Das aktuelle Wetter NRW 8°C
Tatort

Jörg Hartmann will beim Tatort Dortmund kein "Publikums-Umarmer" sein

07.11.2012 | 12:24 Uhr
Jörg Hartmann will beim Tatort Dortmund kein "Publikums-Umarmer" sein
Viele Zuschauer fanden Hauptkommissar Peter Faber im ersten Dortmunder Tatort unsympathisch. Dass seine Rolle allein danach beurteilt wird, hat Schauspieler Jörg Hartmann erstaunt.Foto: dapd

Berlin.  Als Kommissar Peter Faber steht Jörg Hartmann seit diesem Jahr im Dortmunder Tatort vor der Kamera. Dass sein Charakter von vielen Zuschauern als unsympathisch wahrgenommen wird, findet er "erstaunlich". Faber sei eben kein "Publikums-Umarmer". Ein Interview.

Sie spielen in der ersten Liga des deutschen Films - doch nach Drehschluss geht es auch unter Profis zu wie auf Klassenfahrt. Jürgen Vogel (44), Barbara Auer (53) und der neue "Tatort"-Kommissar Jörg Hartmann (43) drehen derzeit in Berlin an der von der UFA produzierten ZDF-Reihe "Ein starkes Team". dapd-Korrespondent Jens Twiehaus traf sie am Filmset der Folge "Die Frau im roten Kleid" zu einer lockeren Plauderrunde.

Frau Auer, Herr Vogel, Herr Hartmann - mit Ihnen vor der Kamera ist die ZDF-Reihe "Ein starke Team" so hochkarätig besetzt wie selten. Sie alle stehen im Film auf der Liste der Mordverdächtigen, was spielen Sie für Typen?

Jürgen Vogel: Ich spiele 'nen gut aussehenden Typen mit geilen Zähnen. Nee, ich mag es nicht zu erklären, was ich spiele. Also dieser Werner Milatowski ist eigentlich ein lieber Kerl. Der hat einen Coup gelandet, seine Strafe abgesessen. Der hat geschwiegen und seine Leute nicht verraten, nun kommt er aus dem Knast und will seinen Anteil haben.

Jörg Hartmann: Meine Rolle, Cornelius Wecker, will auch endlich mal was vom Kuchen abhaben. Einer, der das Gefühl hat, im Leben zu kurz gekommen zu sein.

Vogel: Und der auch total gut aussieht...

Hartmann: Es ist doch klar, bei den Damen, die hier engagiert sind, brauchte man unter den Herren auch ein paar geile Typen. (grinst)

Vogel: Alles Ex-Models...

Aktuell steht Jörg Hartmann in einer Nebenrolle für die ZDF-Reihe vor der Kamera. Am Sonntag ist er zum zweiten Mal als Tatort-Kommisar in Dortmund zu sehen.Foto: dapd

"Faber ist einer, der seine Abgründe nutzt, um die Täter zu fassen"

Wie ist das bei Ihrer Rolle, Frau Auer? Maria Bundgaard ist eine, die sich um die Tochter des Mordopfers sorgt.

Barbara Auer: Sie hat sich viel um sich selbst gekümmert. Sie hat keinen Helfer-Komplex, aber sie hat eingesehen ein paar Fehler gemacht zu haben und versucht, sie nun wieder gut zu machen.

Die Z uschauer haben Sie, Herr Hartmann, vor ein paar Wochen erstmals als Dortmunder "Tatort"-Kommissar erlebt. Der ist auch unsympathisch wie Cornelius Wecker in diesem Fall...

Hartmann: Unsympathisch? Ich finde es schade, wenn meine "Tatort"-Rolle auf diesen Begriff reduziert wird. Kommissar Faber ist für mich einer, der seine Abgründe nutzt, um die Täter zu fassen. Seine Abgründe zu nutzen - das ist seine Gabe und sein Fluch. Er wirkt dann vielleicht auch unsympathisch, weil er kein Geplänkel am Tatort mag. Faber ist kein Publikums-Umarmer.

Vogel: Wir als Schauspieler bewerten unsere Figuren nicht nach Sympathie oder Unsympathie. Wenn du das machst, bist du fehl im Beruf. Ich mag das total gerne, wenn jemand negativ und schlecht drauf ist. Ich finde es gut, wenn jemand eine andere Art hat, an Dinge ranzugehen. Das umarmt mich als Zuschauer auf jeden Fall.

