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"Absolute Mehrheit"

Stefan Raab kämpft mit Bargeld gegen die Talkshow-Einöde

11.11.2012 | 09:04 Uhr
Stefan Raab kämpft mit Bargeld gegen die Talkshow-Einöde
Stefan Raab im "Absolute Mehrheit"-Studio. Mit seiner Talkshow kämpft er gegen die Talk-Runden-Einöde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.Foto: dapd

Essen.  Stefan Raab zielt mit seiner Politik-Talkshow "Absolute Mehrheit" genau in die Schwachstelle der öffentlich-rechtlichen Talk-Runden. Denn diese sind vor allem: zum Gähnen langweilig. Bei Raab zählt weniger, wer diskutiert und worüber, sondern mehr, wer das Geld kassiert - und was er damit macht.

Diskutieren für Bares statt Beifall – Stefan Raabs neue Talk-Show „Absolute Mehrheit“ , die an diesem Sonntagabend auf Pro 7 startet, spekuliert schamlos auf den Skandal-Faktor. Und tatsächlich: Schon im Vorfeld tun die Oberbedenkenträger der Republik Raab den Gefallen und empören sich in vorauseilender politischer Korrektheit. Dabei zielt Raabs Show mitten in die Schwachstelle der öffentlich-rechtlichen Talk-Runden, die seit längerem vor allem eines sind: zum Gähnen langweilig.

Nehmen wir nur das Talk-Programm der ARD der nächsten Tage. An diesem Sonntag, kurz bevor bei Pro 7 die Raab-Runde an den Start geht, lädt Günther Jauch zur gediegenen Diskussion um „den gerechten Lohn“. Mit in der Runde sitzen die altbewährten Debatten-Kräfte Ursula von der Leyen und Oskar Lafontaine. Am Montag erörtert Frank Plasberg die Frage: „Wird Wohnen zum Luxusgut?“ Angekündigt ist unter anderem Renate Künast, die gerade bei der Urwahl der Grünen für die Spitzenkandidatur von der Basis abgestraft wurde. Die zweite große Verliererin des Mitgliederentscheids der Grünen, Co-Parteichefin Claudia Roth, darf dann am Dienstag bei Sandra Maischberger mitmischen, wenn die Frage heißt: „Casino Global: Wer regiert die Welt?“ Außerdem am Start: Die unvermeidlichen Wiedergänger aller Talkrunden, Hans-Olaf Henkel und Heiner Geißler.

Die gleichen Themen, die gleichen Gäste - Raab gegen die intellektuelle Einöde

Themen wie Gäste: Alles gefühlte Tausend Mal gehört und gesehen, in quälenden abendlichen Laberrunden, wie Endlosschleifen ein und derselben Debatte. Jauchillnerplasbergwillbeckmannjauchplasberg... Gnade!

Diese intellektuelle Einöde ist natürlich auch Stefan Raab nicht verborgen geblieben. Er setzt Provokation gegen die herrschende Langeweile. Bei „Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen“ sollen Politiker und andere Gäste die Zuschauer mit ihren Argumenten überzeugen. Wer die Mehrheit des Publikums hinter sich bringt, kassiert 100.000 Euro. Und, nein, Peer Steinbrück ist nicht dabei und Christian Wulff auch nicht.

Raab geht es um Populismus und Krawall

Natürlich setzt Raab mit seinem neuen Format nicht auf filigrane Argumentation und geschliffene Rhetorik, sondern auf Populismus und Krawall. Aber das weiß man vorher und es wird keiner gezwungen einzuschalten.

Nichtsdestotrotz gab es im Vorfeld die üblichen Verdächtigen, die pflichtgemäß den moralischen Zeigefinger erhoben. „Wer Geld für Meinungen aussetzt, bestellt Meinungen für Geld“, empörte sich Bundestagspäsident Norbert Lammert , der aber bekanntlich auch jede andere politische Talkshow im Fernsehen für latent staatsgefährdend hält. Und Umweltminister Peter Altmaier, der Raab eigentlich zugesagt hatte, meldete sich vorsichtshalber kurzfristig wieder ab . Volker Beck von den Grünen wiederum beklagte sich beleidigt, man habe ihn auf Druck Altmaiers wieder von der Gästeliste gestrichen.

Bei Raab sind die Themen zunächst egal

Mit von der Partie sind dagegen SPD-Strippenzieher Thomas Oppermann und Wolfgang Kubicki, der Quartals-Querulant von der FDP. Stefan Raab lässt sie und weitere Gäste über Energiewende, Steuern und Soziale Netzwerke diskutieren. Aber die Themen werden sowieso egal sein, es könnte genauso gut um Friede, Freude, Eierkuchen gehen. Viel mehr interessiert im Vorfeld die Frage, wer die 100.000 Euro kassiert. Und ob derjenige das Geld für sich behält. Oder ob er es spendet. Vielleicht für die Bochumer Stadtwerke?

