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"Tatort"-Autoren klagen in einer Studie über Kostendruck

06.02.2013 | 16:06 Uhr
Der Tatort steht immer mehr unter Kostendruck. Foto: dapd

Der Tatort steht immer mehr unter Kostendruck. Während eine Folge der Krimireihe vor zehn Jahren noch 1,43 Millionen Euro gekostet hat, liegt das heutige Budget bei 1,27 Millionen pro Folge. In einer Studie beklagen Tatort-Autoren deshalb, dass die Geschichten immer mehr zu Kammerspielen werden.

Weniger Geld, weniger Drehtage, weniger Stunts: Der Kostendruck bei den Öffentlich-Rechtlichen hat laut einer Untersuchung spürbare Auswirkungen auf den ARD-Klassiker "Tatort". Wie die "Produzentenstudie 2012" beschreibt, standen vor zehn Jahren für eine Folge der Krimireihe im Schnitt noch 1,43 Millionen Euro bereit, heute liegt das Budget bei rund 1,27 Millionen Euro.

Zwar ließen sich einige Kosten durch Digitaltechnik reduzieren. Auch aufwendige Stunt-Szenen seien seltener geworden, eine Folge werde nicht mehr in 28, sondern nur noch in 22 Tagen gedreht. "Die Geschichten werden immer mehr zu Kammerspielen, weil an allen Enden Geld fehlt", zitiert die Studie langjährige "Tatort"-Autoren.

Gewinne des Tatorts sind auf unter fünf Prozent gesunken

Wegen schrumpfender Etats und sinkender Preise pro Sendeminute stehen die deutschen TV- und Filmproduzenten unter erheblichem finanziellen Druck, heißt es weiter in der Untersuchung im Auftrag der Landesmedienanstalten und der Filmförderungsanstalt (FFA). Mehr als die Hälfte der 1700 Produzenten bewegten sich demnach im Bereich "kritischer" Gewinnmargen von unter fünf Prozent.

Til Schweiger im neuen Tatort

Besonders groß sei die Abhängigkeit der TV-Produzenten von den öffentlich-rechtlichen Sendern: Fast zwei Drittel (62 Prozent) des Umsatzvolumens stammten von ARD und ZDF , wie einer der Autoren der Studie, Oliver Castendyk (Hamburg Media School), der Nachrichtenagentur dpa sagte. Gleichzeitig werde der Markt konzentrierter: Nur rund ein Prozent der Unternehmen erwirtschaftet fast die Hälfte des Branchenumsatzes von 2,43 Milliarden Euro.

Finanzielle Lage im Kino besser als im Fernsehen

Im Vergleich zu den Personalkosten hätten die Sender überproportional am Programm gespart, der Kostendruck werde in der Regel an die Produzenten weitergegeben, sagte Castendyk, der zusammen mit dem Medienberater Klaus Goldhammer den Bericht verfasste.

Besser als im Fernsehen ist die Lage im Kino. Bei Filmen werden im Durchschnitt 40 Prozent der Produktionskosten von der Filmförderung gedeckt. Aber auch hier ist das Engagement der Sender geringer geworden. Ihr Anteil am Gesamtproduktionsumsatz liegt nur noch bei zwölf Prozent.

Meldung vom: 3.2.2013
Wackernagel und Möhring glänzen in ZDF-Krimireihe

In der ZDF-Reihe „Stralsund“ (Montag, 20.15 Uhr) glänzt ein starkes Team um die Hauptdarsteller Katharina Wackernagel und Wotan Wilke Möhring. Trotz enormer interner Spannungen kommt es zum Ziel. Der vierte Fall „Tödliches Versprechen“ jedoch bietet kaum mehr als Küchenpsychologie.

In Frankreich tragen die Sender weitaus stärker zur Finanzierung von Kinofilmen bei. "Der Blick nach Frankreich macht viele Produzenten neidisch", heißt es in der Untersuchung. Der Erfolg könnte den Franzosen recht geben: Der Marktanteil heimischer Produktionen sei im Nachbarland doppelt so hoch wie in Deutschland. (dpa)



Kommentare
06.02.2013
18:08
Die Hälfte der GEZ Einnahmen gehen für Renten drauf
von meigustu | #1

da bleibt nicht viel für den Zuschauer.

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