Hartmann: Es hieß so oft, Faber sei unsympathisch, so ein Sackgesicht. Dass das immer so wichtig ist, finde ich wahnsinnig erstaunlich. Wir Menschen sind doch nicht so!

Vogel: Du musst doch nur nach deinem Geschmack gehen: Wenn du einen Film siehst, denkst du daran, wie sympathisch einer ist oder guckst du, weil es spannend ist? Du guckst, weil es spannend ist!

Tatort
Wissenswertes rund um den Dortmunder „Tatort“

Die Tatort-Premiere aus Dortmund hat gute Kritiken eingefahren. Jetzt kommt die zweite Episode. Dazu haben wir ein besonderes Angebot für sie: Drehbuch, Drehort, Darsteller – was wollen Sie über den Dortmunder „Tatort“ wissen? Schreiben Sie’s uns! Mitglieder des Teams geben Antwort.

Der morgendliche Blick in den Spiegel

Wonach bewerten Sie ein Rollenangebot?

Vogel: Über Sympathie darf man mit mir gar nicht reden, das liegt mir so fern.

Hartmann: Trotz deines Äußeren!

Vogel: (lacht) Ja, trotz meines wunderschönen Äußeren. Das interessiert mich nicht die Bohne. Sympathie - was heißt das schon? Die Leute lieben auch das Schwarze und das Böse. Jeder guckt doch selbst in den Spiegel und weiß, wie er ist und zu was er fähig ist.

Was sehen Sie morgens, wenn Sie in den Spiegel gucken?

Vogel: Einen sehr, sehr hübschen, wirklich sehr attraktiven jungen Mann, körperlich auch noch sehr fit für sein Alter. Und ich muss sogar gestehen, ich sehe sogar meine Intelligenz.

Hartmann: Aber das hat auch mit dem Sprung in deinem Spiegel zu tun.

Vogel: Das liegt natürlich auch an meinem Spiegel, ich hab da Vaseline am Außenrand drangemacht, als Weichzeichner. Ich habe sogar ein Haarteil an meinem Spiegel dran, damit hab ich die Frisur von Elvis Presley!

"Wir Schauspieler lügen immer!"

Zurück zu den Dreharbeiten für "Ein starkes Team" - stehen Sie, wo Sie sonst glänzende Hauptrollen gewöhnt sind, bei diesem Film im Schatten der Ermittler?

Auer: Es können ja auch die Gäste im Fokus stehen...

Vogel: Wenn wir so etwas machen, wissen wir, dass wir Teil einer Reihe sind. Zurückgesetzt fühlt man sich da aber auf keinen Fall. Man spielt in solchen Situationen geile Rollen, auch in diesem Fall. Ich liebe das manchmal, auch nur zwei Drehtage zu haben. Wir tragen nicht die ganze Verantwortung - die hat das "starke Team".

Hartmann: Für mich ist es besonders schön, das nach dem "Tatort" zu machen. Beim "Tatort" war ich natürlich schon anderthalb Jahre vorher dran und wollte die Figur in eine Ecke treiben.

Vogel: (ruft) Unsympath! Unsympath! Unsympath!

Tatort
Tatort in der ARD - Welche Teams ermitteln eigentlich wo?

Für die ARD-Krimi-Reihe „Tatort“ sind derzeit 20 regionale Teams in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Einsatz. Am 23. September ermittelt erstmals die dreiköpfige Crew aus Dortmund. Ein Überblick.

Wie viel Wahrheit war jetzt in Ihrem Satz, Herr Hartmann?

Vogel: Wir Schauspieler lügen immer!

Auer: Ich bitte dich, wir als Schauspieler suchen nach der Wahrhaftigkeit.

Hartmann: Nein, da war schon was Wahres dran.

Vogel: Glaub ihm!

Auer: Ihr redet euch um Kopf und Kragen. (schüttelt den Kopf)

Hartmann: Ich trinke erstmal einen Schluck Kaffee.

"Weihnachten ist die Zeit des Sex"

Dann erlauben Sie noch eine persönliche Frage. Sie alle haben Familie, laufen bei Ihnen schon die Weihnachtsvorbereitungen an?

