Riesiges TV-Team, mäßige Quoten
30.07.2010 | 14:45 Uhr 2010-07-30T14:45:00+0200
.Auf einen deutschen Sportler kommen bei der Leichtathletik-Europameisterschaft (EM) in Barcelona fast drei Medienvertreter – allein von ARD und ZDF.
Dabei sind Mitarbeiter von Privatsendern nicht mitgerechnet, schreibende Journalisten für Tageszeitungen ebenfalls nicht.
Die Kritiker formieren sich in den Startlöchern: „Geldverschwendung” sei dieses Unternehmen, schimpfte Burkhardt Müller-Sönksen, medienpolitischer Sprecher der FDP, in der „Bild“-Zeitung.
74 deutsche Athleten gehen bis Sonntag in der spanischen Metropole am Mittelmeer an den Start. 177 Mitarbeiter haben ARD und ZDF entsandt – aus Redaktion, Produktion und Technik. 44 Stunden werden die beiden öffentlich-rechtlichen Sender bis Sonntag live berichtet haben, 16 Stunden davon in der Prime-Time ab 20.15 Uhr, erläutert ZDF-Sprecherin Regina Henrich-Dieler. Wie teuer das Unternehmen Europameisterschaft den Gebührenzahler kommt, darüber wollen ARD und ZDF nicht sprechen.
Klar jedoch ist: Das Interesse der Zuschauer hält sich in Grenzen. Ähnlich wie in Barcelona selbst, wo die Sportler häufig vor halb leeren Rängen antreten, bannt das Ereignis nicht die Massen in ihren TV-Sesseln. Zu Beginn der Woche tauchte die EM nie unter den besten Fünf der beliebtesten Sendungen auf. Mit zunehmender Dauer der Veranstaltung klettern die Zuschauerzahlen auf eher enttäuschende vier Millionen. Vor Verena Sailers Gold-Lauf lagen die Marktanteile der EM lediglich leicht über den Durchschnittswerten von ARD und ZDF.
Erst der goldene Donnerstag der deutschen Mannschaft trieb das Zuschauer-Interesse nach oben. Mehr als fünf Millionen Zuschauer sahen Sailer und Speerwerferin Linda Stahl siegen. Zum Vergleich: Bei der Weltmeisterschaft der Leichtathleten voriges Jahr in Berlin übersprangen die Quoten locker die 20-Prozent-Marke. Usain Bolts Siegeslauf lockte 9,92 Millionen Zuschauer. Und ein Tatort erreicht am Sonntagabend fast regelmäßig zehn Millionen Zuschauer.
Aber selbst bei guten Quoten wirkt der kollektive Ausflug der öffentlich-rechtlichen Mitarbeiter überproportioniert: Die italienische RAI hat nur 81 Berichterstatter vor Ort, die britische BBC begnügt sich mit einer 49-köpfigen Delegation.
16:07
... allein von ARD und ZDF.
Dabei sind Mitarbeiter von Privatsendern nicht mitgerechnet...
und zur Krönung: ...schreibende Journalisten für Tageszeitungen ebenfalls nicht.
Wer sich solche Fehlleistungen beim Schreiben erlaubt, sollte erstmal vor der eigenen journalistischen Tür kehren.
20:07
Riesiges Team. Kein Problem. Es gibt doch GEZ. Ein kleiner Sportsendungszuschlag für alle Haushalte. Denn Förderung der Gesundheit ist doch sicher auch ein Auftrag den sich die Öffentlich-Rechtlichen zuschreiben könnten. Dann könnte man sogar die Sportler mit Millionen entlohnen, wie sie es doch verdienen.