Mit Til Schweiger wird der "Tatort" zum RTL-Action-Krimi
07.03.2012 | 12:02 Uhr 2012-03-07T12:02:00+0100
Essen. Til Schweigers Premieren-Tatort aus Hamburg soll zwei Millionen Euro kosten. Ist er das wert? Naja. Die Geschichte schrammt nur haarscharf an allerschlimmsten Klischees vorbei. Dafür gibt es Action-Szenen, die auch im Abendprogramm von Krawallsender RTL laufen könnten.
Til Schweiger hat schon Fernsehgeschichte geschrieben, bevor sein erster Fall als LKA-Bulle Nick Tschiller ausgestrahlt wird. Dem NDR war Deutschlands erfolgreichster Kino-Star nicht nur lieb, sondern vor allem auch teuer . Schweigers Premierenfolge „Willkommen in Hamburg“ kostete dem Vernehmen nach rund zwei Millionen Euro – „Tatort“-Rekord. Ist der Krimi das wert? Die Antwort lautet: Schweiger liefert den besten RTL-Film seit Jahren.
Til Schweiger mimt einen geschiedenen Bullen mit dem bescheuerten Namen Nick Tschiller, der vom SEK in Frankfurt (er sagt manchmal „gell“) zum LKA nach Hamburg versetzt wird. Im Job geht er notgedrungen, aber buchstäblich über Leichen - daheim sorgt er sich als alleinerziehender Vater rührend um sein pubertierendes Töchterlein (Luna Schweiger). Als Macho kann er natürlich kein weiches Ei kochen. Die Comic-Figur Tschiller huldigt den altmodischen Idealen eines ausgekochten Kerls, flinke Fäuste, flinke Beine, jeder Schuss ist ein Treffer, Schrammen gehören zum Geschäft, aber sein Heim gleicht einer Rumpelkammer. Schimanski grüßt von Ferne.
Der Tatort-Schweiger leidet an schwerer Hierarchie-Allergie
Im Dienst leidet Tschiller an schwerer Hierarchie-Allergie; er kann nur Zweierteam. Er ist hart, sein Kollege smart. Logisch, der Partner muss seinen Gegenpart geben. Schweiger-Kumpel Fahri Yardim verkörpert, im Gegensatz etwa zum „Tatort“ in Kiel, einen glaubhaften Computer-Experten namens Yalcin Gümer. Seine Hackerkünste retten immer wieder aufs Neue den schlagfertigen Kollegen aus höchster Not.
Höchste Not heißt bei einem Kommerzkino-Star wie Schweiger: Störende Dialoge werden über weite Strecken gnadenlos durch knallige Action ersetzt , konsequenterweise von Anfang an. Leichen pflastern seinen Weg. Körperbetontes Fernsehen in Tateinheit mit Pyrotechnik satt appelliert an ein Jungmänner-Publikum, das Testosteron ausdünstet.
-
Seite 1: Mit Til Schweiger wird der "Tatort" zum RTL-Action-Krimi -
Seite 2: Haarscharf an schlimmsten Klischees vorbeigeschrammt
|
|
1 | 2 |
10:12
Au weia, hier ist die versammelte Hochkultur-Polizei aber wieder besonders unnachgiebig.
Meines Wissens hat Til Schweiger nie behauptet, die deutsche Antwort auf Robert de Niro oder Daniel Day-Lewis zu sein.
Schweiger macht im besten Fall gut gemachte Unterhaltungsfilme, die offensichtlich den Nerv einer breiten Zuschauerschaft treffen, anders lassen sich die Besucherzahlen seiner Kinofilme ja wohl nicht erklären.
Das sollte man akzeptieren, man muss es natürlich nicht gut finden. Mich stört in diesem Zusammenhang nur dieser offensichtliche Hass, mit dem sich viele Foristen an Til Schweiger abarbeiten.
Den Tatort-Gralshütern sei noch gesagt, dass der Reiz der Reihe doch gerade von den unterschiedlichen Ermittlertypen und Inszenierungsansätzen ausgeht, mal grüblerische Selbstzweifler, mal eher humorvoll, mal gemütlich; da wird man aber doch mal auch einen eher testosteron-gesteuerten Ermittler mit nuschelnder Stimme verkraften.
10:03
das ist was für RTL & Co. und nicht ins öffentlich Rechtliche, was soll der shit.....
16:39
Wenn man als sog. Schauspieler noch nicht einmal richtig sprechen kann, muss man das anderweitig ausgleichen. Ich weiß mit Sicherheit,was ich nicht sehen werde.
Ist das eine Anbiederung an die Zielgruppe.
14:55
der zu höchst überschätzte Schauspieler, Regisseur
armer Tatort, armer ARD
nun ja, das ist Polizeiarbeit zum Nachahmen für jeden!
13:49
Wenn ich mir das obige Foto zum Text ansehe, möchte ich Herrn Schweiger einen Tipp geben. Wir sind zwar nicht reich, nutzen zum "abwischen" aber IMMER Toilettenpapier. So und nun seien sie weiter so schrecklich martialisch!
13:36
Schweiger ist nach seiner Nebenrollle in Tarantinos "Inglourious Basterds" wohl etwas vom Teppich abgehoben. Wäre er doch besser gleich zu RTL gegangen. Dort hätte neben einem Billikrimi obendrein auch noch für eine Dokusoap gereicht, was seinem Schauspielniveau gerecht würde.
13:28
Die Kostendifferenz beruht vermutlich weitgehend auf der akustischen Aufbereitung des Schweiger- Genuschels.
Da ich nicht weiß, wie die Kalkulatin für eine Fernsehproduktion so insgesamt aussieht, kann ich auch nicht beurteilen, ob 1,3 oder 2 oder nur 0,5 Mio ein "guter" Wert sind.
Dass RTL, Sat1 und Co. billiger produzieren, ist bekannt. Das sieht man dann ja auch zur Genüge.
Das Öffentlich-Rechtliche ist es mir meine Gebühr nach wie vor wert; den Schweiger muss ich nicht kucken, auf einem Dritten wird schon was Besseres sein.
13:25
Bitte, das ist doch alles gedeckt durch den Informationsauftrag der öffentlich-rechtlichen Anstalten.
Ich wollte immer schon mal wissen, wie ein RTL-Actionfilm aussieht....
13:17
Die eigenen Taschen voll machen, Tochters Karriere pushen und alles mit unseren Gebühren. Ätzend.
13:09
John Mcclain für Arme......