Rolf Seelmann-Eggebert - Der König der Adelsexperten wird 75
04.02.2012 | 12:56 Uhr 2012-02-04T12:56:00+0100
Essen. Er kennt sie alle, na ja, fast alle, die Grafen und Herzöge, die Prinzen und die Könige: Rolf Seelmann-Eggebert ist der König der Adelsexperten. Am Sonntag wird er 75. Ein Gespräch über Afrika, Kir royal und Lady Di.
Der König der royalen Berichterstattung wird am Sonntag 75: Rolf Seelmann-Eggebert . Am Samstagabend widmet der NDR (21.45 Uhr) seinem ehemaligen Programmchef eine Sondersendung. Mit dem Altersjubilar sprach Jürgen Overkott.
Auf welche Lebensleistung stoßen Sie selbst gern an?
Rolf Seelmann-Eggebert: Auf jeden Fall auf meine Zeit in Afrika. Ich war dort als Korrespondent. Es waren schwierige Jahre, aber sie waren auch sehr schön. Die Zeit in Afrika hat mich sehr geprägt.
Im Hinblick auf Ihre Geburtstagsfeier erlaube ich mir den Kalauer: Gibt es Kir royal?
Seelmann-Eggebert: Was beim NDR passiert, der ein paar Leute eingeladen hat, kann ich Ihnen nicht versichern. Privat bin ich kein Freund von Kir royal.
„Wir werden im Familienkreis feiern“
Wie feiern Sie privat?
Seelmann-Eggebert: Wir werden im Familienkreis feiern, es wird ein gemeinsames Essen geben, und am Montag werde ich mit alten Mitarbeitern aus meiner Programmdirektorenzeit, also zwischen 1982 und 1990, zusammen sein, wir werden natürlich von alten Zeiten plaudern, wie das so ist, wenn alte Kameraden zusammensitzen.
Wären Sie gern als Blaublüter geboren worden?
Seelmann-Eggebert: Ich bin persönlich ein überzeugter Republikaner, aufgrund einer sehr guten Verfassung, wir haben auch mit den obersten Repräsentanten unseres Staates, dem Bundespräsidenten, Glück gehabt. Wäre ich in England oder in Dänemark zur Welt gekommen, wäre das möglicherweise anders; dort haben die Monarchien eine ganz andere Verankerung.
Das Urteil über den gegenwärtigen Bundespräsidenten
Sie sagen, mit unseren obersten Repräsentanten haben wir überwiegend Glück gehabt. Mit wem haben wir denn Pech gehabt?
Seelmann-Eggebert: Sie wissen selber, dass Lübke in seiner zweiten Amtszeit sehr umstritten gewesen ist. Das Urteil über den gegenwärtigen Bundespräsidenten sollte man erst fällen, wenn er seine Amtszeit hinter sich hat.
Sie berichten seit Jahrzehnten von Adel und Hochadel . Sind aus beruflichen Beziehungen gelegentlich auch Freundschaften geworden?
Seelmann-Eggebert: Das kann man nicht sagen. Ich muss aber sagen, dass ich mich sehr gefreut, dass mich die schwedische Königin in ein Kuratorium für eine Stiftung gerufen hat, die auch in Deutschland tätig ist: die World-Childhood-Stiftung für benachteiligte Kinder.
Die Beerdigung von Lady Di
Gerade der Hochadel ist ein Meister öffentlicher Inszenierung. Welcher Moment hat sie am stärksten bewegt?
Seelmann-Eggebert: Das ist eine Inszenierung, mit der die Betroffenen oft nur am Rande zu tun haben. Bei Hochzeiten oder Todesfällen handelt es sich um Staatsereignisse. Was mich persönlich bewegt hat, sind Szenen wie diese: Der dänische Kronprinz steht am Altar und wartet auf seine Frau, sie hat sich verspätet oder lässt ihren Bräutigam ein wenig zappeln. Als sie dann wie eine Engelserscheinung erschien, war er so beglückt, dass diese Szene das ganze Publikum in ihren Bann geschlagen hat. Oder der Trauerzug für Diana im Jahre 1997. Jeder hat sich gefragt, was der Lilienstrauß auf dem Sarg zu bedeuten hat. Und dann wurde uns klar, von wem er war: nämlich von den Kindern. Zum Strauß gehörte ein Zettel mit der schlichten Aufschrift: „For Mummy“. Das hat uns alle mitgenommen, mich inklusive.
Kehren wir noch mal zu Ihnen selbst zurück: Sie sind noch immer im Büro, und Sie klingen dynamisch. Was haben Sie sich für die Zukunft vorgenommen?
Seelmann-Eggebert: Die Berichterstattung über das Diamantene Jubiläum der Queen wird zum großen Teil von mir betreut. Es sind viele Ereignisse in den Königshäusern vorhersehbar, mit denen man sozusagen die nächsten fünf Jahre füllen kann. Der NDR hat den Wunsch ausgesprochen, dass ich mich noch ein bisschen darum kümmere. Das macht mir großen Spaß, zusammen mit meinem Sohn, der mein Produzent ist. Ich habe nie einen besseren Chef gehabt.
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