Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Tatort

Schwaben-Fahnder lüftet Geheimnis

27.02.2009 | 23:44 Uhr
Schwaben-Fahnder lüftet Geheimnis

In den ersten beiden Filmen mit dem neuen Duo aus der Schwaben-Metropole wurde seine Vergangenheit als verdeckter Ermittler in Hamburg nur angedeutet. Nun ist es raus, das Geheimnis, das den Stuttgarter Kommissar Thorsten Lannert beim „Tatort” (Sonntag, ARD, 20.15 Uhr) als Figur so reizvoll machte.

In den ersten beiden Filmen mit dem neuen Duo aus der Schwaben-Metropole wurde seine Vergangenheit als verdeckter Ermittler in Hamburg nur angedeutet. Jetzt holt sie ihn ein: Ein Waffenhändler, auf den Lannert einst angesetzt war, scheint plötzlich auch in Stuttgart aktiv zu sein.

Spätestens mit diesem dritten Fall für Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) zeigt sich, wie gut die Entscheidung des SWR war, Holger Karsten Schmidt die Filme als Trilogie gestalten zu lassen. So hatte der Autor („Das Papst-Attentat“, „Der Seewolf“) die Chance, die Figur des wortkargen Lannert zu entwickeln: Eine deformierte Kugel auf seinem Schreibtisch sowie Fotos von Frau und Tochter gaben ihm eine mysteriöse Aura. Da gleichzeitig zwischen den beiden Hauptfiguren eine kollegiale Freundschaft entstand, war klar, dass Bootz irgendwann die richtigen Fragen stellen würde.

Klassischer Polizeifilm

Regisseur Rainer Matsutani („Das Inferno“, „Papst-Attentat“) setzt das Drehbuch konsequent als klassischen Polizeifilm um. Das funktioniert vor allem deshalb, weil der kultivierte Victor de Man (Filip Peeters) ein großartiger Gegner für Thorsten Lannert ist: Bildung und vollendete Manieren hindern de Man nicht daran, Waffen an die Taliban zu liefern. Dank Matsutanis Führung der Darsteller ist der gegenseitige Respekt der Männer spürbar. Aber der Waffenhändler ist, wenn auch indirekt, am Tod von Lannerts Familie beteiligt gewesen; vom Killer, den er ihm nach der Enttarnung auf den Hals gehetzt hat, ganz zu schweigen. Die Rückblenden inszeniert Matsutani enorm intensiv. Kaum hat man sich vom Schock erholt, steht der Killer von einst erneut bei Lannert vor der Tür; wie die Regie diese Action-Szene auflöst, das ist ganz großes Fernsehen.

Dabei ist all dies bloß Nebenhandlung, denn der Fall will ja auch gelöst werden. Dass es auf dem Revier zwischendurch menschelt, wirkt zunächst deplaziert, ist aber unvermeidliche Hinführung zur großen Schlussgeste, die für Lannert und Bootz der Beginn einer wundervollen Freundschaft sein könnte.

Tilmann P. Gangloff

Empfehlen
Rund ums Thema
Kommentare
Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/406053/create

Aktuelle Fotos und Videos
Musiker im ESC Finale
Bildgalerie
ESC 2012
Tanz-Queen Magdalena Brzeska
Bildgalerie
Let's Dance
Roman Lob in Baku
Bildgalerie
ESC 2012
ESC-Delegations-Party
Bildgalerie
ESC 2012
Aus dem Ressort
"Monpti" - eine Hommage an die große Romy Schneider
Fernsehen
30 Jahre nach ihrem Tod widmet 3sat der großen Schauspielerin ein Filmreihe. „Sissi“ ist nicht dabei, aber die Reihe spiegelt die Schaffenskraft wider. Los geht es am Sonntagabend mit „Monpti“, einem Film aus den 50er Jahren.
RTL II bestreitet, für Übertreibungen gezahlt zu haben
„Gangster“-Doku
Nach einem RTL-II-Bericht über angebliche Gangster und Gewalt in Hochheide widerspricht der Fernsehsender den Vorwürfen der gefilmten Jugendlichen. RTL II habe kein Geld bezahlt, um übertriebene Aussagen zu erhalten. Die Produktionsfirma habe lediglich „Motivkosten“ erstattet.