Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Fernsehfilm

"Romy" - eine gehetzte Filmbiografie

12.11.2009 | 08:43 Uhr
"Romy" - eine gehetzte Filmbiografie

Köln. Die Erwartungen waren groß, das Ergebnis enttäuscht. Der Film "Romy" (Mittwoch, ARD, 20.15 Uhr) taugt nicht für die Leinwand. Schlimmer noch: Er ist nicht einmal großes Fernsehen. Was bleibt ist der Versuch einer "Best of"-Zusammenstellung.

Im Kino, wo sie zu Hause war, gibt es vorläufig keine Filmbiografie zum Leben der Romy Schneider. Dafür nimmt sich jetzt das Fernsehen dieser Frau an, von der man sagt, dass sie eine „Jahrhundertschauspielerin” war und unvergleichbar. Eine Einschätzung, wohl auch beflügelt durch die Tatsache, dass ihr Leben eine Tragödie war, voll von enttäuschter Liebe, Krankheit und Tod.

Liebe, Krankheit und Tod

Jessica Schwarz als Romy. © SWR/Joachim Gern

In „Romy” (heute, ARD, 20.15 Uhr) versucht Jessica Schwarz, dieser Romy nicht nur Gestalt zu geben, sondern sie auch begreifbar zu machen in ihren Entscheidungen, ihrer Trauer und ihrem Leid. In einigen wenigen Sequenzen gibt Regisseur Torsten C. Fischer tatsächlich genügend Raum, um diese Nähe spürbar zu machen. Viel zu oft aber funktioniert dieses „Biopic” nach den Regeln des schnelllebigen Stationendramas, das durch die Jahre eilt und dabei kaum innehalten mag.

Es liegt sicher vor allem an der Entscheidung, Drehbuchautor Benedikt Röskau in Romy Schneiders Kindheit beginnen zu lassen, statt sich auf einen bestimmten Lebensabschnitt der Schauspielerin zu konzentrieren. So hastet der Film von den Kindesbeinen zur Teenager-„Sissi”, und wir eilen atemlos mit. Ein erstes Verschnaufen gibt's bei den Theaterproben in Paris unter Luchino Visconti und an der Seite der Liebe ihres Lebens – Alain Delon (Guillaume Delorme).

Keine Lebensmelodie

Man sollte als Zuschauer schon grob Bescheid wissen über das Leben der Romy Schneider, sonst wird man viele der im Bilderstrom nur angedeuteten Ereignisse (der Tod des Sohnes etwa) schwerlich verstehen. Kameramann Holly Fink immerhin wagt sich an eine optische Gestaltung, die von Schwarzweiß-Sequenzen ebenso Gebrauch macht wie von grobkörnigen Handkamera-Aufnahmen.

Daraus hätte man eine Lebensmelodie komponieren können, doch so bleibt es nur eine „Best of”-Zusammenstellung.

Arnold Hohmann

Facebook
 
Kommentare
12.11.2009
05:16
Romy - eine gehetzte Filmbiografie
von caro2608 | #1

Ich habe mir den Film gestern angesehen und ich muss sagen ich war begeistert!
Kann mich also dieser Kritik nur wenig anschließen. Ich kenne zwar Romy Schneider aber über ihr Leben Bescheid zu wissen das trau ich mir nicht sagen, denn so ein Riesen-Fan bin ich nicht (gewesen). Vl liegt es auch daran, dass ich erst 20 bin und ich die Schauspielerin nicht mehr erleben konnte.
Aber die Szenen waren berührend und ich habe den Mythos Romy Schneider gespürt. Einige Einstellungen haben mir einen echten Kitzel über den Rücken fahren lassen und sogar Tränen hatte ich in den Augen, besonders zu Ende des Films.

Ich finde den Film gelungen und beeindruckend. Schade, dass ich diese Frau nicht mehr erleben konnte.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/871407/create

Aktuelle Fotos und Videos
Musiker im ESC Finale
Bildgalerie
ESC 2012
Tanz-Queen Magdalena Brzeska
Bildgalerie
Let's Dance
Roman Lob in Baku
Bildgalerie
ESC 2012
ESC-Delegations-Party
Bildgalerie
ESC 2012
Aus dem Ressort
"Monpti" - eine Hommage an die große Romy Schneider
Fernsehen
30 Jahre nach ihrem Tod widmet 3sat der großen Schauspielerin ein Filmreihe. „Sissi“ ist nicht dabei, aber die Reihe spiegelt die Schaffenskraft wider. Los geht es am Sonntagabend mit „Monpti“, einem Film aus den 50er Jahren.
RTL II bestreitet, für Übertreibungen gezahlt zu haben
„Gangster“-Doku
Nach einem RTL-II-Bericht über angebliche Gangster und Gewalt in Hochheide widerspricht der Fernsehsender den Vorwürfen der gefilmten Jugendlichen. RTL II habe kein Geld bezahlt, um übertriebene Aussagen zu erhalten. Die Produktionsfirma habe lediglich „Motivkosten“ erstattet.