Sara Nuru ist "Germany's next Topmodel"
22.05.2009 | 23:18 Uhr 2009-05-22T23:18:00+0200Köln. Pyrotechnik, Geflacker und Konfetti - nach einem furiosen Finale in Köln haben Heidi Klum und ihre Jury sich entschieden: Sara Nuru ist Germany’s next Topmodel. Mandy Bork aus Witten bleibt gelassen und selbstsicher, landet aber auf dem zweiten Platz.
Selbst die sonst so gut informierten Kreise gaben sich bedeckt, wer denn nun gewinnen könnte. Nur das wussten sie: Die Haarfarbe der Finalistin werde bei der Entscheidung keine Rolle spielen. Jetzt wissen wir alle: Auch die Hautfarbe spielte keine Rolle – zumindest keine negative. Sara Nuru hat gewonnen. Deutschlands neues Vorzeigemodel kommt aus Äthiopien. Yes, she can!
Selbst ihre beste Freundin mag bis zuletzt nicht daran glauben. „Sara ist zu speziell“, unkt sie in die Kamera. Doch die Entscheidung der Jury fällt einstimmig. An der 19-Jährigen „kamen wir einfach nicht vorbei“, sagt Peyman Amin, der Gestrenge, als alles vorbei ist. So hübsch, so sympathisch, so elegant, so strahlend. Heidi hat ihr „Gesamtpaket“ gefunden.
Stimmung wie im Stadion
Hätte das Publikum entscheiden dürfen, die Siegerin wäre die Gleiche gewesen. Die Zuschauer bejubeln ihren Liebling in der Lanxess-Arena von der ersten Minute an mit einer Begeisterung, dass selbst die Juroren auf dem Sofa erstaunt auf die (ausverkauften) Ränge schauen. Eine Stimmung wie im Stadion – da braucht man Nerven, das muss man mögen: Mandy dreht noch mal richtig auf, Marie verkrampft.
Schon als die die Drei von hoch oben auf die Bühne schweben, wirkt die 20-Jährige steif und abwesend. Es scheint, als habe sie sich schon vor dem Finale geschlagen gegeben. Und tatsächlich; Ja, die beiden anderen seien so gut gewesen, da habe sie das schon geahnt, gibt sie später zu.
Live ist nicht Heidis Stärke
Marie, die Perfektionistin. Lange wurde sie als Top-Favoritin gehandelt. Sie hat die meiste Erfahrung, holte die meisten Jobs. Doch auch sie hat zu kämpfen. Vor allem mit ihrem Image. Zu brav, zu langweilig, zu wenig wandelbar. Nein, nein, so sei sie gar nicht, versichert sie denn auch ein ums andere mal. Frech sei sie und sie könne auch anders. Aber genauso gut hätte sie behaupten können, sie würde am liebsten Punkrock hören: Man mag’s nicht glauben.
Der Jury geht’s wohl genauso. Marie Nasemann muss gehen. Die tröstenden Worte von Model-Mama Heidi gehen im Jubel unter. Der scheint es übrigens nicht anders zu gehen als Marie. Live ist nicht Heidis Spezialstrecke – dabei ist die Show diesmal ein echt furioses Spektakel. Doch Heidi verhaspelt sich in den Moderationen, wirkt aufgeregt, aufgesetzt und künstlich. Erst gen Ende wird sie entspannter. Kaum sind die Kameras aus, macht sie Faxen. Albert mit dem Publikum, pariert die Heidi-Rufe mit einem koketten Hüftschwung. Ja, den kann sie noch. Von ihrem Babybäuchlein ist unter dem schwarzen Glitzer-Hängerchen kaum etwas zu erahnen.
Mandy, die Laufsteg-Königin
Nur an Mandy Bork scheint die ganze Aufregung abzuprallen. Okay, sie verheddert sich beim ersten Lauf in ihrer Schnur-Schleppe, aber sie nimmt es gelassen, reißt auf dem Rückweg die Arme hoch, als habe sie schon gewonnen.
