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Echo

Toten Hosen räumen beim Echo 2013 ab - Frei.Wild stehen vor der Halle

22.03.2013 | 07:12 Uhr
Hit und Album des Jahres kommen von den Toten Hosen - beim Echo 2013 wird die Düsseldorfer Rock-Band ihrer Favoritenrolle gerecht. Foto: dpa

Berlin.   Die deutsche Musikbranche hat sich zum 22. Mal selbst gefeiert. Bei der Echo-Verleihung in Berlin gaben sich die nationalen und internationalen Stars im rasenden Tempo das Mikrofon in die Hand. Gewinner des Abends waren die Toten Hosen. Derweil protestierte die Band Frei.Wild mit ihren Fans vor der Halle.

Echo-Gastgeberin Helene Fischer versprach Großes: Die Echo-Verleihung sei so etwas wie „die Vereinten Nationen der Musik“. Etablierte Schlagersänger kamen genauso zum Zug wie HipHop-Newcomer und internationale Superstars und alle dankten brav ihren Plattenfirmen. Schließlich basiert diese Preisverleihung größtenteils auf dem Verkaufserfolg der Musiker. Die meisten Echos nehmen in diesem Jahr die Toten Hosen mit nach Hause.

„Beste Gruppe national“, „Bestes Album“ und „Hit des Jahres“ – diese drei Auszeichnungen dürfen die Toten Hosen die nächsten zwölf Monate tragen. Die Musiker waren sichtlich überwältigt von diesem Erfolg ihres Albums „Ballast der Republik“ und besonders ihrer Single „Tage wie diese“. Sänger Campino verriet bei der ersten Preisübergabe noch: „Die Band des Jahres zu sein, das möchte man sich gar nicht mehr abgewöhnen.“

Campino hätte die Siegerschnäpse beim Echo lieber weggelassen

Auf diesen Erfolg stießen die Hosen offenbar schon während der Show an. Beim letzten Auftritt des Abends, bei dem die Düsseldorfer Punkrocker zusammen mit Hannes Wader, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, mit Mühe und Not dessen Lied „Heute hier, morgen dort“ zum Besten gaben, meinte Campino: „Die Siegerschnäpse hätte ich besser weggelassen.“ Unterhaltsam war dieser Auftritt trotzdem oder gerade deshalb.

Vor den Messehallen hatten sich derweil Anhänger der Südtiroler Band Frei.Wild versammelt, die gegen einen Ausschluss der Gruppe aus dem Echo-Wettbewerb protestierten. Auch die Bandmitglieder zeigten sich ihren Fans und verteilten 400 T-Shirts gegen Rechts. Die Gruppen Kraftklub und MIA. hatten gegen die Nominierung von Frei.Wild protestiert und ihr Nähe zu rechtem Gedankengut vorgeworfen. Frei.Wild hat die Vorwürfe immer wieder bestritten.

Frei.Wild demonstriert mit Fans

 

Til Schweiger patzte bei Laudatio für Linkin Park

Eher peinlich war die Echo-Laudatio von Til Schweiger für den Echo „Rock/Alternative International“, den Linkin Park gewannen. Schweiger, der bereits für seine Rolle als nuschelnder Tatort-Kommissar reichlich Häme einstecken musste , verhaspelte sich auch hier immer wieder. Und das, obwohl er seinen Text Wort für Wort ablas. Nicht geübt oder kurzfristig als Laudator eingesprungen? Schweigers Patzer machte Mike Shinoda von Linkin Park mit seiner deutschen Ansprache und seinem rührenden Dank an seine deutschen Fans aber mehr als wett.

Die Preisträger des Echo-Abend

 

Sechs Mal nominiert und nur zwei kurze Ausflüge zur Bühne war die Bilanz für Rapper Cro . Er bekam den Echo in der Kategorie „HipHop/Urban“ und „Newcomer National“. Dabei hatte Max Raabe kurz zuvor noch gewitzelt: „Die größten Chancen hat man heute, wenn man aus Düsseldorf kommt oder eine Pandamaske trägt.“ Zwei Echos räumte auch Sängerin Lana del Rey (Künstlerin Rock/Pop International und Newcomerin International) ab. Beide Male setzte sie sich unter anderem gegen Emili Sandé durch, die angesichts dieser Tatsache sichtlich enttäuscht war.

Lena weinte Freudentränen bei Echo 2013

Rührende Momente gab es an diesem Abend genau zwei. Zunächst freute sich Lena über ihren Echo für ihr Video zu „Stardust“ so sehr, dass sie vor lauter Freudentränen kaum ein Wort herausbrachte: „Ich kann gar nicht reden“, schluchzte sie. Dieser Preis ist für die ESC-Gewinnerin wohl der Beweis, dass sie es auch ohne den Hype um den Eurovision Song Contest und die Unterstützung von Stefan Raab und Co. schaffen kann.

