie überall in dem kleinen Dorf in der Nähe von Wien. „Da kann ich ganz normal leben.“

Christina Stürmer wirkt zufrieden. Das erste Best Of-Album, es ist kein Schlussakt, es ist nur eine Zwischenstation. „Ich dachte einfach, die Zeit dafür ist reif.“ Und wenn sie selber zurückblickt auf die letzten 13 Jahre? Stürmer überlegt kurz, bevor sie antwortet. „Natürlich würde ich im Nachhinein manches anders machen“, sagt sie dann, spricht von „Höhen und Tiefen“. Insgesamt aber fällt die Bilanz positiv aus, denn: „Auch was schief gelaufen ist, hat mich ja zu dem gemacht, was ich heute bin.“