"Überleben an der Scheidungsfront": Ochsenknecht in Hochform

Stecken in einer Ehekrise: Die Lindemanns Esther (Valerie Niehaus) und Dieter (Uwe Ochsenknecht).
Stecken in einer Ehekrise: Die Lindemanns Esther (Valerie Niehaus) und Dieter (Uwe Ochsenknecht).
Foto: Reiner Bajo/ZDF
Was wir bereits wissen
Ein Gute-Laune-Abend mit Pointen aus dem Eheleben garantiert das "Überleben an der Scheidungsfront". Die Schnittmenge mit dem Alltag ist groß.

Essen.. Endlich hat die Spülmaschine als Beziehungskiller einmal einen angemessenen Auftritt: Schon in der ersten Szene fliegen bei den Lindemanns die Fetzen über den richtigen Umgang von Gläsern und Tellern in der Maschine. Herr Lindemann sagt, dass Frau Lindemann zu blöd ist, die Spülmaschine richtig einzuräumen. Frau Lindemann hingegen meint, ihr Mann hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Den Ehealltag auf die Schippe genommen

Nicht nur der Auftakt zur Ehekomödie ist in „Überleben an der Scheidungsfront“ geglückt, auch im weiteren Verlauf dient der Lindemannsche Ehealltag immer wieder zu Zwischenrufen wie „Guck mal, wie bei uns!“ Doch das ist nur die eine Stärke. Die andere ist der Schauspieler!

Satire Uwe Ochsenknecht ist in dieser Rolle genau richtig: Ein guter Papa, der seinen Kinder sogar erlaubt, mit Pudding zu werfen, ein guter Hausmann – aber, man ahnt es schon: Als Halbtagskraft im Job nimmt ihn seine Frau nicht wirklich ernst.

Er soll Putzmittel und Artischocken kaufen gehen, während die Dame des Hauses (Valerie Niehaus) in die Anwaltskanzlei stolziert. Natürlich ist das so originell nicht, alles schon mal gesehen. Aber selten so pfiffig. Die Fortsetzung von "Überleben an der Wickelfront" ist Unterhaltung im besten Sinne: Die Szenen sind auf dem Punkt, die Dialoge spritzig.

Geglückte Besetzung

Das Leichte ist ja im Grunde das Schwerste. Und wenig Schauspieler sind wirklich gute Komödianten. Ochsenknecht mixt Tölpel mit Gutmensch und ist wirklich komisch. Wie er mit Kind und Kinderwagen seiner Angetrauten hinterher spioniert, wie er sich als Journalist von seiner Chefin abmeiern lässt und selbst bei einer Domina nur der Depp ist — garniert mit Ochsenknechtschen Schlafzimmerblick verzeiht man die Klischees.

Fazit: Leichte Komödie für einen Gute-Laune-Abend. Hauptdarsteller Uwe Ochsenknecht in Hochform.

Mittwoch, 22. April, ZDF, 20.15 Uhr