Vogel: Weihnachten ist immer Zeit des Sex.

Auer: Des was?

Vogel: Des Sex! Es war eine persönliche Frage und ich will sie ganz persönlich beantworten. Weihnachten ist eine Zeit des Sex und zwar in verschiedenen Variationen.

Sie wollen Ihre große Familie noch weiter ausbauen?

Vogel: Nein, man kann sich das als Katholik vielleicht nicht vorstellen, aber es gibt Sex auch in "save". Weihnachten traut man sich dann mal, das zu tun. (dapd)



Kommentare
28.12.2012
07:47
Jörg Hartmann will beim Tatort Dortmund kein
von Kernow | #3

Ich hab nur den ersten Tatort gesehen und da fand ich ihn super...da gibts dann halt mal keinen Kuschelkommisar oder sowas blödsinniges wie Simone Tomalla und ihre Beziehungskrisen...aber sowas ist ja eh bekanntlich Geschmacksache

12.11.2012
14:32
Jörg Hartmann will beim Tatort Dortmund kein
von Seneca | #2

Nach dem zweiten "Dortmunder" vom 11.11. ( war ja wohl ein Scherzdatum ! ) bleibt nur zu sagen : WELCH EIN ABSURDER BLÖDSINN ! BITTE ABSCHALTEN ! Und bitte nicht die lächerlichen Bemühungen auf Schultheaterniveau auch noch kommentieren !
Das wäre nun wirklich zu viel der Ehre !

08.11.2012
10:24
Jörg Hartmann will beim Tatort Dortmund kein
von kahevo | #1

.....dann soller seine Filme im privaten Kreis vorführen.

Aus dem Ressort
„Tatort“ – wie weit darf Loyalität bei der Polizei gehen?
Tatort
Kumpanei bei der Polizei im "Tatort Stuttgart": Bootz (Felix Klare) steckt nach einem Todesschuss bei einer Geiselnahme in einem Loyalitätskonflikt. Doch was hat sich wirklich zugetragen? Regisseur Till Endemann erzählt die Geschichte spannend. Zudem ist der Krimi gut besetzt.
Ab in die Rente - so verabschiedeten sich Tatort-Ermittler
Tatort
Schimanski ging in Rente, Stoever in Urlaub. Cenk Batu wurde erschossen. Lea Sommer wechselte das Kommissariat. Der Berliner „Tatort“ betrat Neuland: Am Ende der Folge „Vielleicht“ bleibt offen, ob Boris Aljinovic als Felix Stark überlebt. Ein Überblick über Schicksale von „Tatort“-Kommissaren.
Offenes Ende bei Berlin-Tatort spaltet die Zuschauer
Tatort
Der letzte Tatort-Fall mit Boris Aljinovic als Berliner Ermittler Felix Stark hat bei den Zuschauern viele Diskussionen ausgelöst. Vor allem das offene Ende mit Hellseherei-Motiv wurde kritisiert. Insgesamt überwogen die positiven Kommentare, da die Story "ziemlich fesselnd" gewesen sei.
Aljinovic verabschiedet sich von „Tatort“ mit Mystery-Fall
ARD
Boris Aljinovic blieb übrig vom Berliner „Tatort“-Duo Ritter und Stark, weil Dominic Raacke entnervt vorzeitig hinwarf. Aber der Kleine läuft bei seinem Finale auf zu großer Form. Obendrein wartet der Mystery-Fall mit einer Schauspielerin auf, die einen sensationellen Auftritt hinlegt.
Tatort-Fans können in Ruhrort auf Thanners Spuren wandeln
Tatort
Auf den Spuren von Horst Schimanski wandelten dieses Jahr über 60 mal die Krimi-Fans durch Duisburg-Ruhrort. Für die nächste Saison wird jetzt auch ein Thanner-Spezial organisiert. Dessen Darsteller Eberhard Feik ist vor 20 Jahren gestorben.
Fotos und Videos
Der dritte Dortmund-Tatort
Bildgalerie
Tatort
Til Schweiger im neuen Tatort
Bildgalerie
Tatort
Der zweite Dortmund-"Tatort"
Bildgalerie
Tatort Dortmund