ARD-Krimi : Der Tatort "Häuserkampf" vibriert vor Spannung
Dortmund. Ein Krimi ohne Mord, eine Geiselnahme ohne Forderung, eine raffinierte Geschichte ohne Kuddelmuddel – Oscar-Preisträger Florian Baxmeyer inszeniert mit "Häuserkampf" einen Tatort (Ostermontag, ARD, 20.15 Uhr), der von der ersten Minute bis zur letzten Szene vor Spannung vibriert.
„Heckenschütze, vierter Stock, viertes Fenster.” Mündungsfeuer blitzt auf, eine Frau stirbt, dann ein Mädchen. Immer wieder taucht die Szene auf. Sie gliedert den Krimi, und sie liefert schließlich des Rätsels Lösung.
Doch spulen wir zurück. Der gebürtige Essener Florian Baxmeyer (Regie) und seine brillanten Drehbuch-Autoren Johannes W. Betz und Peter Braun kommen im zweiten Fall des verdeckten Ermittlers Cenk Batu (knallhart mit Herz: Mehmet Kurtulus) sofort zur Sache. Der Hamburger Hauptkommissar soll in den eigenen Reihen ermitteln. Spezialisten vom SEK schulen im Ausland diejenigen, die am meisten zahlen – illegal, versteht sich. Vor allem Lars Jansen (Matthias Koeberlin) gerät ins Visier der Ermittler.
Der Tote hatte einen teuflischen Plan
Geiselnehmer ohne Forderungen: Zoltan Didic (Stipe Ergec) © NDR/Georges Pauly
Foto: NDR/Georges Pauly
Batu hat gerade Jansens Vertrauen gewonnen, da wird das SEK zu einer Geiselnahme gerufen. Doch der Kosovare Zoltan Didic (Stipe Erceg) stellt keine Forderung. Stattdessen inszeniert er seinen Selbstmord. Bald stellt heraus: Zwischen Didic und Jansen besteht eine Verbindung.
Der Tote hält die Lebenden mit einem teuflischen Plan buchstäblich auf Trab: Er gibt Jansen kaum drei Stunden Zeit, um Frau und Kind zu retten. Andernfalls jagt sie eine Zeitbombe in die Luft. Versteckt sind die Opfer in Hamburg, irgendwo.
Anweisungen gibt es per Mobiltelefon. Nie zuvor bestimmten die Geräte so stark eine Krimi-Handlung wie in diesem Tatort. Die Episode gerät zu einer nervenzerfetzenden Schnitzeljagd – das exakte Gegenteil des Kindergeburtstages von Jansens Tochter, an dem Batu als Patenonkel in spe teilnehmen darf.
Nervenzerfetzende Schnitzeljagd
Tatort-Spezial
Für alle Freunde des gepflegten Sonntagsabendskrimi gibt's bei DerWesten ein Tatort-Spezial.
Gerade weil Batu den Gesetzeshüter mit dem illegalen Nebenjob mag, übernimmt er die Suche nach Jansens Frau und Tochter. Den SEK-Mann selbst setzt ein Auto-Unfall außer Gefecht.
Den Schlüssel zur Lösung des Problems in der Gegenwart liefert die Vergangenheit. Batus Vorgesetzter Uwe Kohnau (wunderbar dröge und super-korrekt: Peter Jordan) findet heraus, dass der Kosovo-Krieg einen langen Schatten in die winterkalte, betongraue Elb-Metropole wirft. Psychologe Didic hat mit Polizist Jansen eine Rechnung offen – und mit seinem Schwager, Waffenhändler Stepan Istjevic (Viktor Choulman), der in Hamburg als TV-Elektroniker lebt.
Da geht noch was
Didic geht bei seinem Rache-Plan kalt vor wie ein Serienkiller. Hobby-Schachspieler Cenk Batu sieht sich schließlich fast so aussichtslos eingekeilt wie ein König ohne Flankendeckung. Er macht schließlich den richtigen Zug. Das versteht sich von selbst. Viel wichtiger ist, wie er zieht.
Ach ja, eine Frau spielt in diesem Männer-Krimi auch eine Rolle, wenn auch nur eine bescheidene. Doch die wenigen Begegnungen zwischen Batu und seiner Nachbarin Anja (Patrycia Ziolkowska) zeigen: Da geht noch was.
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7 Kommentare
Florian Baxmeyer ist leider kein Oscar-Preisträger. Er wurde 2004 mit "Die Rote Jacke" für den Oscar in der Kategorie Kurzfilm nominiert.
grüße
nochmal werde ich mir diesen 'möchtegern-schauspieler' mehmet kurtulus, sicherlich NICHT antun !!!
schade, dass das niveau vom tatort, der mal einer meiner lieblingsendungen war, so abgesunken ist ...
es zählt m. e. für die besetzungscouch, mehr das berühmte vitamin "b", als das können ...
immer schön zu wissen, das man sich so ein bescheidenes Konstrukt, nicht anschauen muß..
ich muss erstmal "anschauen" um zu sehen, ob es ein "bescheidenes Konstrukt ist. ;-)
Die erste Folge des neuen Hamburger Ermittlers fand ich zumindest interessant.
meja.one irrt. Baxmeyer erhielt 2003 den Studenten-Oscar.
Das war ja wohl so was von schlecht, schlimmer ging es nicht mehr!!! .-(
@ Panthea #6;
ich hatte ja vorgewarnt ... ;-))
nach dem ersten versuch war mir bereits klar, dass dieser 'minus-schauspieler',
keine zweite chance verdient hat ...
(auch wenn es wohl ein paar, weniger anspruchsvolle zuseher zu geben scheint ...)
bitte KEINE weiteren folgen von meinen gebühren !!!