Das aktuelle Wetter NRW 5°C
TV-Krimi

Beichtgeheimnis gilt auch bei Mord - „Tatort“ sorgt für Diskussion

27.12.2012 | 18:46 Uhr
Beichtgeheimnis gilt auch bei Mord - „Tatort“ sorgt für Diskussion
Pater Markus (Florian Lukas) spricht mit den Kriminalhauptkommissaren Conny Mey (Nina Kunzendorf) und Frank Steier (Joachim Krol, r.)in dem ARD/HR-Tatort „Im Namen des Vaters“.Foto: HR

Köln.  Wenn ein Mörder seinem Pfarrer einen Mord gesteht - gilt dann das Beichtgeheimnis? „Ohne Ausnahme“, sagt Stefan Muckel, Kirchenrechtler an der Universität Köln zur Diskussion nach der Tatort-Folge „Im Namen des Vaters“, die die ARD am Mittwoch ausgestrahlt hatte.

Nach dem Frankfurter „Tatort“ am Mittwochabend in der ARD („Im Namen des Vaters“) fragten sich viele Fernsehzuschauer, ob ein Pfarrer nach einer Mord-Beichte seine Informationen an die Polizei weitergeben muss. Die Regelung ist allerdings eindeutig: „Das Beichtgeheimnis kennt keine Ausnahmen“, sagte Stefan Muckel, Professor für Kirchenrecht an der Universität zu Köln, der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. Grund hierfür ist der besondere Schutz der Beichte durch Kirchen- und Strafrecht. 7,24 Millionen Zuschauer hatten den „Tatort“ gesehen.

Konfessionsübergreifend gelte das Beichtgeheimnis als „unverletzlich“, und nehme vor allem nach katholischem Verständnis eine „herausragende Bedeutung“ ein, so Muckel. Neben der strengen Auslegung des Kirchenrechts werden die Geistlichen zudem durch das „Zeugnisverweigerungsrecht“ geschützt. Anders als in anderen Ländern (z.B. Frankreich) sind Geistliche in Deutschland auch bei Kapitalverbrechen wie Mord von der Anzeigepflicht befreit. Kommt es zum Bruch mit dem Geheimnis, droht den Geistlichen nach katholischem Verständnis die Exkommunikation - der Ausschluss aus der Kirche.

Im „Tatort“ kannte Pater Markus (Florian Lukas) den Mörder von Agnes Brendel (Anna Böttcher) und schwieg. „Bild.de“ nahm die Diskussion auf und machte sie am Donnerstag zum Thema. Im Forum gingen die Kommentare und Meinungen der User auseinander: „Es kann heutzutage nicht mehr Sinn und Zweck der Kirche sein, Mörder zu decken“, schrieb ein Leser. „Ein Anwalt darf auch nichts sagen, ein Arzt hat seine Schweigepflicht und das muss auch für die Beichte gelten“ ein anderer. Experte Muckel sagt: „Die Beichte muss eine absolute Größe bleiben, sonst schafft sie sich selbst ab.“ (dpa)

Mehr zum Thema „Tatort“ im Spezial



Kommentare
28.12.2012
11:35
Beichtgeheimnis gilt auch bei Mord - „Tatort“ sorgt für Diskussion
von heindaddel | #1

Mord und Beichtgeheimnis.Welch eine zynische Arroganz der Kirche.

Aus dem Ressort
Stuttgarter "Tatort"-Staatsanwältin will Aktion in Berlin
ARD-Krimireihe
Sie ist die Staatsanwältin Emilia Álvarez im Stuttgarter "Tatort", würde aber viel lieber in Berlin drehen. Schauspielerin Carolina Vera beneidet ihre Berliner "Tatort"-Kollegen. Schließlich sei Berlin ihre Heimat. "In meiner Stadt Berlin zu arbeiten, klingt für mich wie Himmel auf Erden".
„Tatort“ – wie weit darf Loyalität bei der Polizei gehen?
Tatort
Kumpanei bei der Polizei im "Tatort Stuttgart": Bootz (Felix Klare) steckt nach einem Todesschuss bei einer Geiselnahme in einem Loyalitätskonflikt. Doch was hat sich wirklich zugetragen? Regisseur Till Endemann erzählt die Geschichte spannend. Zudem ist der Krimi gut besetzt.
Ab in die Rente - so verabschiedeten sich Tatort-Ermittler
Tatort
Schimanski ging in Rente, Stoever in Urlaub. Cenk Batu wurde erschossen. Lea Sommer wechselte das Kommissariat. Der Berliner „Tatort“ betrat Neuland: Am Ende der Folge „Vielleicht“ bleibt offen, ob Boris Aljinovic als Felix Stark überlebt. Ein Überblick über Schicksale von „Tatort“-Kommissaren.
Offenes Ende bei Berlin-Tatort spaltet die Zuschauer
Tatort
Der letzte Tatort-Fall mit Boris Aljinovic als Berliner Ermittler Felix Stark hat bei den Zuschauern viele Diskussionen ausgelöst. Vor allem das offene Ende mit Hellseherei-Motiv wurde kritisiert. Insgesamt überwogen die positiven Kommentare, da die Story "ziemlich fesselnd" gewesen sei.
Aljinovic verabschiedet sich von „Tatort“ mit Mystery-Fall
ARD
Boris Aljinovic blieb übrig vom Berliner „Tatort“-Duo Ritter und Stark, weil Dominic Raacke entnervt vorzeitig hinwarf. Aber der Kleine läuft bei seinem Finale auf zu großer Form. Obendrein wartet der Mystery-Fall mit einer Schauspielerin auf, die einen sensationellen Auftritt hinlegt.
Fotos und Videos
Der dritte Dortmund-Tatort
Bildgalerie
Tatort
Til Schweiger im neuen Tatort
Bildgalerie
Tatort
Der zweite Dortmund-"Tatort"
Bildgalerie
Tatort Dortmund