Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Talk-Show

Trotz Wechsel zu den Privaten - Kerner bleibt Kerner

03.11.2009 | 09:08 Uhr
Trotz Wechsel zu den Privaten - Kerner bleibt Kerner

Essen. TV-Moderator Johannes B. Kerner stapelt vor der Premiere seines neues Talks (Montag, Sat.1, 21.15 Uhr) tief. Mit Günther Jauch will er sich nicht vergleichen, einen Erfolg sieht er eher langfristig. Und dennoch: Im Gespräch mit Jürgen Overkott wirkte Kerner profihaft entspannt.

Vor dem Start Ihrer neuen Sendung jagt ein Termin den anderen. Wie oft haben Sie Ihren Terminkalender schon verflucht?

Johannes B. Kerner: Ich neige nicht zum Fluchen. Ich will es mal so sagen: Jeder Tag hat 24 Stunden, und wenn das nicht reicht, nehmen wir noch die Nacht dazu.

Sie fordern den 35-Stunden-Tag mit vollem Lohnausgleich.

JBK: 35-Stunden-Tag - doch kommt für die letzten Tage hin.

Günther Jauch. Foto: RTL

Wir leben im Zeitalter der mobilen Telefonie. Haben Sie schon mal daran gedacht, ein Grundrecht auf Nichterreichbarkeit zu fordern?

JBK: Um ehrlich zu sein: nicht. Aber ich nehme mir zumindest stundenweise das Recht heraus, nicht erreichbar zu sein - dann gehe ich spazieren, mache Sport oder bin mit meiner Familie zusammen. Und noch eines: Diese Handys haben meistens auf der rechten Seite einen Knopf, der in auffälligem Rot gehalten ist. Einfach drauf drücken, dann ist die Kiste aus. Und dann haben Sie das Recht auf Nichterreichbarkeit schon durchgesetzt.

Mit wieviel Stunden Schlaf kommen Sie aus?

JBK: Ich brauche relativ viel Schlaf, dafür dass ich schon so alt bin. Sieben Stunden sind für mich die untere Grenze.

Sie sind schon Marathon gelaufen. Können Sie Ihrem Stress davonlaufen?

JBK: Na ja, Marathon. Davon bin ich gerade fitnesstechnisch ein ganzes Stück entfernt. Aber Sie haben schon Recht: Ich war gerade joggen, an der Alster. Ja, ich jogge viel, aber nicht auf Marathon-Niveau. Und zum zweiten: Dem Stress davonlaufen will ich gar nicht, weil ich ihn als positiv empfinde. Das ist nicht nur ein frei gewähltes Schicksal, sondern auch eine schöne Sache. Ich empfinde meine Arbeit nicht als Druck, sondern als wahnsinnig positive Herausforderung.

Okay, ich dreh's mal anders herum: Sind Sie ein Adrenalin-Junkie?

JBK: Hm, sagen wir's so: Ich kann gut mit Adrenalin umgehen. Aber es gibt auch für mich Belastungsgrenzen. Dann gehe ich kurz raus, atme mal tief durch, wie jeder normale Mensch auch.

Sie sind schon seit mehr als 20 Jahren im Geschäft. Ist Lampenfieber für Sie überhaupt noch ein Begriff?

JBK: Lampenfieber nicht in krankhaftem Ausmaß. Aber es gibt eine körperliche Grundanspannung, in dem Moment, wenn das Rotlicht der Kamera angeht, und das ist gut so: Dann ist man etwas präsenter, sicherer, dann bringt man die Sache eher auf den Punkt.

Sie starten einen neuen Talk. Ist die Vobereitung darauf ähnlich wie Warten aufs Christkind?

JBK: Ich habe schon ein paar Mal durchs Schlüsselloch geguckt.

Haben Sie schon ein Geschenk erspäht?

JBK: Ja, ein wunderschönes Studio, und ich habe ein paar Beiträge gesehen, ich weiß, welche Gäste kommen. Ja, ich freue mich auf Weihnachten.

Ihr Talk hat ein ähnliches Konzept wie "stern TV". Geben Sie bei Sat.1 den besseren Jauch?

Kerner präsentiert sein neues Studio in Hamburg. Foto: Getty

JBK: Ich bedanke mich für diese Frage, damit ich alles mal richtigstellen kann: "stern TV" ist eine Fernsehmarke, eine der populärsten überhaupt. Sie wurde vor 20 Jahren eingeführt von einem der besten Moderatoren, der bei allen Umfragen immer zum beliebtesten Fernsehmann der Deutschen gewählt wird. Er könnte aus dem Stand Bundespräsident werden. Ich sage das frei raus: Diese Schuhe sind für mich, für meine Redaktion zu groß. Lassen Sie uns in 20 Jahren noch mal drüber sprechen.