Mandy, die Laufsteg-Königin. Keck ist sie geworden in den letzten Wochen, selbstsicher. Vom Küken zum Schwan, so sieht sie ihre Verwandlung oder auch: vom Mäuschen zur Wildkatze. Aus „Witten bei Dortmund“ komme sie, heißt es noch bei der Pressekonferenz am Vortag, im Finale bescheinigt ihr Peyman dann: „Dank Mandy weiß jetzt jeder, wo Witten auf der Landkarte liegt.“ (Und dass es da nur Dönerbuden gibt…)
Showdown für alle Kandidatinnen
„Stolz“ könne die Stadt sein, hat sogar Konkurrentin Marie gesagt. Und in der Tat: Mandy macht im Finale eine gute Figur. Auch bei der letzten Aufgabe, dem Ritt auf dem Elektro-Bullen. Vielleicht ist sie nicht so elegant dabei, nicht so mädchenhaft wie Sara. Aber dafür ganz Cowgirl, ganz in ihrem Element.
Doch es reichte nicht. Am Ende, nach fast drei Stunden (davon gefühlt die Häfte Werbepausen), steht die Entscheidung fest. Zuvor durften der Rest der Top 20 noch einmal auf den Laufsteg und sich seinen Fans zeigen - oder muss man sagen: stellen? Buhrufe für Tessa, wie zu Beginn der Show, gibt es zwar keine. Aber das Publikum kürt seine Lieblinge. Jessica mit der Zahnlücke wird artig beklatscht, Prinz-Eisenherz-Maria ein bisschen mehr, Sarina, der Tollpatsch, wird bejubelt. Man kann sich ausrechnen, wen wir demnächst auf der Mattscheibe wieder sehen.
„Von der werden wir noch viel sehen.“
Ausgelassen ist die Stimmung bei der Entscheidung. „Viva Colonia“ dröhnt es in der letzten Pause durch die Halle, Juror Rolf(e) Scheider, der trotz seines französischen Akzents tatsächlich aus Köln kommt (woher auch sonst), macht den Vortänzer, die Mädchen bangen. Dann wird das Gewinner-Cover gezeigt. Sara weint, Mandy hält sich tapfer und rosa Glitzer regnet auf die Bühne.
Sara, der Sonnenschein. Germany hat sein neues Topmodel. Und dass Sara es noch weit bringen kann, das meint nicht nur die Klum-Crew. Auch Susanne Maushake bescheinigt ihr „echte Chancen auf dem Modelmarkt.“ Die Inhaberin von Munich Models, dem deutschen Partner der weltweit renommierten Modelagentur Elite, meint: „Von der werden wir noch viel sehen.“
Plan B für Mandy?
Sara war auch Maushakes Favoritin: Sie sei einfach „wunderschön“. Sie gewinne durch nicht nur durch ihre Schönheit, sondern auch durch ihre sympathische Art. Ihre dunkle Haut hält Maushake für kein großes Problem. Wahnsinnig einfach werde es für Sara in Deutschland zwar nicht, weil die Masse der Models eben hellhäutig sei. Aber darin liege ja auch eine Chance: „Sara ist eben mal wirklich was anderes.“ Und international habe Sara ohnehin Riesen-Chancen.
Aber auch die anderen beiden Finalistinnen haben Maushake gut gefallen – und das war in den letzten Jahren nicht immer so. Doch diesmal sagt sie: „Wenn die bei uns durch die Tür kämen, die würden wir sofort nehmen.“ Vielleicht wäre das ja jetzt ein guter Plan B für Mandy.
22:56
@Banjoboy : Lies mal : INTEGRATION
Ein guter Muslim kann kein schlechter Bürger sein
© ZEIT ONLINE, Tagesspiegel 22.5.2009 - 19:07 Uhr
SCHLAGWORTE: Religion Grundrechte Gesellschaft Gesellschaft und soziales Leben
Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime Aiman Mazyek über die Vereinbarkeit des Grundgesetzes mit der Scharia. Ein Interview.
Aiman Mazyek ist Generalsekretär des Zentralrats der Muslime und Mitglied der Deutschen Islamkonferenz
© Marcus Brandt/ddp
Frage: Bundesinnenminister Hermann Höcherl von der CSU trug sich 1963 mit dem Satz in die Geschichte ein, man könne nicht ständig das Grundgesetz unterm Arm tragen. Gilt das auch für die deutschen Muslime?
Aiman Mazyek: Eigentlich fordert unser Grundgesetz nicht, dass man es ständig unterm Arm trägt. Als Muslim konnte man allerdings in den letzten Jahren den Eindruck haben, dass wir es auswendig können sollten. Loyalität zum Grundgesetz ist eigentlich eine bare Selbstverständlichkeit und es mutet etwas seltsam an, wenn einem ständig Bekenntnisse dazu abgefordert werden. Verständliche Ängste wollen wir allerdings ernst nehmen.
