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Comedy

"Stromberg", das größenwahnsinnige Würstchen

02.11.2009 | 18:29 Uhr

Essen. Der schrecklichste Chef aller zeiten hat den Bogen überspannt und wird in die Provinz versetzt - Christoph Maria Herbst spricht im Interview über die neuen Folgen von „Stromberg”, die Zukunft der Kultserie und die realen Vorbilder des Ekelchefs.

Christoph Maria Herbst als "Stromberg". (c) ProSieben

Er ist der schrecklichste Chef aller Zeiten – doch jetzt bekommt Bernd Stromberg endlich die Quittung für all seine fiesen Sprüche: In den neuen Folgen der kultigen Büroserie „Stromberg” überspannt er den Bogen und wird in eine unbedeutende Außenstelle in der Provinz versetzt. Christoph Maria Herbst spielt Stromberg auch in der heute beginnenden vierten Staffel der Kult-Comedyserie wieder als größenwahnsinniges Würstchen, das man zugleich hassen und bedauern muss.

Waren Sie nach den Dreharbeiten zu „Stromberg” froh, als Sie wieder aus der Rolle des Büroekels schlüpfen durften?

Christoph Maria Herbst: O ja, das ist sogar immer das Erste, was ich nach dem letzten Drehtag tue: Ich bitte meine Maskenbildnerin, mir sofort diese Unfrisur und diesen Klobrillenbart aus dem Gesicht zu meißeln. Es war damals ja meine eigene Idee, Stromberg so aussehen zu lassen. Aber es ist schwierig, in den Drehmonaten in den Spiegel zu schauen und zehn Jahre älter auszusehen, als ich mich fühle.

Von solchen äußeren Attributen abgesehen: Was hassen Sie an Stromberg am meisten?

Christoph Maria Herbst: Das kann ich eigentlich gar nicht so sagen. Ich muss die Figur tatsächlich mögen, weil ich sie sonst nicht spielen könnte, das wäre sonst total schizoid. Ich muss ihn mit der richtigen Haltung spielen, damit mir die Zuschauer die Rolle abnehmen. Ich will den Charakter ja nicht vorführen.

Sie haben Bankkaufmann gelernt und kennen den Büroalltag deshalb von früher. So schlimme Typen wie Stromberg haben Sie damals aber bestimmt nicht kennengelernt, oder?

Christoph Maria Herbst: Die waren teilweise sogar noch schlimmer. Es ist unglaublich, wie Menschen, die jahrzehntelang auf demselben Stuhl sitzen, charakterlich deformiert werden. Das habe ich mir damals mit Argusaugen angeschaut, nicht wissend, dass ich alles mal aus meinem Hinterkopf hervorkramen müsste, um es in eine Figur einfließen zu lassen.

Hat sich schon einmal jemand bei Ihnen beschwert, der sich in Stromberg wiedererkannt hat?

Christoph Maria Herbst: Beschwert hat sich noch keiner. Einem der alten Bankkollegen bin ich aber neulich zufällig im Zug begegnet, der hat mich gleich auf Stromberg angesprochen und hat genau die Kollegen wiedererkannt, die ich habe einfließen lassen.

Täuscht der Eindruck, oder ist die Serie in der neuen Staffel härter geworden?

Christoph Maria Herbst: Das stimmt, die Schraube ist sehr viel fester angezogen worden. Stromberg ist sehr aggressiv geworden, man hat ihn noch nie so ausrasten sehen wie in der ersten Folge der neuen Staffel. Alles ist härter geworden, auch dramatischer, tragischer.

Zu Beginn der neuen Staffel verübt eine der Hauptfiguren sogar einen Selbstmordversuch. Haben Sie im Team lange darüber diskutiert, ob man das dem Zuschauer zumuten kann?

Christoph Maria Herbst: Es gehört schon einiges dazu, sich das in einer Comedyserie zu trauen. Aber „Stromberg” lebt auch davon, dass alles möglich ist. Wir wollen uns nicht wiederholen und die Leute langweilen. Deshalb finde ich es toll, dass wir in der vierten Staffel für die Figur Stromberg den Schauplatz gewechselt haben.

Ist die vierte die letzte Staffel?

Christoph Maria Herbst: Wir wollen erst mal schauen, wie die Fans die vierte Staffel aufnehmen. Ich persönlich würde mir eher wünschen, dass wir nächstes Jahr einen Film machen und Stromberg ins Kino bringen.

Sind Sie seit Ihrer Rolle als Stromberg denn auf die widerlichen Typen abonniert?

Christoph Maria Herbst: Mir ist ein Arschloch, das gut erzählt und gut geschrieben ist, allemal lieber als eine positive Figur, der ich kein Wort glaube und die von irgendeinem Soapregisseur in Szene gesetzt wird. Aber es ist auch nicht so, dass ich gezielt nach miesen Typen suche. Ich bin in aller Bescheidenheit der Meinung, dass ich ein Schauspieler bin und nicht der Drecksack vom Dienst, und dass ich noch genug Facetten habe, um auch andere Charakterzüge darzustellen.

Cornelia Wystrichowski

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Kommentare
17.11.2009
08:46
Stromberg, das größenwahnsinnige Würstchen
von 840 | #2

Er ist einer der bewusst den Spiegel vorhält.
Nur leider ist es im wahren Leben noch viel schlimmer. Bei Stromberg kann man wenigstens noch lachen.
Ich könnte mir gut vorstellen das Stromberg in die Politik geht und mal dort den Alltag auf die Rolle nimmt. Vieleicht als Privatsekretär von Pofalla?

03.11.2009
13:19
Stromberg, das größenwahnsinnige Würstchen
von Pro7Sat1hass | #1

Das ist die einzige Sendung die man auf Pro7 gucken kann ohne zu verblöden. Nicht besonders intelligent ist es aber 3 Tage nach der ersten Folge bereits die ganze Staffel auf DVD rauszubringen. Einge kaufen sich die und stellen sie inss Netz. Jeder lädt es runter und keiner guckt mehr die Serie im fernsehen. Die Produzenten scheinen schon durch ihren eigens produzierten Mist ihren IQ drastisch runterzufahren.

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