Maria Furtwängler jagt einen Heckenschützen
15.11.2009 | 20:34 Uhr 2009-11-15T20:34:00+0100
Essen. In ihrem 15. Tatort sucht Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) einen Serienkiller. "Es wird Trauer sein und Schmerz" rückt die psychische Belastung der Polizisten und den Schmerzen der Hinterbliebenen in den Vordergrund, verliert den Kriminalfall aber nicht aus den Augen.
Überall dort, wo die Polizei im Einsatz ist, sind Schaulustige nicht weit. Sie stehen im Weg und versperren wichtige Zufahrtswege. Einige tragen ihren Voyeurismus sogar ins Internet - Video-Handys und Digitalkameras machen es möglich. Im neuesten Niedersachsen-"Tatort", den die ARD am Sonntag, 15. November, um 20.15 Uhr ausstrahlt, bekommt ein undurchsichtiger Kriminalfall durch die lästigen Gaffer hingegen eine entscheidende Wende. Zunächst muss sich Hauptkommissarin Charlotte Lindholm in der etwas schwülstig klingenden "Tatort"-Episode "... es wird Trauer sein und Schmerz" allerdings mit einer Mordserie auseinandersetzen.
Der Täter hat nicht zum ersten Mal zugeschlagen
In ihrem 15. "Tatort" wirkt Schauspielerin Maria Furtwängler im Part der Charlotte Lindholm matt und erholungsbedürftig. Eigentlich müsste die Kommissarin einmal für ein paar Tage abschalten. Doch von Erholung kann überhaupt keine Rede sein. Mitten in ihrem Urlaub erreicht Lindholm ein unwillkommener Anruf. Im benachbarten Braunschweig wurde ein Mann erschossen. Die polizeilichen Ermittlungen sind ins Stocken geraten. Mehr oder weniger bereitwillig nimmt sich Lindholm der Angelegenheit an.
Schnell wird klar, dass der Täter nicht zum ersten Mal zugeschlagen hat. Mindestens zwei weitere Morde hat er mit seinem russischen Großkalibergewehr begangen. Seine kaltblütige Vorgehensweise lässt auf geplante Tötungsdelikte schließen. Doch zwischen den Opfern gibt es keine offensichtlichen Verbindungslinien. Als ein weiterer Mord geschieht, bringen Lindholm die zahlreichen Schaulustigen am Rande des Tatorts unterdessen auf eine entscheidende Idee. Vielleicht hat einer von ihnen die Tat beobachtet?
Die schrecklichen Taten des "Braunschweiger Snipers", wie der Täter in Anspielung auf den berüchtigten "Washington Sniper" aus dem Oktober 2002 genannt wird, rücken dabei mehr und mehr in den Hintergrund. Der Niedersachsen-"Tatort" kümmert sich in erster Linie um das Drumherum, um die psychischen Belastungen der Polizisten, den Voyeurismus der Leute und die seelischen Schmerzen der Hinterbliebenen.
Ermittlung im Alleingang
Nichtsdestotrotz lässt der Krimi auch seinen Fall nicht aus den Augen. Regisseur Friedemann Fromm ("Schlaraffenland") zaubert am Ende keinen Überraschungstäter aus dem Hut, sondern bringt die Geschichte schlüssig zu Ende.
Die zentrale Figur ist bei alldem Charlotte Lindholm. Die sympathische Ermittlerin vom LKA Hannover wird diesmal in einen überaus ruppigen Kollegenkreis geworfen. Da ist es kaum verwunderlich, dass sie ihren Spuren sehr bald im Alleingang nachgeht. Auch ihr chaotischer Mitbewohner Martin Felser, gespielt von Ingo Naujoks, hat diesmal kaum etwas zu melden. Trotzdem ist er latent in den Plot eingewoben, indem er die schriftstellerische Seite des menschlichen Alltags-Voyeurismus verkörpert.
"... es wird Trauer sein und Schmerz" gefällt durch sein schlüssiges Gesamtkonzept, das der "Tatort" zu keiner Zeit aus den Augen verliert. (ddp)
21:41
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20:45
Hallo Leute von der Moderation.
Überprüft doch einmal die gelöschten Kommentare im Mordfall Merva.
Da STIMMT WAS NICHT
17:56
Danke für den Hinweis. Wurde weitergegeben und von der Redaktion korrigiert.
17:39
Fordergrund, vielleicht kommt das ja von fordern: Wir fordern die Abschaffung der deutschen Rechtschreibung!
Liebe WAZ, ganz schön peinlich!