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TV-Komödie "Riskante Patienten" - ein Heilpraktiker in Nöten

21.08.2012 | 20:18 Uhr
TV-Komödie "Riskante Patienten" - ein Heilpraktiker in Nöten
Corinna Kirchhoff als Dorothee greift zu ungewöhnlichen Mitteln in dem Spielfilm "Riskante Patienten".Foto: Frank Dicks/WDR/dapd

Essen.   In der ARD-Komödie „Riskante Patienten“ ist ein Heilpraktiker in Nöten. Stefan Krohmers Versuch einer schwarzen Komödie endet tragisch. Im doppelten Wortsinn. Dem Regisseur mag zwar bei einer Komödie noch nicht alles gelingen, an Überdeutlichkeit jedoch mangelt es ihm nicht.

Jan ist ein Heilpraktiker, den seine Patienten wirklich ins Herz geschlossen haben. Dorothee beispielsweise ist geradezu beschämt, dass der Krebs bei ihr wieder ausgebrochen ist, wo Jan sich doch so rührend um sie gekümmert hat. Als Rudger jedoch die Praxis betritt, weht plötzlich ein anderer Wind. Er ist nach zehn Jahren aus dem Knast entlassen worden und möchte nun den Kerl kennenlernen, der mit seiner einstigen Freundin Milene lebt und der seinen Sohn Lenny aufgezogen hat. Von ihm kann man nicht gerade sagen, dass er Jan für einen Prachtkerl hält.

Riskante Patienten (Mittwoch, ARD, 20.15 Uhr) von Regisseur Stefan Krohmer wird als „schwarze Komödie“ avisiert. Doch statt boshafter Heiterkeit erleben wir erst einmal einen Mann, dessen Leben von jetzt auf gleich in Scherben fällt. Devid Striesow spielt diesen sanften Homöopathen, der so ziemlich als Letzter erfährt, dass seine Lebensgefährtin (Joanne Kitzl) ihn aus Sicherheitsgründen samt Ziehsohn verlassen will. Mit Rudger, dem Martin Feifel die Aura einer Dynamitstange verpasst, ist eben nicht gut diskutieren.

Devid Striesow (l.) als Jan steht bei Steve (Aljoscha Stadelmann) tief in der Kreide. Foto: Frank Dicks/WDR/dapd

Stefan Krohmer (41) hat für seine zahlreichen Fernseh- und Kinofilme schon eine Menge Preise eingeheimst. Doch meist waren seine Themen bisher nicht gerade komischer Natur, der Ernst des Lebens durchzieht schon eher seine Werke. Das merkt man diesem Film denn auch an: Dass es hier mal verzweifelt komisch wird, das liegt vor allem an den Schauspielern und ihrer Auffassung der Rolle.

Wunderbar kaputter Typ

Insofern leistet Aljoscha Stadelmann hier einfach Erstaunliches. Sein Steve ist ein wunderbar kaputter Typ, Hundefreund ebenso wie Abdecker, Menschenfreund ebenso wie Besorger von „Problemlösern“. Bei Jan jedoch geht allmählich alles schief. Der Denkzettel, den er Rudger via Auftragsschlägern zukommen lassen wollte, endet mit drei Verletzten auf der falschen Seite. Bei Steve steht er danach tief in der Kreide. Die Einzige, die noch unverbrüchlich zu ihm steht, ist Patientin Dorothee (Corinna Kirchhoff). In ihrer alten Mühle ganz weit draußen erleben wir schließlich den Showdown der Geschichte. Sagen wir es mal so: Was mit Rudger da draußen passiert, kann man sich an fünf Fingern abzählen, denn gefühlte ein Dutzend Mal hat man bisher schon das knarzende Mühlrad serviert bekommen, das sich nach einer Aufgabe sehnt. Krohmer mag zwar bei einer Komödie noch nicht alles gelingen, an Überdeutlichkeit jedoch mangelt es ihm nicht.

Arnold Hohmann



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