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RTL muss „Stern TV“ wieder in sein Programm aufnehmen

28.07.2014 | 15:58 Uhr
RTL muss „Stern TV“ wieder in sein Programm aufnehmen
Ist bei RTL noch in Zwangspause: Steffen Hallaschka, Moderator von "Stern TV".Foto: Archiv/RTL / Stefan Gregorowius

Hannover/Köln.   Nach knapp zwei Wochen Boykott muss RTL die Sendungen "Stern TV" und "Spiegel TV" wieder ins Programm nehmen. Das hat die niedersächsische Landesmedienanstalt am Montag beschlossen. RTL spielt bei der Umsetzung allerdings auf Zeit.

Die Landesmedienanstalt Niedersachsen (NLM) in Hannover hat sich dafür ausgesprochen, dass die Info-Programme „Stern TV“, „Spiegel TV“ und „10 vor 11“ bei RTL wieder auf Sendung gehen.

Die Versammlung der NLM beschloss, den Fensterprogramm-Anbieter dctp zuzulassen. Damit bestätigte die NLM einen Bescheid vom 13. Juni dieses Jahres, der wegen eines Formfehlers durch ein Gerichtsurteil vorübergehend gestoppt worden war.

RTL-Protest gegen "Drittanbieter"-Pflicht

NLM-Versammlungsvorsitzende Ortrud Wendt erklärte am Montag, um die Meinungsvielfalt zu sichern, bestehe „ein besonderes öffentliches Interesse an der weiteren Ausstrahlung“ des sogenannten Drittfensterprogramms von dctp.

Hintergrund

Nach einem Gerichtsentscheid hat RTL die Sendungen Stern TV und Spiegel TV vorläufig aus dem Programm gestrichen. Die Zwangspause wird noch etwas...

Die Entscheidung wird gültig, wenn allen Beteiligten die schriftliche Begründung der Vollzugsanordnung zugegangen ist. Nach Einschätzung der NLM wird das „im Laufe dieser Woche“ sein.

RTL-Sprecher Christian Körner erklärte in Köln auf Anfrage, bis zur Zustellung des Entscheids bleibe das Programm von dctp „weiter ausgesetzt“. Danach allerdings werde RTL, die Sendungen des Anbieters wieder ausstrahlen, um der „rundfunkrechtlichen Verpflichtung nachzukommen“. Nach RTL-Angaben hatte man mit dem Boykott ein "Exempel statuieren" wollen, und sich gegen die Pflicht gewehrt, Produktionen unabhängiger Dritter Platz im RTL-Programm gewähren zu müssen. In Fall von dctp geht es um 105 Sendeminuten pro Woche.

Jürgen Overkott

Kommentare
29.07.2014
11:43
Alles eine Suppe
von siddartha | #8

RTL gehört zum Bertelsmannkonzern von Kanzlerfreundin Liz Mohn. Die Zeitschrift STERN ebenfalls. Auch am SPIEGEL hat Liz Mohn über Zwischenfirmen...
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3 Antworten
...
von 1980yann | #8-1

Ich weiß ja nicht, was Sie als maßgebliche Stimmenmehrheit bezeichnen, aber die Eigentumsverhältnisse beim Spiegel-Verlag sind wie folgt.
50,5% Mitarbeiter KG
25,5% Gruner und Jahr
24% Augstein-Erben

Inwiefern Liz Mohn den Spiegel beherrschen soll, wird mir da nicht ganz klar.

RTL muss „Stern TV“ wieder in sein Programm aufnehmen
von siddartha | #8-2

Meiner Kenntnis nach hält die Mitarbeiter KG zwar 50,5% Anteile am Spiegelverlag, allerding ohne Stimmrecht, so daß Bertelsmann über Gruner+Jahr mit ihren 25,5% Anteil die Stimmenmehrheit hat.

...
von 1980yann | #8-3

Also zumindest bei der Online-Strategie hat die Mitarbeiter-KG genug zu sagen, um als Bremsklotz zu wirken. Denn Mitarbeiter sind nur Print-Mitarbeiter und nicht die Onliner ...

Die Frage ist: warum verlängert die NLM-Versammlung (ein rundfunkratähnlich zusammengesetztes Gremium) einfach blind die Lizenz? Und wer braucht dctp als Mittelsmann? Und wie sehen Sie in diesem Zusammenhang die dctp-Sendeplätze bei SAT.1?

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2014-07-28 15:58
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