Kann sein, dass ich die Frage schon eher wieder stelle. Sie treten gegen den Quotenhit "Bauer sucht Frau" an. Kämpfen Sie gegen Windmühlen?

JBK: Ja, es ist ein ambitionierter Sendeplatz. Wir werden aus dem Stand heraus sicher keinen überragenden Markterfolg erzielen. Aber das ist gar nicht so wichtig. Für uns ist wichtig: Wir müssen aus dem Stand heraus eine gute Sendung machen, wieder und immer wieder. Wenn wir das schaffen, werden wir langfristig Erfolg im Markt haben.

Langfristig - haben Sie sich eine Marke gesetzt, die Sie erreichen wollen?

JBK: Keine Quotenmarke. Aber ich kann versichern, wir haben uns das ganze nächste Jahr vorgenommen, um zu beobachten, wie sich die ganze Sache entwickelt.

Werden Sie sich neu erfinden? Und wenn ja, wie?

JBK: Kerner bleibt Kerner. Aber wir werden schneller, moderner, zeitgemäßer. Wir werden eine Ausgewogenheit bieten zwischen Studio-Talk einerseits und Einspielfilm andererseits. Aber die Einspieler werden länger, die Redebeiträge kürzer.

Jürgen Overkott

Facebook
 
Kommentare
05.12.2009
12:11
Trotz Wechsel zu den Privaten - Kerner bleibt Kerner
von Luder 55 | #25

@20,etwas an ihm scheint ja noch zu funktionieren,kicher,kicher:-) !

05.12.2009
01:52
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #24

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

03.11.2009
16:55
Trotz Wechsel zu den Privaten - Kerner bleibt Kerner
von GumbyMan | #23

der Bub is a Depp, medizinisch gesehen ;)

02.11.2009
20:35
Trotz Wechsel zu den Privaten - Kerner bleibt Kerner
von Erner | #22

Nun gut, hier hat der Autor ja auf einige Punkte aufmerksam gemacht.
http://www.derwesten.de/nachrichten/kultur/fernseh/2009/4/23/news-117741504/detail.html

Hätte aber auch ruhig im Interview kommen können.

02.11.2009
17:23
Trotz Wechsel zu den Privaten - Kerner bleibt Kerner
von Erner | #21

Lampenfieber, Joggen, Stress. Habe ich etwas Interessantes über Kerner erfahren? Nein! Routiniertes Blabla.

Habe ich hier
http://www.zeit.de/2006/40/Interview-Kerner-40
etwas Interessantes erfahren?
Ja. Woran das wohl liegen mag...

02.11.2009
17:00
Trotz Wechsel zu den Privaten - Kerner bleibt Kerner
von Klappe zu Affe Tod | #20

Das Bildmaskottchen hat nen neuen Arbeitsplatz,wen intressierts?

02.11.2009
16:06
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #19

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

02.11.2009
15:02
Trotz Wechsel zu den Privaten - Kerner bleibt Kerner
von Demokrat007 | #18

Und in China fällt ein Sack Reis um.

02.11.2009
13:42
Trotz Wechsel zu den Privaten - Kerner bleibt Kerner
von Genosseüberzwölfprozent | #17

Kerner ist die Dumpfbacke des Jahres.

02.11.2009
13:38
Trotz Wechsel zu den Privaten - Kerner bleibt Kerner
von schnapper2 | #16

Das Testbild, das früher ab 24:00 gesendet wurde hatte einen um ein Mehrfaches höheren Unterhaltungswert als diese Dampfplauderbacke! Aber bald kostet es ja wohl Gott sei Dank wohl Kohle wenn man ihn erleben möchte!!!???

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/63974/create

Fotos und Videos
Der Bauer und die Frauen
Bildgalerie
Neue Liebe
Sie geben alles im Finale
Bildgalerie
ESC 2013
Frühstücksfernsehen
Bildgalerie
Olli Dittrich
Aus dem Ressort
Bei Let's Dance fliegt der Bachelor vor dem Finale raus
Let's Dance 2013
Selten war ein Let's-Dance-Halbfinale so hochkarätig besetzt wie in diesem Jahr. Alle drei verbliebenen Kandidaten der RTL-Show überzeugten bei ihren Tänzen. Für Ex-Bachelor Paul Janke und Ekaterina Leonova reichte es dennoch nicht. Sie sind im Finale der RTL-Tanzshow nächste Woche nicht dabei.
Gottschalk warnt vor zu hohen Erwartungen an Show mit Jauch
Moderation
Thomas Gottschalk und sein Kollege Günther Jauch planen eine gemeinsame Show. Gottschalk erhofft sich einen Schlagabtausch mit Jauch, warnt aber vor zu hohen Erwartungen.Von der Zusammenabeit mit Dieter Bochlen ist Gottschalk hingegen enttäuscht, er sei "ein bisschen autistisch".