Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Tatort

Grafikerin, die den "Tatort"-Vorspann entwickelte, ist tot

10.01.2013 | 14:48 Uhr
Kristina Böttrich-Merdjanowa, die Grafikerin, die Tatort-Vorspann erfand, ist tot.Foto: dapd

München.  Die Grafikerin, die vor mehr als 40 Jahren den legendären Tatort-Vorspann erfunden hat, ist gestorben. Kristina Böttrich-Merdjanowa starb mit 79 Jahren. Ihr Werk ist Millionen von Tatort-Fans bestens vertraut, sie selber blieb aber weitgehend unbekannt. Reich machte ihre Entwicklung sie auch nicht.

Zwei Augen und ein Fadenkreuz: Die Schöpferin des berühmten Vorspanns der Krimireihe "Tatort" ist tot. Kristina Böttrich-Merdjanowa starb mit 79 Jahren, berichtete die Familie und bestätigte einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag). Demnach starb die Grafikerin am 19. Dezember.

Den mehr als 40 Jahre alten Vorspann für die ARD-Reihe kennt fast jeder: Zwei Augen in Nahaufnahme, dann ein Fadenkreuz, ein Mann in Abwehrhaltung, rennende Beine auf nassem Asphalt und ein wachsendes psychedelisches Wellenmuster, das einen Fingerabdruck ergibt. Das Intro dauert 30 Sekunden, dazu läuft die Musik von Klaus Doldinger.

Grafikerin erhielt für Tatort-Vorspann 2500 D-Mark

Kristina Boettrich-Merdjanowa, Erfinderin des Tatort-Vorspanns, ist tot.Foto: dapd

Im Jahr 1969 hatte die Grafikerin den Vorspann gestaltet und dafür ein - aus heutiger Sicht wohl eher bescheidenes - Honorar von 2500 Mark erhalten. 40 Jahre später zog sie gegen den Bayerischen Rundfunk (BR) und den Westdeutschen Rundfunk (WDR) vor Gericht: Sie wollte als Schöpferin genannt werden und nachträglich mehr Geld bekommen.

In zweiter Instanz erlitt Böttrich-Merdjanowa eine Niederlage: Das Oberlandesgericht München entschied im Februar 2011, ihr stünden weder Namensnennung noch Nachvergütung zu. Der Vorspann spiele nur eine untergeordnete Rolle für den Erfolg des Tatorts, meinten die Richter damals: "Das Publikum schaut sich diesen Film an, weil es an der Handlung interessiert ist." Darüber hinaus sei es bei Fernsehserien unüblich, auch den Urheber des Vorspanns zu nennen.

Der zweite Dortmund-"Tatort"

 

Til Schweiger wollte Tatort-Vorspann ändern - und wurde dafür kritisiert

Wieder Wirbel gab es im vergangenen Jahr. Schauspieler Til Schweiger, der am 10. März erstmals als "Tatort"-Kommissar im Einsatz sein wird, wollte sogar dafür sorgen, dass Böttrich-Merdjanowas Filmchen ganz verschwindet: "Den Vorspann würde ich gerne ändern. Der ist jetzt wirklich outdated", sagte er vor fast einem Jahr.

Nach heftiger Kritik - unter anderem von seinen "Tatort"-Ermittlerkollegen - erklärte Schweiger allerdings später: "Ich finde nach wie vor, der ist altmodisch... Aber hey, wenn alle das so lieben: Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass dieser Vorspann noch 30 Jahre kommt." Das Werk von Böttrich-Merdjanowa wird daher wohl noch eine ganze Weile weiter sonntags um 20.15 Uhr über Deutschlands Fernsehbildschirme flimmern. Die Grafikerin und ihr ebenfalls kürzlich verstorbener Mann sollen am nächsten Donnerstag in Grünwald bei München beigesetzt werden. (dpa)



Kommentare
Aus dem Ressort
Dreharbeiten für zweiten Erfurter "Tatort" haben begonnen
ARD-Krimi
Seine erste Folge gewann noch den Negativpreis "Saure Gurke" für ein besonders sexistisches Frauenbild. Der zweite "Tatort" aus Erfurt, der am Dienstag Drehstart hatte, soll anders sein - und Ermittlerin Johanna Grewel weniger nervig. Auch bei der jugendlichen Sprache will sich der MDR zurücknehmen.
Tatort-Kommissarin findet "Tatort" langweiliger als früher
Krimireihe
Ulrike Folkerts, die dienstälteste Tatort-Kommissarin, kritisiert die aktuellen Folgen der ARD-Krimireihe. Vor 20 Jahren seien die ARD-Produktionen allesamt spannender gewesen. Eine Erklärung für die abnehmende Spannungskurve hat die Schauspielerin auch: politische Korrektheit.
Tschirner und Ulmen ermitteln im "Tatort" an Neujahr
Krimi-Serie
Weihnachten 2013 waren sie zum ersten Mal im Deutschen Fernsehen auf Verbrecherjagd: Das "Tatort"-Duo Dorn und Lessing, gespielt von Nora Tschirner und Christian Ulmen. Prompt gab es gute Quoten. Das nächste Mal werden die beiden am Neujahrstag zu sehen sein.
Tschirner und Ulmen ermitteln im "Tatort" an Neujahr
Krimi-Serie
Weihnachten 2013 waren sie zum ersten Mal im Deutschen Fernsehen auf Verbrecherjagdt: Das "Tatort"-Duo Dorn und Lessing, gespielt von Nora Tschirner und Christian Ulmen. Prompt gab es gute Quoten. Das nächste Mal werden die beiden am Neujahrstag zu sehen sein.
In Duisburg macht sich jetzt ein Schiff auf „Schimmi“-Tour
Schimanski
Als "Tatort"-Kommissar Horst Schimanski im Fernsehen ermittelte, war Duisburg gar nicht so glücklich. Mittlerweile ist die TV-Figur Pate für ein Stadtrundfahrt-Programm. Nun kann man sich auch per Schiff auf Tour zu früheren Drehorten begeben. Anbieter "DU Tours" lädt zu Rundfahrten mit "Oskar".
Fotos und Videos
Der dritte Dortmund-Tatort
Bildgalerie
Tatort
Til Schweiger im neuen Tatort
Bildgalerie
Tatort
Der zweite Dortmund-"Tatort"
Bildgalerie
Tatort Dortmund