"Stirb einsam" - Ein starkes Team ermittelt im Plattenbau

Die Ermittler Verena (Maja Maranow) und Otto (Florian Martens) bewundern die Cannabis-Plantage in der Wohnung von Kevin Lang.
Die Ermittler Verena (Maja Maranow) und Otto (Florian Martens) bewundern die Cannabis-Plantage in der Wohnung von Kevin Lang.
Foto: Katrin Knoke/ZDF
Was wir bereits wissen
Maja Maranow und Florian Martens warten mit einem starken Fall auf, das ganze Ensemble ist gut drauf. Dennoch ist nicht alles gut bei dem ZDF-Krimi.

Essen.. Der Samstagabend ist viel zu schade für schlechte Krimis, in denen grundlos gemordet und umsonst gestorben wird. Den Vorwurf mörderischer Beliebigkeit kann man dem "Starken Team" des ZDF in seinem 61. Fall nicht machen.

Die neue Folge "Stirb einsam" ist ein schwer psychologisch aufgeladenes Stück über ein Opfer, das zum Täter wird – und umgekehrt.

Das erste Opfer schimmelt wochenlang in seiner Ostberliner Plattenbauwohnung vor sich hin, bis der Geruch dem Paketboten zu sehr in die Nase sticht. So ist das in Berlin-Marzahn. Hier stirbt man so einsam, wie man lebt. Heidi Kuttner hatte keine Freunde, außer bei der Teleshopping-Hotline, und erschlagen wurde sie vom zusammengekauften Kitsch in ihrer Wohnung, einer Schneekugel.

Maja Maranow mit ungewohnt harten Zügen

Daraus entwickelt sich eine spannende Spurensuche für das Ermittlertrio. Kommissarin Verena Berthold (Maja Maranow mit harten Zügen) assistiert wie gewohnt Otto Garbner (Florian Martens mit festgewachsener Strickmütze) beim waschechten Berlinern, Ben Kolberg (Kai Lentrodt mit komödiantischem Grundtalent) wirft ein Auge auf alle weiblichen Aspekte rund um den Fall.

Die Drei und die sie umgebenden Fragezeichen (Drehbuch: Axel Hildebrand) sind die Stärken der ZDF-Reihe, weniger die Bilder.

ZDF Dass Berlin neben Marzahn keine einzige weitere zeigenswerte Kulisse für einen 90-minütigen Krimi abgibt, spricht für eine zu routinierte Regiearbeit von Thorsten Schmidt. Schade für einen Samstagabend.

Georg Nader ist die unheimliche Hauptfigur

Auch der Nebenkriegsschauplatz um den schrulligen Ermittler-Freund Sputnik wirkt aufgesetzt. Jaecki Schwarz gibt den kleinen, dicken Sozialbetrüger, der auf Ottos Namen einen Indoorspielplatz für Erwachsene betreiben will, in dem dann die Hüpfburgen platzen.

Dabei kann Schmidt auch anders, wenn er Verena und Otto einsam durch die Nacht fahren lässt. Gar nicht langweilig zu sehen ist in erster Linie Martin Lindow als kaputter Plattenbaueinsiedler Georg Nader, die unheimliche Hauptfigur in "Stirb einsam".

Nader, ein Soziopath, ein Kranker, ein Opfer, ein Täter, oder von allem etwas? Das bleibt spannend bis zum Schluss, den Nader mit einer Schere im Bauch aber nicht erleben soll. Am Ende ist Heidi Kuttner ein zweites Mal einsam gestorben, denn ihr Tod interessiert am Ende überhaupt keinen mehr.

Fazit: Ungewöhnliche Geschichte, gute Schauspieler, aber die zu routinierte Inszenierung verschenkt ein mögliches Highlight.

Samstag, 21. Februar, 20.15 Uhr, ZDF