Der zweite Moment, der an diesem Abend ans Herz ging, war die Laudatio von Liedermacher Reinhard Mey, der seinem Freund und Kollegen Hannes Wader den Preis für dessen Lebenswerk überreichte. Einige ganz ruhige Minuten in dieser hektischen Show erinnerte Mey an die ersten gemeinsamen Auftritte in den 1960ern, die politischen Botschaften in ihren Liedern und die langjährige Freundschaft zwischen den beiden Männern, die jetzt erst wieder so richtig aufgeblüht sei. Anstatt zu antworten versprach der 70-jährige Hannes Wader anschließend nur, dass er sich die ganze Rede Meys beim Echo 2013 noch mal auf Youtube ansehen und ihm dann erst dazu etwas sagen wolle.

Die weiteren Echo-Preisträger sind:

  • Künstlerin Rock/Pop National: Ivy Quainoo
  • Alternative National: Der Graf (Unheilig)
  • Club Dance/Electronic: Deichkind
  • Künstler Rock/Pop National: David Garrett
  • Schlager: Helene Fischer
  • DVD-Produktion National: Helene Fischer
  • Crossover: Wise Guys
  • Radio Echo: Roman Lob („Standing Still“)
  • Live Act National: Peter Maffay („Tabaluga und Lilly“)
  • Volkstümliche Musik: Santiano
  • Lebenswerk Gruppe: Led Zeppelin
  • Gruppe Rock/Pop International: Mumford & Sons

(Mit Material von dapd)

Helene Fischer rockt den Echo

 

Pia Mester


Kommentare
01.06.2013
13:20
Toten Hosen räumen beim Echo 2013 ab - Frei.Wild stehen vor der Halle
von ZWIELICHT | #16

Die Toten Hosen sind in meinen Augen einfach nur peinlich......... Punk ..... ?
evtl. damals mal "Mitläufer" gewesen, aber heute nur "Eurozeichen" in den Augen (schaut mal genau hin;-)
Freiwild ist übrigens auch Kacke .........

26.03.2013
13:35
Toten Hosen räumen beim Echo 2013 ab - Frei.Wild stehen vor der Halle
von Eifelzebra | #15

Die Hosen sind eine deutsche Rock/Pop Band, dass die sich den Stempel "Punk" aufdrücken ist nicht weniger peinlich als Heinos Behauptung, er sei schon vor 50 Jahren son richtiger Rocker gewesen. Die Band hat Erfolg, der sei auch gegönnt. Aber diese ganze Kinderkacke, die Campino in irgendwelchen Talkshows von sich gibt, qualifiziert ihn locker fürs Dschungelcamp und nicht für den Hollywood Walk of Fame

25.03.2013
11:41
Gähn...
von mellow | #14

Dieser "Leckt uns am *****"-Truck - der gleiche verschwitzte Jungmännermärtyrerwunsch wie einst die lächerliche "gehasst, verdammt, vergöttert"-Masche der Onkelz. Mia sind schrecklich, die Hosen langweilig, Frei.Wild talentfrei, aber geldgeil und clever - Kraftklub sind mir da noch am sympathischsten.

23.03.2013
14:38
Toten Hosen = Punkrocker ??? Pffffftt !!!
von pilzsosse | #13

Circle Jerks = Punk
Misfits = Punk
etc. etc.

Aber die "Toten Hosen" ??

Das waren immer schon künstlich gehypte, möchtergern-Klischee-Kirmeskinderpunks für die Titelseite der Bravo...das was die heute abliefern ist billiger 08/15 Krautrock, zugeschnitten für das WDR 2 - Weicheier-Musikprogramm (Chartmüll und Alt 68er-Althippie-Gejanke...)

1 Antwort
Toten Hosen räumen beim Echo 2013 ab - Frei.Wild stehen vor der Halle
von salty.dog | #13-1

Dem habe ich nichts hinzuzufügen

23.03.2013
10:22
Frei.Wild hat die Vorwürfe immer wieder bestritten.
von peter1974b | #12

Interessante Ansage, nachdem es bisher in JEDEM Artikel hieß die Band wäre stets zweideutig hätte sich noch nie klar distanziert.
Bisschen enttäuscht, dass "die neue Reichskapelle" Anti-Nazi-T-Shirts verteilt?

PS: Die Demo war gegen die NPD gerichtet, die den Echo-Ausschluss für ihre eigene braune PR missbrauchen wollte. 1A Recherche, wie immer bei diesem Thema...

22.03.2013
09:11
Toten Hosen räumen beim Echo ab - Frei.Wild stehen vor der Halle
von buntspecht2 | #11

Eine aussterbende Branche die sich selbst beweihräucherte und mit einem Till Schweiger in Hochform.

1 Antwort
buntspecht2
von campe | #11-1

Die Musikbranche stirbt also aus. So so, dann werden wir alle bald keine Musik mehr hören? Eine traurige Welt wäre das.

