Vorabend-Flop – WDR-Controller sahen Risiken bei Gottschalk

Ziemlich beste Freunde: Die ehemalige WDR-Intendantin Monika Piel hielt viel von den Moderatoren Günther Jauch (l) und Thomas Gottschalk.
Ziemlich beste Freunde: Die ehemalige WDR-Intendantin Monika Piel hielt viel von den Moderatoren Günther Jauch (l) und Thomas Gottschalk.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Mehr als zwei Millionen Euro für nicht geleistete Arbeit: WDR-Controller sahen die Verpflichtung von Thomas Gottschalk von vorn herein skeptisch.

Köln.. Der teure Vorabend-Flop der ARD-Show „Gottschalk Live“ zieht weitere Kreise. Laut Branchendienst „kress.de“ wiesen Marktforscher des für das Format zuständigen WDR die Programm-Entscheider auf Risiken hin.

Fernsehen Demnach gaben in einer repräsentativen Meinungsumfrage mit 800 Teilnehmern knapp 40 Prozent an, den Talk mit Thomas Gottschalk wahrscheinlich nicht sehen zu wollen. 28 Prozent sagten, der Moderator sei ihnen unsympathisch. Das seien „ungewöhnlich hohe Negativwerte“, urteilte „kress.de“. Im Einzelnen wurden dem heute 65-Jährigen nur bedingte Glaubwürdigkeit, Überheblichkeit und Selbstbezogenheit vorgeworfen. Die WDR-Controller betonten laut „kress.de“, das junge Publikum möge Talk selten.

Sender: Kritik an Sendung bei Überarbeitung der Show berücksichtigt

Der WDR verteidigte auf Anfrage die Entscheidung von Ex-Intendantin Monika Piel. Demnach war jeder zweite Befragte bereit, sich die Gottschalk-Sendung anzugucken. Der Moderator sei nach Günther Jauch die Nr. 2 im TV-Markt. Zudem passten laut WDR Gottschalks Image-Daten des Formats: „locker, offen, witzig, schlagfertig“. Im Übrigen habe der Sender Kritik der Controller bei der Überarbeitung des Show-Konzepts aufgegriffen, hieß es.

Eine WDR-Werbetochter zahlte Gottschalk trotz vorzeitiger Absetzung seiner Show mehr als zwei Millionen Euro ohne Gegenleistung.