Rudi Brückner meldet sich mit "Ultra" zurück auf Tele 5

In seiner Show "Ultra - Aus Liebe zum Fußball" will Rudi Brückner auch über heikle Themen sprechen.
In seiner Show "Ultra - Aus Liebe zum Fußball" will Rudi Brückner auch über heikle Themen sprechen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Für seine Sportkompetenz war der Privatsender Tele 5 bisher eher nicht berühmt. Nun kommt mit Rudolph Brückner der große Fußball in das Programm.

Berlin.. Rudolph ("Rudi") Brückner darf sich getrost als alter Haudegen im Sport-TV bezeichnen lassen. Der heute 59-Jährige arbeitete für den WDR als Ruhrpott-Sportreporter, für das ZDF als Kommentator und Moderator und später lange als Chefmoderator für das Deutsche Sportfernsehen. Seine Fernseh-Etappen führten den gebürtigen Wuppertaler noch zu Eurosport und zu Servus TV - und nun? Zu Tele 5.

Tele 5 ist alles andere als ein Sportsender, das ist das wirklich neue an dieser Botschaft. Außer vielleicht mit der Coachingreihe "Hans Sarpei - Das T steht für Coach" und Wrestling hat sich der Münchner Privatsender, der vollständig dem Medienunternehmer Herbert Kloiber gehört, bislang nicht sonderlich um den Sport verdient gemacht, eher um Trashfilme oder auch mal um Comedyprogramme.

Brückner will "kein Gequassel" zulassen

Aber jetzt ändert sich gerade etwas: Tele 5 hat sich Brückner geangelt, um mal richtig mit der Faust auf den Tisch zu hauen - Wutbürger-TV könnte auch der Untertitel lauten. Rudi soll sagen, was er denkt, seine Gäste sollen frei von der Leber weg reden, ohne "Schere im Kopf" (Brückner) und er will Themen anpacken, die sonst von typischen Sportsendungen achtlos oder vielleicht bewusst links liegen gelassen werden, weil sich niemand in die Nesseln setzen oder seine Gäste vergraulen will.

Live-Übertragung Tele-5-Chef Kai Blasberg feilt schon vor dem Start des neuen, alternativ angelegten Talkmagazins "Ultra - Aus Liebe zum Fußball" an diesem Donnerstag live (21.15 Uhr) am Image seines Transfers Brückner. "Wir wollen darauf achten, dass Rudi Brückner nicht altersmilde wird", sagte Blasberg bei der Vorstellung der Show in Berlin. Und Brückners Feststellung, die "Streitkultur" sei verloren gegangen, klingt schon fast wie eine Kampfansage.

"Kein Gequassel" werde er zulassen. Er wolle darüber reden lassen, was den Fußball bedrohe, zum Beispiel die Unmengen von Geld, die in den Sport hineingepumpt würden. Der Nachteil für herkömmliche Talkshows: Aufgrund von Werbe- und Sponsorengeldern, die auch das TV finanzieren, "führen Abhängigkeiten dazu, dass über bestimmte Dinge gar nicht mehr gesprochen wird", meint Brückner und wirft dabei einen kritischen Blick auf seine alte DSF-Talkrunde, den "Doppelpass", die heute beim Nachfolgekanal Sport1 angesiedelt ist.

Felix Magath in der ersten Show zu Gast

Einer Schwierigkeit ist sich auch Brückner bewusst: Mit nicht sehr populären Themen wie der Finanzierung des Fußballs, der Rolle des Weltfußballverbands FIFA und vor allem seines Präsidenten Sepp Blatter, Alkoholismus oder Homophobie ist es nicht leicht, Entscheidungsträger ins Studio zu bekommen. Menschen, die den Takt im Konzert der großen Vereine und Geldgeber bestimmen, wird er wohl nur selten zu Gast haben.

Dennoch: Im ersten Live-Talk mit Brückner sind die Gäste nicht zu verachten. Trainer-Urgestein Felix Magath (61) und der derzeit beim erfolgreichen Zweitligisten SV Darmstadt 98 tätige Coach Dirk Schuster (47) sprechen über den Trainer von heute: Ist er nur noch ein Spielball der Machtinteressen ohne Befugnisse, Power und Hoheit wie noch vor zehn oder 20 Jahren? Klar ist: Nach einer Stunde will Rudi ein Ergebnis auf dem Tisch haben. (dpa)