Walter Bau


Kommentare
12.11.2012
07:07
Stefan Raab kämpft mit Bargeld gegen die Talkshow-Einöde
von Stephen.Stockman | #14

Nett anzusehen war, dass diese politischen Labertassen von Raab ab und zu mal einen aufs Maul bekommen haben, wenn sie auf Fragen wie gewohnt nicht antworteten.
Auch mit der frechen Schnauze Raabs kamen einige (besonders Fuchs, der ja bekanntlich keinen deutschen Philosophen kennt) nicht klar.
Das kann sich noch entwickeln. Abgeändert werden sollte, dass der Rausgewählte auch sofort die Runde verlässt, damit man das Gesülz nicht mehr ertragen muss.

12.11.2012
00:56
Stefan Raab kämpft mit Bargeld gegen die Talkshow-Einöde
von tunix | #13

Oh je...

11.11.2012
23:32
noch Schrecklicher als befürchtet
von stefanw2468 | #12

Welch ein unglaublich niedriges Niveau. Wie kann man als Politiker da hingehen? Oppermann (SPD) und Fuchs (CDU) auf dem letzten Platz! Das hätten sie ahnen müssen: Im Unterschichten-TV zählen eben keine Argumente.Wer hat die beiden beraten?!?

Kubicki hat sich seinen 1. Platz über eine Anruf-Agenur wohl eingekauft. FDP auf Platz 1. Ich lach mich tot ...

11.11.2012
22:47
Stefan Raab kämpft mit Bargeld gegen die Talkshow-Einöde
von Stephen.Stockman | #11

Die Sendung lief schon heute morgen um 04:15 Uhr versteckt.
So ein Schrott - freut euch.

11.11.2012
16:58
Stefan Raab kämpft mit Bargeld gegen die Talkshow-Einöde
von klaig | #10

Irgendwie habe ich den Eindruck, der Typ hat mehr Zähne im Mund als ein Normal Gebürtiger. Weiss auch nicht woher das kommt. Es wirkt halt optisch so. Ich kann mit dem Vogel jedenfalls nix anfangen. Ist meine Meinung .. Sorry !

11.11.2012
15:43
Stefan Raab kämpft mit Bargeld gegen die Talkshow-Einöde
von Erpunktkapunkt | #9

Ich ahne Schlimmes, aber urteile erst nachdem ich mir das evtl heute Abend angeschaut habe. Vielleicht wird es wirklich platt und populistisch, aber ist das im Endeffekt schlimmer, als eine Anne Will oder Sandra Maischberger, die vergeblich versuchen eine Talkrunde zu lenken, die überwiegend aus den immergleichen Leuten besteht, die in erster Linie sich selbst gefallen?

11.11.2012
14:58
Stefan Raab kämpft mit Bargeld gegen die Talkshow-Einöde
von r.neuert | #8

Werde es mir mal ansehen und bin gespannt, wie weit Anspruch und Realität auseinanderliegen. Und auch darauf, wie unsere Volksvertreter zerchtkommen, wenn sie merken das ihre Schallplatten bei der Jugend nicht verfangen.

Abgesehen davon wie das Ganze nun ausgeht muß ich Raab hinsichtlich Lammert recht geben. Man kann nichts beurteilen was man nicht gesehen hat. Und das er das Geld, welches im Spiel ist, kritisiert, wundert mich doch sehr. Denn angeblich sollen Abgeordnete bei höheren Diäten auch bessere Lesitungen liefern. Da steht allerdings der Beweis noch aus.

11.11.2012
14:32
Unterschichten-Talk für Oliver Kalkofe
von stefanw2468 | #7

Unterschichten-Talk eben. Wer als Gast dran teilnimmt, ist allerdings raus aus der Elite. Wer aber mitmacht, kann manchen Stammtische gewinnen. Und damit kein Gewinn für das Gemeinwohl, Stefan R. natürlich mittendrin.

Einziger Lichtblick: Oliver Kalkofe wird daraus bestimmt was Feines zum Lachen machen. Und so mancher Kabarettist sicher auch.

11.11.2012
13:03
Stefan Raab kämpft mit Bargeld gegen die Talkshow-Einöde
von tom009 | #6

ich lach mich schlapp
noch ist nicht eine sekunde dieser sendung gelaufen und schon wissen die journalisten und die kommentatoren hier das alles mist ist.

ich frage mich woher wollt oder könnt ihr das wissen.


11.11.2012
13:03
Stefan Raab kämpft mit Bargeld gegen die Talkshow-Einöde
von WhiteKnight64 | #5

Finde ich gut. Wieviel Bargeld bekomme ich denn damit ich mir die Sendung ansehe?

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