22.03.2013
08:53
Toten Hosen räumen beim Echo ab - Frei.Wild stehen vor der Halle
von KritischeMeinung | #10

Sehr geehrter Redakteur, bevor man behauptet, dass Frei.Wild gegen den Echo-Ausschluss demonstriert hat, sollte man sich schau machen.

Ich habe selbst mit den Frei.Wild Sängern gegen die rechte NPD-Mahnwache demonstriert und Flagge gegen rechts gezeigt anstat scheinheilig eine Rockband niederzumachen.

Ich erwarte einfach, dass darüber korrekt berichtet wird.

6 Antworten
Toten Hosen räumen beim Echo ab - Frei.Wild stehen vor der Halle
von lseifer | #10-1

[von Admin entfernt - Tatsachenbehauptung]

Toten Hosen räumen beim Echo ab - Frei.Wild stehen vor der Halle
von vaikl2 | #10-2

Das Einzige, was man von euch zu sehen bekam, waren Banner mit Pöbeleien gegen Diejenigen, die sich nicht dem Krawallmarketing dieser Band anschließen wollen. Insofern passt ja nun auch der Beifall, den die braunen Bekloppten wieder für euch absondern.

Toten Hosen räumen beim Echo ab - Frei.Wild stehen vor der Halle
von KritischeMeinung | #10-3

vaikl, das ist eine Behauptung, die absolut nicht zutrifft.

@KritischeMeinung | #10-3
von vaikl2 | #10-4

Dann haben Sie sicherlich auch Bilder, auf denen FW-Fans der NPD-Demo eindeutig den Stinkefinger zeigen. Ich habe solche Bilder bislang in keiner Berichterstattung entdecken können, also müssen sich *alle* Medien besonders Mühe gegeben haben, diese *nicht* zu fotografieren - oder es gibt sie schlechthin nicht und meine Marketing-Vermutung trifft wie sonst auch immer zu.

Toten Hosen räumen beim Echo 2013 ab - Frei.Wild stehen vor der Halle
von KritischeMeinung | #10-5

Vaikl, dass die Medien darüber nicht berichten ist doch klar, dann müssten die ja zurückrudern mit ihrer Hetze gegen die Band. Gott Sei Dank gibt es auch andere Zeitungen (RP z.B.) die differenzierter berichten :-) .

Wir zeigen übrigens als Mittelschicht keine Stinkefinger, sondern Banner.

Es waren Medien vor Ort und es gab auch Interviews, aber komischerweise berichten die Medien nicht darüber, das würde ja die Berichterstattung der letzten Tage als völlig an den Haaren herbeigezogen erscheinen lassen. Ich weiß wogegen ich demonstriert habe udn das zählt mehr als was Medien (nicht) berichten.

@KritischeMeinung | #10-5
von vaikl2 | #10-6

Dass alle Medien aus Verschwörungsantrieb nicht einmal ein evt. vorhandenes Anti-NPD-Banner fotografiert haben, ist ein nettes Märchen, was so wiederum perfekt in die Marketingstrategie passt. Das perfekt inszenierte Ziel, wieder mal die unverstandenen, Teeny-kompatiblen "Outlaws" zu präsentieren - was den Plattenverkauf nachweislich besser ankurbelt als simples Eintreten gegen Nazi-Demos - ist ja erreicht worden. Und die Nazis klatschen weiter ungehindert ihren Beifall - warum wohl?

22.03.2013
08:51
Zur Frei.Wild-Demo
von 01021982 | #9

Da hat die WAZ mal wieder hervorragend recherchiert. Die Frei.Wild-Demo wurde als Gegendemo gegen den NPD-Mahnwache organisiert und hatte mit dem Echo nichts zu tun. Siehe hier: http://www.frei-wild.net/images/Demo_News19032013.jpg

22.03.2013
08:48
Toten Hosen räumen beim Echo ab - Frei.Wild vor der Halle
von muugie | #8

Die WAZ unterschlägt folgende Preisträger:
Kritikerpreis - Kraftklub – Mit K
Produzent/in/-en-Team des Jahres - Vincent Sorg für Die Toten Hosen
Ehrenecho für soziales Engagement - Daniel Barenboim
Medienpartner des Jahres - Flux FM
Handelspartner des Jahres - Expert AG

22.03.2013
08:25
Toten Hosen räumen beim Echo ab - Frei.Wild vor der Halle
von Faehrtensucher | #7

Biet meistbietend meine 1981er MC - Tote Hosen Konzert (ja, damals bespielten die Jungs ihre Casetten noch selber, und brachten dise unter die Leute) NICHT AN, weil ich die niemals abgeben würde. (Mal ganz abgesehen, daß die wohl kaum noch abspielbar wäre.)
Ansonsten Echo - na ja, muß man nicht wirklich haben, aber wem es gefällt.
Gruß

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