"Unser Star für Baku" - Medienhüter prüfen Raabs Voting
16.01.2012 | 15:48 Uhr 2012-01-16T15:48:43+0100
Essen. "Unser Star für Baku" ist in das Visier der Medienhüter geraten. Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg prüft, ob für die Zuschauer mit der "Blitztabelle" ein künstlicher Zeitdruck aufgebaut wurde. Damit hätte ProSieben demnach gegen die Gewinnspielsatzung verstoßen.
Es sollte die "Revolution der Casting-Shows" werden - aber jetzt steht Stefan Raabs "Blitztabelle" in der Kritik. Gegen das Abstimmungsverfahren der Sendung "Unser Star für Baku" ist eine Beschwerde bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg eingegangen. Mit der kostenpflichtigen Telefonabstimmung für die Zuschauer, so der Vorwurf, sei ein künstlicher Zeitdruck aufgebaut worden.
Damit würde ProSieben gegen die Gewinnspielsatzung der Landesmedienanstalten verstoßen. "Es darf kein Zeitdruck aufgebaut werden, der nicht real ist", erläutert Ingeborg Zahrnt, Justitiarin der Medienanstalt, gegenüber DerWesten. Die Medienhüter werden den Mitschnitt der Sendung nun genau überprüfen.
Stefan Raab: "Die permanente Präsentation ist einzigartig im TV"
Die "Blitztabelle" zeigt den Zuschauern während der Sendung fast durchgehend, auf welchem Platz die Kandidaten liegen. "Ist dein Star nicht in den Top 5, musst du natürlich alles tun, um ihn dahin zu bringen", erklärt Jury-Präsident Thomas D . Und auch "Unser Star für Baku"-Produzent Stefan Raab lobt die öffentliche Abstimmung überschwänglich: "Wir übertragen einen Musikwettbewerb erstmalig konsequent wie eine Sportveranstaltung. Die permanente Präsentation des Live-Votings ist einzigartig im TV. Der Zuschauer sieht jederzeit, welchen Einfluss sein Anruf auf das Rennen hat."
ProSieben-Sprecher Christoph Körfer: „Bei nahezu jeder Innovation im deutschen Fernsehen beschwert sich mindestens ein Zuschauer. Damit ist die MABB verpflichtet, den Sachverhalt zu prüfen. Das gilt jetzt auch für die Blitztabelle bei ‚Unser Star für Baku‘. Wir haben bei diesem Programm alle rechtlichen Verpflichtungen eingehalten.“
"Unser Star für Baku" ist die deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest (ESC) 2012.
9Live in der Kritik
Wegen der Vorspiegelung eines Zeitdrucks war vor Jahren der Gewinnspielsender 9Live in die Kritik geraten . Wegen zahlreicher Verstöße gegen die Gewinnspielsatzung haben die Landesmedienanstalten gegen den Quizsender Bußgelder in Höhe von fast 100.000 Euro verhängt. (kari)
00:29
eine kostenpflichtig Nummer anrufen lässt, sollte verboten werden. Mit diesen 50ct pro Anruf finanzieren die den ganzen Sender!
18:38
Sorry, aber daß Pro7 und co. die Gewinnspiele über die Votingnummern finanziert und kräftig daran verdient dürfte kein Geheimnis sein. Aber die ganze Geschichte rund um den Eurovision Song Contest wird immer absurder. War es früher die Spielwiese eines Ralph Siegel, ist es heute die Spielwiese von Raab und co. Insgesamt aber kein echter Kontest mehr, denn es geht auch dort beim Voten nur um Ländersympathien!
Also nur Beschiss am Zuschauer, wie an vielen Stellen im TV. Und selbst die Öffentlich rechtlichen bescheissen die Zuschauer bei jeder dieser Shows!
Dumm wer glaubt das ist alles echt!
16:18
Pro 7 hat in keinster Weise gegen irgendwelche Gesetze verstossen. Jeder Zuschauer konnte während der gesamten Sendezeit des Wettbewerbs anrufen um das Auto zu gewinnen. Es wurden weder optische noch akkustische Signale eingesetzt die die Zuschauer zur Eile anspornten um das Auto zu gewinnen.
Wenn am Schluß die Zuschauer dazu aufgerufen wurden, noch schnell anzurufen um die Blitztabelle zu Gunsten ihres Favoriten zu ändern, hat das mit dem Gewinnspiel überhaupt nichts zu tun. Und niemand hat behauptet das wenn man in den letzten zwei Minuten anruft sich die Gewinnchance verbessert.
Bei 9 Live hat man Zb. Uhren eingeblendet die nach 3 Minuten abgelaufen waren, und das Gewinnspiel lief nach Ablauf der 3 Minuten aber Zb. noch 60 Minuten weiter. Auch hat man Sirenen heulen lassen, oder der Moderator sagte "In zwei Minuten habe ich einen Gewinner", "Beeilen sie sich mit dem Anruf, ich möchte weitere Spiele spielen" usw. Und der Zufallsgenerator "Hot Button" war in Wirklichkeit der Redakteur der irgendwann mal einen Gewinner ausgesucht hat.
Wer also bei Pro 7 fünfzig mal anruft um Sänger XY auf Platz 1 zu sehen handelt eigenverantwortlich.
Der Aufruf, dass keine Zeit mehr bleibt erfüllt exakt den Tatbestand, der zur Beschwerde führte. Ihre Sicht der Dinge ist äußerst... Naiv...