Schulschiff sinkt vor Brasilien - mit vier Deutschen an Bord
19.02.2010 | 20:23 Uhr 2010-02-19T20:23:00+0100
Essen/Rio de Janeiro.Dramatisches Ende einer Traumreise: Auf der Reise vom brasilianischen Recife nach Montevideo in Uruguay ist das Schulschiff „S.V. Concordia“ mit 48 Jugendlichen und 15 Mann Besatzung an Bord gesunken. Erst nach zwölf endlosen Stunden auf offener See konnten alle Schiffbrüchigen gerettet werden. Unter ihnen ist auch der Essener Maximilian Bonmann, der erst vor gut zwei Monaten in unserer Zeitung über seinen aufregenden Törn berichtet hatte.
Die Concordia ist kein Segelschulschiff im klassischen Sinn. Der 57 Meter lange Dreimaster dient jungen Leuten für einige Monate als „schwimmendes Klassenzimmer“, als High School auf hoher See. Die Jugendlichen haben Unterricht, arbeiten auf dem Schiff und lernen bei Landgängen andere Menschen und Kulturen kennen.
16 bis 18 Jahre jung ist die Crew, die in diesem Winter mit an Bord ist. US-Amerikaner und Kanadier vor allem, aber auch vier Deutsche. Als das Schiff jetzt in Seenot gerät, sind sie längst auf dem Rückweg. Auf der Reise von Kanada nach Europa und dann zurück über den Atlantik nach Südamerika haben sie schon tausende Seemeilen hinter sich gebracht, haben Stürme überstanden und sind an gigantischen Eisbergen vorbeigesegelt. „Unbeschreiblich“ nennt Maximilian Bonmann die Erfahrungen, die er in den Monaten an Bord machen durfte. Für unsere Zeitung schrieb er: „Das Schiff wird tatsächlich 24 Stunden von der Schülern gesteuert: Nachts steht die Nachtwache parat, tagsüber übernehmen das Steuer diejenigen, die Freistunde haben.“
Erster Notruf um acht Uhr
Was der Steuermann an diesem Donnerstag im Atlantik erlebt hat, ist indes noch unklar: Der letzte Eintrag im Online-Logbuch am Mittwoch spricht von Windstärke sechs, einer frischen Brise und leicht rauer See und einem klaren Himmel. In offiziellen Berichten der Navy ist später von starken Winden die Rede, in denen das Schiff gekentert sein soll.
Donnerstag morgen um acht Uhr soll die Concordia das erste Notrufsignal gesendet haben, heißt es. Die Küstenwache leitete unmittelbar eine Rettungsaktion ein, an der vier Schiffe und ein Flugzeug teilnahmen. Als ein Flieger der Luftwaffe schließlich zwölf Stunden später vier Rettungsboote in der Nähe des gekenterten Schiffes entdeckte, waren die brasilianische Fregatte Constitucao und ein japanisches Handelsschiff zur Stelle, um die Schiffbrüchigen aufzunehmen. Inzwischen soll die verunglückte Crew mit ihrem Captain William J. Curry wohlbehalten in Rio angekommen sein.
„Wir alle sind überglücklich, dass die Havarie letztendlich doch glimpflich ausgegangen ist und niemand zu Schaden kam“. Frank Arens, Geschäftsführer der Jugendaustausch-Organisation „Stepin“, ist über alle Maßen erleichtert. Über diese Bonner Organisation hatten die vier Deutschen an Bord ihren Trip gebucht. Mit der Nachricht über die Rettung aller Schiffbrüchigen seien für alle Mitarbeiter und vor allem die Eltern, die umgehend informiert worden seien, viele bange Stunden des Wartens zuende gegangen. „Wir tun alles Menschenmögliche, Risiken so weit es geht zu minimieren“, versichert Arens. „Doch es bleibt immer ein Rest von Risiko, wenn man sich in die Welt hinauswagt.“
21:57
die brasilianische Marine sprach von Windgeschwindigkeit von ca. 65 km/h was normalerweise keinen Grossegler kentern laesst, Teilnehmer erklaerten dass ein grosser Teil der Schueler im Unterricht sass (zumindest kurz vor der Kenterung). Beim Untergang der Pamir wirkten mehrere Fehler zusammen aber die Bedingungen waren ungleich haerter. Bleibt die Frage was ist wirklich passiert ???
12:14
Gott sei Dank hat diese Havarie kein Menschenleben gefordert!
Schade ist es um das wunderschöne Schiff.
Ich würde mir wünschen, dass unsere Journalisten weiter recherchieren, was die eigentliche Ursache der Kenterung war.
Die Segelschulschiffe sind seit dem Untergang der Pamir auf absolute Sicherheit ausgelegt !
Aber die Natur lässt sich in keine Schablone pressen.