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Bremer "Tatort" mit dramatischem Ende von Kommissar Leo Uljanoff

10.06.2013 | 05:35 Uhr
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Bremer "Tatort" mit dramatischem Ende von Kommissar Leo Uljanoff
Wer hat Uljanoff umgebracht? Kommissare Inga Lürsens (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) wollen im Verhöhr von Marie Schemer (vorne: Annika Kuhl) die Wahrheit erfahren.Foto: Radio Bremen

Essen.  Tragödie am Bremer ARD-"Tatort": Hauptkommissarin Inga Lürsens (Sabine Postel) Freund und Kollege Leo Uljanoff (Antoine Monot jr.) wird ermordet. Wenigstens ist Stedefreund (Oliver Mommsen) aus Afghanistan zurück. Das Duo ermittelt und muss dabei vor allem gegen die eigene Befangenheit kämpfen.

Es ist die wohl schwierigste Frage in dem Beruf: Wie viel Mensch darf ein Polizist sein? Wie viel Fehlbarkeit und Emotionen darf jemand in eine Profession stecken, die ihm derart viel Macht verleiht? Eine Problematik, die in der Realität viele Beamte umtreiben dürfte, beschäftigt am Sonntagabend das Bremer „Tatort“-Duo Inga Lürsen und Nils Stedefreund. In „Er wird töten“ (Sonntagabend, 20.15 Uhr in der ARD) haben beide Kommissare ihre Päckchen zu tragen. Und die drohen, die Ermittlungen zu beeinflussen.

Gerade erst kam Bewegung ins Privatleben der kühlen Kommissarin Inga Lürsen, da ist es auch schon wieder vorbei mit der Romanze: Ihr Kollege und Freund Leo Uljanoff wird kaltblütig im Kommissariat ermordet. Einzig die verstörte Ärztin Marie Schemer (Annika Kuhl), die zur gleichen Zeit im Präsidium auftaucht, scheint zu wissen, wer hinter der Tat steckt. „Er wird töten, er wird töten“ sind zunächst die einzigen Worte, die eine überzeugend psychopatische und düstere Annika Kuhl vor sich hin stammelt .

Dynamik zwischen Postel und Monot misslingt

Rückblick: Erst im letzten Bremer Tatort „Puppenspieler“ (lief am 24. Februar in der ARD) hatte die Hauptkommissarin ihren neuen Kollegen kennen und lieben gelernt. Doch Gerüchte, nach denen Monot Stedefreund-Darsteller Oliver Mommsen ersetzen sollte, sind jetzt wohl endgültig vom Tisch. Wirklich schade ist das nicht. Denn Dialoge und Energie zwischen dem ungleichen Liebespaar wirken in der aktuellen Folge seltsam erzwungen – anders als die überzeugende Lürsen-Stedefreund-Dynamik. Da trifft es sich gut, dass der Kommissar genau zur rechten Zeit nach einem längeren Aufenthalt in Afghanistan zurückkehrt.

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Noch in der Tatnacht nehmen die Beamten die Ermittlungen auf. Trotz Befangenheit darf Inga Lürsen mitmachen. Darstellerin Sabine Postel lässt die Kommissarin dabei unerklärlich gefasst und trocken wirken – schon wenige Minuten nachdem ihr Freund ermordet wurde. Die Ermittler suchen nach Joseph Vegner (erschreckend cholerisch: Peter Schneider). Er soll vor Jahren Maries und sein gemeinsames Kind umgebracht und nun auch Kommissar Uljanoff getötet haben. Der hatte Vegner damals in den Knast gebracht.

Die Logik muss an manchen Stellen der Spannung weichen

Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) im Verhör mit der verängstigten Marie Schemer (Annika Kuhl).Foto: Radio Bremen

Wenngleich sich sehr schnell erahnen lässt, wie die Geschichte ausgeht, und die Logik der Spannung besonders an einem Punkt leider komplett weichen muss, ist Regisseur Florian Baxmeyer ein recht spannender "Tatort" gelungen. Denn immer wieder führen vor allem Befangenheit und Vorurteile Inga Lürsen auf falsche Spuren. Auch Stedefreunds dramatische Erfahrungen in Kundus lassen den sonst so gelassenen Kommissar so manche Grenze der Exekutive ausreizen.

Vor allem die Brutalität, mit der ein erboster Beamter (Helge Tramsen) kurz nach dem Mord gegen einen vermeintlich Verdächtigen vorgeht, spiegelt genau die Problematik wider, die den Ermittlern zu schaffen macht: Wie viel Mensch – der gerade seinen Kollegen an einen Verbrecher verloren hat – darf ein Polizist sein? Die Antwort läge wohl bei null Prozent und ist, wie die Bremer Ermittler einmal mehr zeigen, unerreichbar.

Elena Zay

Kommentare
10.06.2013
17:37
Bremer
von Jorgel | #7

Versprachen Thema dieses Tatorts und vorangekündigte Handlung einen spannenden Reißer, wurde dieser Tatort den Erwartungen wirklich nicht gerecht. Erinnerten die überwiegenden Innenaufnahmen doch eher an ein Theaterstück.

Aber das war wirklich interessant, wenn man sich darauf einließ. Das ist natürlich nicht so einfach, wenn man etwas ganz anderes erwartet. So waren auch bei uns die Meinungen geteilt.

Sagt doch meine Frau, während ich gebannt auf die Auflösung wartete: Also wenn ich allein wäre, hätte ich längst umgeschaltet.

So hat eben jeder seine eigene Auffassung, was einen guten Krimi ausmacht...

10.06.2013
16:28
schlechtes Drehbuch
von Ichhaltsgarnichmehraus | #6

ich hab von Anfang an gewußt, daß die Tussi alles selbst inszeniert. Das war leider nicht spannend.

10.06.2013
10:19
Bremer
von DerGehrock | #5

Uns hat der Tatort richtig gut gefallen. Spannend, dicht und packend erzählt und durchgängig diese düstere Atmosphäre. Das Licht, die Kameraführung waren ausgezeichnet, ebenso die Darsteller.
Klasse!

10.06.2013
08:13
´Verhöhr´ ...
von tipp_top | #4

... prima ;-)

10.06.2013
07:21
Bremer
von Kernow | #3

Was ist nur aus dem Tatort geworden. Bedeutungsschwangere Blicke, verhaltene Dialoge...da lob ich mir aber den Münsteranter Tatort...ich hab diesen nach der Häflte abeschaltet

09.06.2013
22:49
Dramatisches Ende von Kommissar Uljanoff im Bremer „Tatort“
von fogfog | #2

Unfallchirurgin assestiert bei einer Herzverpflanzung, nimmt nebenbei Drogen.
Das ganze Ding war vertane Lebenszeit. Alle schauten gedankenverloren ins nichts, das Nichts war dieser Tatort. Mit einem Wort:GRAUSAM

09.06.2013
21:40
Dramatisches Ende von Kommissar Uljanoff im Bremer „Tatort“
von Chekov | #1

Seit dem Tatort-Drehbücher wie am Fließband ausgesch.... werden, kommt auch nichts gutes mehr dabei raus. Wirklich schade.

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