Frage: Welche sind verständlich?
Mazyek: Unbestreitbar wird auch von muslimischer Seite der Islam gelegentlich zum Instrument einer Art Klassenkampf gemacht, als sei er die Anleitung zu einer anderen Gesellschaftsordnung. Da müssen wir weiter in den eigenen Gemeinden aufklären. Man sollte aber die Moschee im Dorf lassen: Für die übergroße Mehrheit der Muslime in Deutschland ist es eine Selbstverständlichkeit, Bürger dieses Staates zu sein und auf dem Boden der Verfassung zu stehen. Das Grundgesetz ist doch wunderbar!
Frage: Die jüngste Umfrage des US-Meinungsforschungsinstituts Gallup hat herausgefunden, dass gerade deutsche Muslime loyaler zu ihrem Land stehen als der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung.
Mazyek: Eben. Das zeigt, dass das keine Rhetorik von mir oder Taktik ist. Um es etwas anzuschärfen: Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein guter Muslim ein schlechter Bürger sein sollte. Einschränkungen demokratischer Freiheiten treffen Muslime zudem ebenso wie Nichtmuslime.
Frage: Was meinen Sie?
Mazyek: Vor allem das, was im Zuge der Terrorbekämpfung passiert. Wir fühlen uns da manchmal als unfreiwillige Steigbügelhalter einer Sicherheitspolitik, die sich scheinbar gegen religiös begründeten Terror richtet und die übrige Gesellschaft in der trügerischen Sicherheit wiegt: Das richtet sich gegen die Islamisten. Tatsächlich beschneidet man im Datenschutz, bei Abhörmöglichkeiten die Freiheiten aller Bürger. Als Muslim macht es mich traurig und sprachlos, wie wenig Chancen es für einen Widerstand aller Bürger gibt, sobald es heißt: Wir schützen euch doch nur vor den Islamisten. Und wenn Muslime sich wehren, heißt es: Klar, ihr müsst euch davor ja auch fürchten. Nein, wir müssen uns alle fürchten. Die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit ist beschädigt. Und die Einschränkung von Freiheitsrechten kann nebenbei auch weniger Sicherheit bedeuten.
13:30
wenn jetzt Schluß wäre, wars ja gut, aber wahrscheinlich kommen die nächsten 6 Monate wieder 33 neue SUPERSUPERSUPER-Models - Schwachsinnige sendung für tumbe Köpfe
12:31
@ dittsche:
Ausgeschlossen, sie ist nicht sein Typ - zu hübsch.
12:30
@ Banjoboy:
Alle deutschen Models haben einen deutschen Pass, sonst wären es keine deutschen Models. ;o)
12:20
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12:08
Heidi Klum hat nen amerikanischen Pass, übrigens.
11:23
Ich bin nicht gegen Ausländer. Aber ein deutsches Model sollte auch einen deutschen Pass haben. Sollte sie diesen haben, ist es in Ordnung.
11:10
Na, wenn da mal nicht der Boris seine Finger im Spiel gehabt hat.
10:55
@ gerd müller:
Leider muss ich Ihnen sagen: Ersparen Sie sich Ihre Belehrungen. Ein Großteil der hier Komentierenden ist mehr oder weniger (radikal) ausländerfeindlich. Integration funktioniert deshalb nicht, weil solche Leute es einfach nicht wollen - und dann den Ausländern die Schuld geben. Man muss nur den Schwachsinn einer angeblich nahenden ************* Deutschlands lesen.
@ kein Plan:
Volle Zustimmung. Unter einer Bedingung: Mit entsprechender Figur meinen Sie nicht ansprechend, sondern einer Figur, die das Modelbusiness unerträglicherweise voraussetzt.
09:40
Hübsch ist sie, eine entsprechende Figur hat sie ...
Ich gönn´s ihr.
Die Sendung hab´ ich mir übrigens nicht angeschaut ... aber sicherlich nicht weil es mich intelektuell unterfordern könnte, sondern eher weil sich sowas zieht wie Kaugummi und mich zu tode langweilt.
Ich würde mich aber davor hüten, Menschen die sowas unterhaltsam finden als geistig minderbemittelt zu bezeichnen, wie die selbsternannten superintelligenten auf diesem Portal es allzugern tun.