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Senta Berger ist froh als Kriminalrätin in "Unter Verdacht"

16.10.2012 | 15:43 Uhr
Senta Berger ist froh als Kriminalrätin in "Unter Verdacht"
Senta Berger: "Ich würde gerne etwas Komödiantisches machen".Foto: dapd

Berlin.   Senta Berger findet sich in der Rolle der Kriminalrätin Eva Maria Prohacek "in jedem Kapitel" ihres Lebens zurecht, sagt die beliebte Schauspielerin im Interview. Seit rund zehn Jahren ist Berger mittlerweile in der preisgekrönten ZDF-Reihe "Unter Verdacht" zu sehen. Das nächste Mal am 20. Oktober mit der Folge "Persönliche Sicherheiten".

Senta Berger gehört zu den beliebtesten und gefragtesten Film- und Fernsehschauspielerinnen. Im TV ist sie seit nunmehr einem guten Jahrzehnt als couragierte Münchner Kriminalrätin Dr. Eva Maria Prohacek in der preisgekrönten Reihe "Unter Verdacht" zu sehen. Am Samstag (20. Oktober, 20.15 Uhr im ZDF) geht die 71-Jährige in der Folge "Persönliche Sicherheiten" wieder gegen kriminelle Machenschaften vor. Mit Berger sprach dapd-Korrespondentin Nathalie Waehlisch.

Über Ihre Figur Eva Maria Prohacek in "Unter Verdacht" haben Sie einmal gesagt: "Sie passt mir wie ein Handschuh." Nach rund zehn Jahren, passt der immer noch, oder zwickt er auch schon mal?

Senta Berger: Das ist ein schöner Vergleich. Die Hand wird größer im Alter. Aber der Handschuh ist mit mir gewachsen - Leder ist dehnbar. Ich denke, ich finde mich in der Rolle in jedem Kapitel meines Lebens zurecht. Ich finde es sehr aufregend, all meine Erfahrungen auch noch für den Beruf verwenden zu können.

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Man muss natürlich auseinanderhalten, dass man nicht die Figur ist - dass man dieser aber einige Schärfen, Tiefen und Eigenschaften mitgeben kann, die sich im Laufe der Zeit auch bei der privaten Senta gebildet haben.

Würden Sie die "Eva" als eine Konstante in Ihrem Leben bezeichnen?

Berger: Na ja, eine Konstante ist mein Mann Michael Verhoeven. Der hat einen deutlichen zeitlichen Vorsprung. Aber ich bin schon sehr lange mit "Unter Verdacht" froh - nicht, dass Sie glauben, das ist immer alles so harmonisch, da wird schon auch gekämpft, und das muss man auch, weil das ein sehr schwieriges Format ist. Es ist eben kein "Tatort", und es ist Gott sei Dank keine Serie, sondern eine Reihe. Das heißt, wir können anders arbeiten. Nun sind wir bereits im elften Jahr.

... und haben noch Lust, Veränderungen mit der Figur zu erleben?

Berger: Es hat keinen Sinn, Veränderungen anzustreben - die Aufgabe ist eigentlich eher, mir ins Gedächtnis zu rufen, was ich eigentlich mit dieser Figur wollte und das am Leben zu erhalten. Das Format lebt davon, dass hier zwei Antagonisten sind, die quasi die Volksmeinung verkörpern: Das moralische Gewissen, das die Kriminalrätin Eva Prohacek manches Mal bis zur Penetranz verteidigt und den Opportunismus ihres Chefs Reiter, der oft schon in kriminelle Grenzen abdriftet - und das müssen wir uns bewahren, sonst funktioniert es nicht. Die können nicht plötzlich auf die Wies'n gehen und sich dort gemeinsam ein Hendl bestellen.

Wie typisch bayerisch ist denn gerade die Figur des tief in die örtlichen "Spezl"-Kreise verstrickten Dr. Claus Reiter?

Berger: Was sich in Berlin so getan hat, nicht nur rund um den Flughafen, das ist doch auch sehr angreifbar. Oder wenn wir an Köln denken und seinen Spezl-Müll-Skandal. Das gibt es überall dort, wo Menschen in gewissen Positionen meinen, profitieren zu müssen.

In der aktuellen Folge geht Prohacek ungewöhnlich aus sich heraus, es wird mehr als sonst auf ihre private Vergangenheit geschaut. Wird ihr Privatleben eine größere Rolle spielen?

Berger: Das ist schwierig. Wir haben das mehrfach versucht, in diesem Fall ist es gerade so aufgegangen. Es gab am Anfang auch mal die Idee, ihr einen geschiedenen Mann zu geben - es hat nicht funktioniert. Wir haben einmal eine Folge gehabt, in der sie sich verliebt - auch das hat nicht funktioniert.

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Das nur so zu streifen, ist zu schade. Da muss man dann ein anderes Format suchen - ich hätte nichts dagegen, mal eine Frau zu spielen, die ein Privatleben hat.

Sie könnten sich also noch mal eine andere Protagonistin in einer Serie oder Reihe vorstellen?

Berger: Ja, warum nicht. Ich würde wahnsinnig gerne was Komödiantisches machen. Ich hätte gerne ein schönes Gegengewicht, so wie "Die schnelle Gerdi", eine sehr handfeste komödiantische Figur eben.

Halten Sie denn ein Revival für möglich?

Berger: Diese Art von Figur ist schon sehr stark im Bewusstsein der Menschen, insoweit kann man sie auch wieder ins Leben rufen.

Welche Projekte stehen bei Ihnen als nächste an?

Berger: Ich werde im nächsten Jahr einen Kinofilm mit der Regisseurin Ziska Riemann drehen, die "Lollipop Monster" inszeniert hat. Zwei Mal werde ich im nächsten Jahr "Unter Verdacht" machen, und was sich sonst so ergibt, werden wir doch mal sehen. (dapd)


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